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Mark Medlock meldet sich nach fast zehn Jahren zurückDas sind die Musik-Highlights der Woche

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Mark Medlock feiert nach fast zehn Jahren sein Album-Comeback. (Bild: Marcel Brell)

Mark Medlock feiert nach fast zehn Jahren sein Album-Comeback. (Bild: Marcel Brell)

Marilyn Manson, Sparks und Mark Medlock, der fast zehn Jahre nach seiner letzten Platte ein neues Album mit alten Hits und neuen Songs vorlegt. Erfahren Sie hier, was neu, wichtig und hörenswert ist in der Welt der Musik.

Deutschland im Jahr 2007: Wenige Monate nach dem „Sommermärchen“ der Fußball-WM in Deutschland beschert die deutsche Handballnationalmannschaft der Herren dem Land mit ihrem überraschenden WM-Sieg ein „Wintermärchen“, Eisbär Knut wird im März zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert, und Mark Medlock gewinnt die vierte Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ bei RTL. Vor dem gebürtigen Frankfurter liegen erfolgreiche Jahre: Sein am 11. Mai veröffentlichter Siegertitel „Now or Never“ belegt auf Anhieb Platz eins der Single-Charts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das im Juni folgende Debütalbum „Mr. Lonely“ schafft es hierzulande ebenfalls die Spitze der Charts. Von den anschließenden sechs Studioalben erreichen drei die Top fünf und eines immerhin die Top 50 der Album-Charts. Ab 2017 folgt eine längere Pause für den Soul-Pop-Künstler, die er nun mit seinem achten Studioalbum offiziell beendet. Neues und Hörenswertes gibt es außerdem von Marilyn Manson und Sparks.

Mark Medlock - Back into the Sun

Ihr könnt mich sehen, aber seht ihr mich wirklich? - Marilyn Manson (hier 2020 in Beverly Hills) gibt seinen Fans auf seinem neuen Album reichlich Stoff zum Nachdenken - und zum Rocken. (Bild: 2020 Getty Images/Frazer Harrison)

Ihr könnt mich sehen, aber seht ihr mich wirklich? - Marilyn Manson (hier 2020 in Beverly Hills) gibt seinen Fans auf seinem neuen Album reichlich Stoff zum Nachdenken - und zum Rocken. (Bild: 2020 Getty Images/Frazer Harrison)

Lange Zeit war es still um ihn, nun feiert Mark Medlock sein großes Comeback: Fast zehn Jahre nach dem letzten Album kehrt der DSDS-Gewinner von 2007 mit seiner neuen Platte „Back into the Sun“ ins Musikgeschäft zurück. Darin vereint der heute 48-jährige Sänger, der einst mit seiner markanten Soulstimme und Unterstützung von Dieter Bohlen Charterfolge feierte, aktuelles Material und neu aufgelegte frühere Hits. Der Titelsong gibt das sommerliche Flair vor, auch die weiteren neuen Stücke „Heartbeat in Havanna“ und „Dancing through the Summer Rain“ setzen auf leichtfüßig-tanzbare Latin-Rhythmen.

Die Neukompositionen knüpfen gekonnt an aufgefrischte Klassiker an: Von den Nummer-eins-Songs „Now or Never“ und „You Can Get It“ (jeweils 2007) über Sommerhits wie „Mamacita“ (2009) bis zu gefühlvolleren Stücken wie „Forever“ (2009) oder „Seven Days“ (2007) vereint das neue Album neu arrangierte Versionen der wichtigsten Medlock-Songs. Die „Phase kreativer Weiterentwicklung“, wie es offiziell heißt, hat der in Offenbach aufgewachsene Sohn eines US-Amerikaners jedenfalls genutzt, um die Erfolge der Vergangenheit für neue Generationen zugänglich zu machen und seinen bewährten Stil mit modernen Sounds zu schärfen. Ein energetisches Pop-Album mit positiven Vibes, wenn auch mit begrenztem Tiefgang.

Marilyn Manson - One Assassination Under God - Chapter 2

Das Artwork spricht mal wieder Bände: Marilyn Manson ist auf „One Assassination Under God - Chapter 2“ nicht zu greifen. (Bild: Nuclear Blast)

Das Artwork spricht mal wieder Bände: Marilyn Manson ist auf „One Assassination Under God - Chapter 2“ nicht zu greifen. (Bild: Nuclear Blast)

Früher, in den 90er-Jahren, war Marilyn Mansons Werk die reine Provokation: die wütende, abgründige, aber auch sehr intelligente Grusel-Inszenierung eines außerhalb der Gesellschaft der „Beautiful People“ stehenden Exzentrikers. Der rasante Aufstieg des außergewöhnlichen Künstlers schien folgerichtig und unaufhaltsam. Doch nach diversen Häutungen, Abstürzen, Skandalen und hitzig geführten Diskursen rund um den Sänger, der bürgerlich Brian Hugh Warner heißt, hat sich sein Ansatz merklich gedreht. Manson, der Künstler, die Kunstfigur, die Band, wie auch immer man das sehen möchte, hinterfragt seine Rolle in der Welt heute vielschichtiger und durchaus (selbst-)kritisch. In „Exit Wound“, einer von zwei vorab veröffentlichten Singles aus seinem neuen Album, geht er direkt in die Debatte: „Will they want you if your hands are clean?“ - „Wollen sie dich noch, wenn deine Hände sauber sind?“ Das ist fast schon eine Umkehrung der üblichen Moralfrage. Es geht nicht mehr nur um schuldig oder nicht schuldig, nicht mehr um die Rechtfertigung, sondern um das Hinterfragen von Vorurteilen und um die Überlegung: Was würden die Leute von dir halten, wenn du keine Schuld auf dich geladen hättest?

Auf ihrem ersten Live-Album melden sich Sparks nach eigenen Aussagen direkt vom Mond.  (Bild: Transgressive (H'Art))

Auf ihrem ersten Live-Album melden sich Sparks nach eigenen Aussagen direkt vom Mond. (Bild: Transgressive (H'Art))

Inhaltlich wie musikalisch ist Mansons 13. Studioalbum also keineswegs die nostalgische Selbstbeweihräucherung, die man vielleicht hätte befürchten können. In den Adern des blassen Megastars ist noch erstaunlich viel Druck. Die düsteren Stampfer haben jede Menge Wucht - und die ist auch vonnöten, um in Tracks wie „The Arsonist“ (“Der Brandstifter“) oder „Front Toward Enemy“ die mithin um die Ecke gedachten Auseinandersetzungen Mansons mit sich selbst und der Welt angemessen zu transportieren. Manson gibt sich zugleich aggressiv und nachdenklich, melodisch und rüde. Fans dürfte dieses Uneindeutige, die allgegenwärtige Ambivalenz freuen. Er ist wieder da. Und doch nicht zu greifen. Ein unheliger Krawallmacher, der sein treues Publikum über den Lauf der Dinge grübeln lässt. All jene, die bis dato nichts mit Manson anfangen konnten, werden natürlich auch jetzt keinen Zugang finden. Unterm Strich gibt das neue Werk kräftig Zunder und knüpft nahtlos an die trotzige Aufbruchstimmung des Vorgängers „One Assassination Under God - Chapter 1“ an, der 2024 eine Art Comeback für die Industrial-Rock-Combo markierte.

Sparks - Live On The Moon

Wenn es nach Sparks geht, dann ist der Titel ihres neuen Albums durchaus wörtlich zu verstehen: „Nach unserer Welttournee 2025 nahmen Sparks eine Einladung zu einem einmaligen Sonderkonzert auf dem Mond an, genauer gesagt im Taruntius-Krater in der Nähe des Mare Fecunditatis“, erklären die Brüder Ron und Russell Mael in einer Presseankündigung der Platte: „Es war uns eine Ehre, als erste Band auf dem Mond aufzutreten, ganz zu schweigen vom wunderschönen Taruntius-Krater.“

„Live On The Moon“ ist in der Tat ein Live-Album (das erste in der 54 Jahre andauernden Karriere der US-amerikanischen Art Rock Band). Es umfasst 20 altbekannte Titel aus der Bandgeschichte, darunter Klassiker wie „This Town Ain't Big Enough for Both of Us“ (1974) und „The Girl Is Crying in Her Latte“ (2023), aber auch viele aktuelle Songs aus ihrem 2025 veröffentlichten 28. Studioalbum „MAD!“, das im Vereinigten Königreich Platz zwei der Albumcharts erreichte - die bisher höchste Platzierung für Sparks. Auch der thematisch passende Song „The Number One Song In Heaven“ aus dem Jahr 1979 ist natürlich mit dabei.

Ob das Album jedoch wirklich auf dem eigentlich schalllosen Erdtrabanten aufgenommen wurde? Diese Frage muss wohl jeder Fan für sich selbst entscheiden. Auch ist nicht klar, wer die Band dorthin eingeladen haben könnte: War es die NASA oder doch eher der Mann im Mond höchstpersönlich? Unumstritten ist die Tatsache, dass Sparks für dieses ungewöhnliche musikalische PR-Projekt einen echten Superstar verpflichten konnten: Die zweifache Oscar-Gewinnerin Cate Blanchett übernimmt die An- und Abmoderation des 2025 aufgezeichneten Konzerts. „Cate war auf dem viertägigen Flug der Mission ein echter Spaßvogel und hat uns mit stundenlangen Witzen über die Schwerkraft und Ähnlichem die Zeit verkürzt“, schwärmen Sparks.

Derzeit ist die Band übrigens wieder ganz bodenständig auf irdischer Tournee: Nach Auftritten in Japan, Australien und erstmals in Neuseeland sind sie im August noch in den Niederlanden, Frankreich, Großbritannien und Belgien live zu sehen. Über mögliche Konzerte in Deutschland ist nichts bekannt. (tsch)