Im Prozess gegen den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit sorgen neue Aussagen zu einem mutmaßlichen Streit mit seiner Ex für Aufsehen.
Würgegriff oder Notwehr?Marius Borg Høiby verstrickt sich in Widersprüche

Marius Borg Høiby und sein Stiefvater Kronprinz Haakon. (Archivbild)
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Wie das norwegische Portal „Nettavisen“ berichtet, hat sich Marius Borg Høiby am 14. Verhandlungstag im Prozess um Gewaltvorwürfe gegen seine Ex-Partnerin Nora Haukland teilweise widersprochen.
Im Zentrum stand ein mutmaßlicher Vorfall in der gemeinsamen Wohnung in Oslo, bei dem Haukland angibt, gewürgt worden zu sein. Der 29-Jährige bestritt den Vorwurf grundsätzlich, musste jedoch einräumen, sich nicht mehr exakt an die Art des körperlichen Kontakts erinnern zu können. Seine wechselnden Aussagen rückten damit selbst in den Fokus der Verhandlung.
Halsgriff im Fokus: Høiby schildert Version des Streits in Oslo
Nach seiner Darstellung habe Haukland ihm während eines Streits einen Finger in die Nase gesteckt, um möglichen Drogenkonsum zu überprüfen. Er habe sie daraufhin lediglich weggestoßen, um den schmerzhaften Kontakt zu beenden.

Marius Borg Høiby vor Gericht.
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Auf Nachfragen erklärte Høiby jedoch, nicht sicher sagen zu können, wie genau er sie dabei gehalten habe. Gleichzeitig betonte er mehrfach, nichts getan zu haben, um ihre Atmung zu behindern. Diese Aussagen sorgten im Gerichtssaal für erneute Nachfragen zur genauen Abfolge des Geschehens.
Weitere Vorwürfe im Prozess: Beobachtungen eines Wachmanns thematisiert
Neben dem mutmaßlichen Vorfall in der Wohnung wurde auch ein weiterer Zwischenfall behandelt. Ein Wachmann soll beobachtet haben, wie Høiby seine damalige Partnerin nach einem Streit gegen eine Wand gedrückt habe.
Der Angeklagte wies den Vorwurf eines Würgegriffs zurück und schilderte die Situation als Streit ohne gezielte Gewaltanwendung. Zudem erklärte er, die Beziehung sei von wiederkehrenden Konflikten geprägt gewesen, bei denen es nach seiner Darstellung auch gegenseitige Ohrfeigen gegeben habe.
Beziehungskonflikte und Aussagen belasten Prozess gegen Høiby
Auch einen von Haukland geschilderten Vorfall auf dem Anwesen Skaugum bestritt Høiby. Er räumte zwar ein, es könne in der Beziehung zu körperlichen Auseinandersetzungen gekommen sein, widersprach jedoch der Darstellung eines gezielten Angriffs mit einer Besteckschublade.
Der Prozess dreht sich damit zunehmend um unterschiedliche Schilderungen der Beteiligten und deren Glaubwürdigkeit. Die Aussagen des 29-Jährigen stehen weiterhin im Mittelpunkt der Beweisaufnahme, während das Verfahren in Norwegen große öffentliche Aufmerksamkeit erhält. (jag)

