Ein Hacker-Angriff und eine Welle von Anfeindungen überschatten den ESC-Vorentscheid in Bulgarien. Die Siegerin dachte an Rücktritt.
Eurovision-KriseESC-Star will nach Vorentscheid alles platzen lassen

Pop-Prinzessin Dara wird Bulgarien beim Eurovision Song Contest vertreten (Archivbild)
Copyright: darnadude / Dara / Instagram
Das musikalische Comeback Bulgariens beim Eurovision Song Contest wird Berichten zufolge von einem Skandal begleitet. Der nationale Vorentscheid, Natsionalna Selektsiya 2026, wurde offenbar zum Ziel eines massiven Hacker-Angriffs, der darauf abzielte, das Abstimmungsergebnis zu manipulieren.
Mehr als 1,5 Millionen verdächtige Stimmen, die aus asiatischen Ländern stammten, sollen das System des Senders BNT überflutet haben, um eine andere Teilnehmerin zu favorisieren. Obwohl IT-Fachleute das digitale Durcheinander unter Kontrolle bringen konnten, bleibt bei vielen Fans im Land der Eindruck einer manipulierten Sendung zurück.
ESC in Bulgarien: Siegerin Dara nach Anfeindungen vor dem Zusammenbruch
Obwohl die in Bulgarien bekannte Pop-Sängerin Dara als offizielle Gewinnerin aus dem Wettbewerb hervorging, war ihre Freude nur von kurzer Dauer. Übereinstimmenden bulgarischen Medienberichten zufolge sah sich die Künstlerin direkt nach ihrem Sieg einer massiven Kampagne im Internet ausgesetzt. Die Betrugsvorwürfe trafen die Sängerin schwer.
In einer emotionalen Stellungnahme äußerte die Künstlerin, dass ihr Wunsch, am ESC in Wien teilzunehmen, durch die feindseligen Kommentare und das Misstrauen in ihr Talent stark beeinträchtigt worden sei. Dies stellte für die junge Frau eine erhebliche Belastung dar.
Rücktrittsgedanken erschüttern die ESC-Gemeinde
Am Tag der bulgarischen Auswahl sorgte Dara für Aufsehen, als sie öffentlich einen sofortigen Rücktritt in Erwägung zog. Der psychische Druck, der durch Anfeindungen in den sozialen Netzwerken entstand und als „öffentliches Lynchen“ beschrieben wurde, war so groß, dass ihre Teilnahme am ESC 2026 ernsthaft gefährdet schien.
Nach Stunden der Unsicherheit und einer internen Krisensitzung folgte am späten Abend des 2. Februar die Entwarnung. Die Sängerin hat sich trotz der Belastungen dazu entschlossen, weiterzumachen und ihr Land in der österreichischen Hauptstadt Wien zu vertreten.
Kritik am Sender BNT wegen mangelnder Transparenz
Der Fernsehsender BNT trug selbst zur Eskalation bei. Zuschauer und Zuschauerinnen sowie Branchenexperten und -expertinnen üben scharfe Kritik daran, dass die Resultate des Publikumsvotings während des Finales nicht live angezeigt wurden.
Während im Halbfinale noch alle Daten einsehbar waren, herrschte bei Daras entscheidendem Sieg eine plötzliche Intransparenz. Diese Vorgehensweise schürte Spekulationen über eine mögliche Manipulation der Wahl. Fans verlangen nun eine vollständige Aufklärung über die Zahlen, die zu dem umstrittenen Ergebnis für den Wettbewerb in Wien führten.
Song-Entscheidung für Wien fällt am 28. Februar
Nach drei Wochen intensiver Arbeit im Studio steht die nächste Entscheidung an. Am 28. Februar wird Dara sich erneut dem Votum der Jury und des Publikums stellen, wenn aus drei vorgeschlagenen Liedern der endgültige Titel für den Eurovision Song Contest ausgewählt wird.
Die Sängerin möchte ihren Kritikern und Kritikerinnen beweisen, dass sie den Sieg zu Recht errungen hat. Ob die Anfeindungen der letzten Wochen nachlassen oder die angespannte Atmosphäre bestehen bleibt, wird sich zeigen.


