Im Vereinigten Königreich wird über die intensive Nutzung der Helikopterflotte der Königsfamilie debattiert.
„Zwei Erdumrundungen“Palast verteidigt intensive Fliegerei der Royals nach Kritik

Prinzessin Kate, Prinz William, Donald Trump und König Charles beim Staatsbesuch des US-Präsidenten im September 2025. (Archivbild)
Copyright: Aaron Chown/Pool PA/dpa
Der Buckingham-Palast hat auf Berichte reagiert, die zuletzt für Aufmerksamkeit sorgten, und erklärt, wie die königliche Familie Hubschrauber nutzt. Wie die Tageszeitung „The Telegraph“ am 4. Januar berichtete, haben zwei seit Februar 2025 eingesetzte Hubschrauber mittlerweile rund 58.000 Meilen zurückgelegt. Das entspricht einer Strecke von mehr als zwei Erdumrundungen.
Buckingham-Palast gibt Erklärung ab
Ein Sprecher des Palastes rechtfertigte die Verwendung und führte laut dem Magazin „People“ aus, dass Hubschrauber ein fundamentaler Teil der Reiseorganisation seien. Sie würden es den Royals ermöglichen, entlegene Gebiete des Vereinigten Königreichs aufzusuchen, die mit anderen Verkehrsmitteln nicht leicht erreichbar sind.

König Charles steigt in einen Hubschrauber. (Archivbild)
Copyright: IMAGO/News Images
Des Weiteren könnten durch die Helikopter mehrere dienstliche Termine an einem Tag absolviert werden, was die Reiseplanung effizienter mache. Die Gesamtflugzeit der Fluggeräte summierte sich von Ende Februar 2025 bis Ende November auf 420 Stunden.
Der Beschluss, zwei neue Hubschrauber vom Typ AgustaWestland AW139 zu leasen, wurde im Juni 2024 verkündet, um die 15 Jahre alten Sikorsky-Modelle abzulösen. Meldungen zufolge setzen Prinz William und die 43-jährige Prinzessin von Wales die neuen Fluggeräte für gemeinsame sowie für separate Termine ein.
Auch Prinzessin Anne gehört zu den regelmäßigen Nutzenden und ermöglichte im Herbst Schülern in Liverpool eine spontane Besichtigung des Helikopters, nachdem dieser auf einem benachbarten Schulgelände gelandet war.
Meinungsverschiedenheit zwischen König Charles und Prinz William
König Charles hingegen steht dem Gebrauch von Hubschraubern anscheinend skeptisch gegenüber. Laut dem Bericht gilt der 77-jährige Monarch als „ziemlich allergisch“ in Bezug auf die Helikopternutzung und äußert Bedenken, wenn dieses Transportmittel erwogen wird.
Der Autor Robert Jobson führt in seiner Biografie „Catherine, the Princess of Wales“ an, dass es eine Auseinandersetzung über die Sicherheit zwischen dem König und Prinz William gab, als William seine Familie per Hubschrauber beförderte. Speziell nach der Bekanntgabe der Krebsdiagnose des Monarchen im Februar 2024 soll dies ein Thema sein.
Grundlage der Besorgnis ist eine ungeschriebene Konvention, nach der direkte Thronerben nicht zusammenreisen sollen, um die Monarchie im Falle eines Unglücks zu sichern. Graham Laurie, ein ehemaliger Pilot von König Charles, gab 2023 in einem Podcast an, dass bereits nach Prinz Williams zwölftem Geburtstag die Genehmigung der Queen für gemeinsame Flüge der Familie erforderlich gewesen sei.

