Vor fast 35 Jahren verschwand die 16-jährige Seckin Caglar in Köln. Wenig später wurde ihre Leiche gefunden. Wer hinter dem grausamen Verbrechen steckt, ist bis heute unklar. Jetzt soll „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ der Polizei weiterhelfen.
Heute im TV„Aktenzeichen XY ... ungelöst“ soll Kölner „Cold Case“ von 1991 knacken

Rudi Cerne stellt bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ neue Fälle vor, unter anderem den Mordfall Seckin Caglar aus Köln. (Bild: ZDF/Nadine Rupp)
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Eigentlich wollte Seckin Caglar am Abend des 16. Oktobers 1991 nur von ihrem Arbeitsplatz in einem „co op“-Markt in Köln-Poll nach Hause fahren. Doch zu Hause kam die 16-Jährige nie an. Erst am nächsten Morgen wurde ihre Leiche gefunden. Bis heute blieben alle Ermittlungen erfolglos. Von der neuen Ausgabe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“, die am Mittwoch, 25. Februar, um 20.15 Uhr zu sehen ist, erhoffen sich die Ermittler nun neue Hinweise.
Die Polizei weiß, dass Seckin Caglar auf ihrem Heimweg gegen 18.40 Uhr an der Haltestelle „Poll-Salmstraße“ in die Stadtbahnlinie 7 stieg und diese zwei Minuten und eine Station später an der abgelegenen Haltestelle „Poll-Autobahn“ wieder verließ. Die Haltestelle wurde wenige Jahre später verlegt und umbenannt.
Normalerweise holte sie dort ein Familienmitglied mit dem Auto ab. Doch an jenem Herbstabend verspätete sich ihr Vater um nur wenige Minuten. Auf seine Tochter wartete er vergeblich, weshalb die Familie sie noch am selben Abend als vermisst meldete.
Fall Seckin Caglar bei „Aktenzeichen XY ... ungelöst“: „Bitte brecht euer Schweigen“

Die 16-jährige Auszubildende Seckin Caglar wurde am Abend des 16. Oktober 1991 in Köln-Poll vergewaltigt und ermordet. (Bild: Polizei Köln)
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Die Suche in der Nacht blieb erfolglos, doch am nächsten Morgen herrschte traurige Gewissheit: Wenige Meter von der Haltestelle „Poll-Autobahn“ fand ihr Onkel die Leiche von Seckin Caglar in einem Gebüsch. Die 16-Jährige wurde vergewaltigt und anschließend erwürgt. Auf ihrem Körper fand die Spurensicherung DNA des Täters.
Was genau an diesem Abend passiert ist, wo Seckin Caglar auf ihren Mörder traf, und wer die Tat verübte, ist bis heute unklar. Die Ermittlerinnen und Ermittler gehen davon aus, dass der Täter spontan und schnell handelte, denn das Tatzeitfenster ist gering: Die Polizei vermutet, dass die Tat zwischen 18.40 Uhr und 19.30 Uhr geschah.
„Ich denke auch, dass er ihr körperlich überlegen war“, sagte „Cold Case“-Ermittler Markus Weber im Podcast „Licht ins Dunkle“ im Jahr 2023. Er steht weiterhin im regelmäßigen Austausch mit dem Bruder von Seckin. Der ist mittlerweile über 40 und wandte sich vor zwei Jahren bei „Bild“ an die Bewohner des Stadtteils Köln-Poll: „Bitte brecht euer Schweigen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass niemand damals etwas gesehen oder gehört hat.“
Kripo Köln verspricht: „Wir geben keine Ruhe“
Alle Ermittlungen blieben seither erfolglos. So erhielt die Familie nach der Tat anonyme Briefe, die von einem angeblichen Täter erzählten, sich jedoch 20 Jahre später als Falschbehauptung erwiesen. Auch Zeugenaufrufe und ein Massen-DNA-Test bei über 300 Männern im Jahr 2023 brachten nicht den entscheidenden Hinweis.
Die Mordkommission setzt nun auf die Hilfe von „Aktenzeichen“-Moderator Rudi Cerne und seinen Zuschauerinnen und Zuschauern. „Dass der Mord an Seckin seit mehr als 34 Jahren unaufgeklärt ist, stellt für die Familie bis heute eine große Belastung dar“, schreibt die Polizei in einem aktuellen Statement. Auch für den Täter haben sie eine Nachricht: „Wir geben keine Ruhe. Es kann passieren, dass die Polizei morgen vor deiner Tür steht.“
Ansprechpartner für sachdienliche Hinweise ist die Ermittlungsgruppe Seckin Caglar:
- Tel.: 0221 229-1394
- E-Mail: poststelle.koeln@polizei.nrw.de
- Adresse: Walter-Pauli-Ring 2-6, 51103 Köln
