Die Schauspielerin kritisiert die Rollen-Einfalt für ältere Frauen und fordert von den Sendern endlich mehr Tiefe in den Drehbüchern.
Schauspielerin wird 76Iris Berben attackiert Oma-Klischees im Fernsehen

Schauspielerin Iris Berben hat die Darstellung älterer Frauen in Film und Fernsehen kritisiert und sich für vielschichtigere Rollenangebote ausgesprochen. (Archivbild)
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Schauspielerin Iris Berben hat die Darstellung älterer Frauen in Film und Fernsehen kritisiert und sich für vielschichtigere Rollenangebote ausgesprochen. Gegenüber dem Magazin „Politik & Kultur“ des Deutschen Kulturrats äußerte die 76-Jährige ihren Unmut über stereotype Figuren.
„Ich möchte nicht nur die patente, lustige, schräge oder liebliche Großmutter spielen“, betonte Berben. „Da ist ein Mensch mit eigenen Wünschen, Vorstellungen und Bedürfnissen. Die hören nicht auf.“
Iris Berben spricht sich gegen Rollenklischees aus
Zwar war Berben zuletzt in Produktionen wie „791 km“ (2023), „Der Spitzname“ (2024) und „Ein fast perfekter Antrag“ (2026) in gehaltvolleren Rollen zu sehen, dennoch gilt der Mangel an facettenreichen Charakteren für Frauen ab einem bestimmten Alter als strukturelles Problem der Branche.
Ähnlich äußerte sich Kollegin Teresa Weißbach. Die 45-Jährige verwies auf eine zunehmende Verjüngung des Personals im Fernsehen und sprach von einem „unerträglichen Trend, den die Sender nachahmen“.
Dies orientiere sich an US-amerikanischen Vorbildern, betreffe zunehmend auch Männer und gehe an der Wirklichkeit vorbei: „In Drehbüchern kommen immer wieder vor allem junge Frauen vor“, so Weißbach. „Das bildet unsere Alltagsrealität nicht ab. Frauen um die 50 starten doch oft noch einmal richtig durch: Die Kinder sind aus dem Haus, viele orientieren sich beruflich neu, blühen auf.“
Iris Berben wird für gesellschaftliches Engagement geehrt
Neben ihrer schauspielerischen Arbeit wird Berben in Kürze für ihr gesellschaftliches Engagement geehrt: Am 24. September erhält sie den Deutschen Kulturpolitikpreis 2026. Der Deutsche Kulturrat zeichnet sie damit für ihren Einsatz gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus aus.
Zuletzt sorgte auch Ende 2024 eine Arte-Dokumentation über Iris Berben für Diskussionen: Der Sender hatte sie darin als „Grande Dame des deutschen und internationalen Kinos“ und „Weltstar“ bezeichnet.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer kritisierten die Darstellung daraufhin als übertrieben, da Berbens große Erfolge wie „Rosa Roth“ oder „Das Erbe der Guldenburgs“ vor allem im deutschen Fernsehen lagen und internationale Kinoauftritte wie in „Triangle of Sadness“ eher die Ausnahme blieben. (jag)
