In den 2000ern war sie einer der größten deutschen Kinostars. Heute hat Franka Potente nicht mehr den Luxus, bei Rollenangeboten wählerisch zu sein.
„Viele Kollegen sind arbeitslos“Franka Potente schlägt Alarm

Franka Potente lebt mit ihren Töchtern in Los Angeles. Das sei nicht immer einfach, klagte sie nun in einem Interview. (Bild: Getty Images / Andreas Rentz)
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Deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler schaffen es in Hollywood nur selten. Umso bemerkenswerter war der Aufstieg, der Franka Potente in den frühen 2000er-Jahren gelang. Ausgehend von ihrer Popularität in Tom Tykwers Thriller „Lola rennt“ wurde auch die Traumfabrik auf die Mimin aufmerksam. 2001 war sie an der Seite von Johnny Depp in „Blow“ zu sehen, 2002 verkörperte sie die Hauptrolle neben Matt Damon in „Die Bourne Identität“. Heute, mehr als zwei Jahrzehnte später, blickt Potente sehr kritisch auf Hollywood.
Im Interview mit „Die Zeit“ sagte die in Los Angeles lebende Schauspielerin, heute werde nicht nur weniger gedreht, sondern die Produktionsfirmen würden auch schlechter bezahlen. Dazu tragen auch die Streamer ihren Teil bei, die oft keine Tantiemen auszahlen, sondern auf Buy-out-Verträge setzen. „Viele meiner Schauspieler-Freunde hier sind arbeitslos. Einige sind sogar mit vierzig zurück zu ihren Eltern gezogen, weil sie sich L.A. nicht mehr leisten können“, erklärte die 51-Jährige.
Franka Potente im Interview: „Das Geld muss ja irgendwie reinkommen“
Erfolgreiche Vergangenheit hin oder her, auch bei Franka Potente schlagen sich die „wahnsinnig teuren“ Lebenshaltungskosten in Los Angeles nieder. „Wenn's geht, klar. Wenn ich aber ewig nicht gearbeitet habe und mal wieder etwas machen muss, sage ich eben doch zu“, schilderte sie, dass sie bei Rollenangeboten nicht mehr allzu wählerisch sein könne. Schließlich braucht die Zweifachmama für ihre Familie Geld. „Die war noch am billigsten, aber das Geld muss ja trotzdem irgendwie reinkommen“, erklärte sie zu der katholischen Privatschule, auf der ihre zwei Töchter gehen.
Eigentlich hatte sich Franka Potente zunehmend hinter die Kamera orientiert, ehe die Corona-Pandemie weitere Engagements verhinderte. Das sei auch der Grund, warum sie heute wieder vor der Kamera zu sehen sei. „Wenn ich ein, zwei große Projekte im Jahr habe, meine Rechnungen zahlen und mit den Kids in den Urlaub fahren kann: wundervoll“, erläuterte Franka Potente im „Zeit“-Gespräch. (tsch)
