In einem seltenen TV-Auftritt hat die Schauspielerin über die teils schwierigen Dreharbeiten zur Kultserie „Die Unverbesserlichen“ gesprochen.
„Die Unverbesserlichen“Monika Peitsch in der „NDR Talkshow“ über ihre „Hassliebe“ zu Inge Meysel

Monika Peitsch zu Gast in der „NDR Talk Show“.
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Monika Peitsch ist eine der prägenden Persönlichkeiten des deutschen Fernseh- und Theaterlebens. Generationen von Zuschauern kennen sie als Tochter von Inge Meysel aus der Kultserie „Die Unverbesserlichen“. Seit ihrem Rückzug aus dem aktiven Schauspielgeschäft um das Jahr 2010 wurde es still um die beliebte Schauspielerin. Umso überraschender kam nun ihr Auftritt in der „NDR Talk Show“ am vergangenen Freitag.
Ein gelassener Blick auf das Alter
Im Gespräch mit den Gastgebern wirkte Peitsch, die im Dezember ihren 90. Geburtstag feiert, erstaunlich vital und reflektiert. Angesprochen auf ihr hohes Alter, zeigte sie sich dankbar für ihre Gesundheit: „Ich kann laufen, ich kann hören – ich bin dankbar, dass das funktioniert.“
Zwar räumte sie ein, dass der bevorstehende 90. Geburtstag aufgrund der zeitlichen Perspektive ein besonderer Meilenstein sei, betonte jedoch ihre anhaltende Lebensfreude und ihre unveränderte Begeisterung für das Reisen und die Kunst.
Erinnerungen an Inge Meysel: Eine professionelle „Hassliebe“
Besonders aufmerksam verfolgte das Publikum ihre Schilderungen über die Zusammenarbeit mit der legendären Inge Meysel. Peitsch sprach von einer „Hassliebe“, die ihre gemeinsame Arbeit am Set von „Die Unverbesserlichen“ prägte. Sie beschrieb Meysel zwar als „tolle“ und „sehr soziale“ Frau, die junge Kollegen unterstützte, doch die Dreharbeiten seien oft fordernd gewesen.
Peitsch erinnerte sich an komplizierte Momente bei Mehrkamera-Produktionen: „Sie war schwierig, wenn wir mit fünf Kameras drehten.“ Meysel habe sich am Set gerne über die Positionierung der jüngeren Kollegin beschwert – für Peitsch, die nach eigener Aussage „genau auf der Markierung“ stand, ein wiederkehrendes Ärgernis.
Irgendwann habe sie genug davon gehabt und Meysel bei einer Auseinandersetzung schlagfertig Kontra gegeben. Rückblickend mutmaßte Peitsch, dass es gerade diese „freche“ Art und ihre Standhaftigkeit gewesen sein könnten, die Meysel letztlich an ihr schätzte.
Späte Hochzeit nach 46 Jahren
Auch private Details kamen zur Sprache, etwa ihre Hochzeit mit dem Architekten Sven Hansen-Höchstädt, die sie erst im Alter von 80 Jahren vollzog. Die Entscheidung fiel nach 46 Jahren gemeinsamen Lebens – maßgeblich beeinflusst durch ihren Sohn, der auf die praktischen Vorteile einer Ehe in späteren Jahren hinwies.
Trotz des offiziellen Schrittes bleibt Peitsch ihrer unangepassten Art treu: „Ich fühle mich gar nicht verheiratet“, kommentierte sie mit einem Schmunzeln.
Mit ihrem Auftritt unterstrich Monika Peitsch, dass sie auch nach Jahren der privaten Zurückgezogenheit nichts von ihrer Ausstrahlung und ihrer pointierten Art verloren hat. Es war eine willkommene Gelegenheit für das Publikum, eine Künstlerin wiederzuentdecken, die maßgeblich zur deutschen Fernsehgeschichte beigetragen hat.
