Zum 100. Geburtstag des großen Entertainers im Juni erinnern wir an elf seiner schönsten und bekanntesten Melodien.
Unvergessene EvergreensPeter Alexander zum 100. – Diese 11 Lieder werden bleiben

Der große Peter Alexander wäre am 30. Juni 1925 100 Jahre alt geworden. (Archivbild)
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Über Jahrzehnte hinweg prägte er die Unterhaltungskultur im deutschsprachigen Raum wie kaum ein Zweiter. Als Sänger, Schauspieler und Showmaster verstand es Peter Alexander, Leichtigkeit und handwerkliche Perfektion zu verbinden und ein Millionenpublikum vor den Bildschirmen zu versammeln.
Anlässlich seines 100. Geburtstags am 30. Juni 2026 lohnt sich ein Blick auf sein umfangreiches musikalisches Erbe, das weit über den klassischen Schlager hinausreicht. Die Auswahl reicht von den großen Hits bis hin zu selteneren, fast schon in Vergessenheit geratenen Stücken, die heute wieder eine ganz neue Relevanz besitzen.
„Die kleine Kneipe“ (1976)
Obwohl das Lied in Deutschland knapp die Chartspitze verpasste und sich mit Platz zwei begnügen musste, prägte es die spätere Phase seiner Karriere maßgeblich. Ursprünglich stammt die Melodie aus den Niederlanden, wo sie von Vader Abraham („Das Lied der Schlümpfe“) unter dem Titel „In 't kleine café aan de haven“ veröffentlicht wurde.
In der Version von Peter Alexander entwickelte sich das Stück mit seinem eingängigen Schunkelrhythmus zu einer Hymne auf die Gemütlichkeit und das einfache Leben am Tresen. Bis heute läuft der Klassiker regelmäßig im Schlagerradio und hat dort seinen festen Platz im Programm behalten.
„Der Papa wird's schon richten“ (1981)
Hier nahm der Entertainer den typischen bürgerlichen Familienalltag seiner Epoche aufs Korn. Seine augenzwinkernde Abrechnung mit jenen kleinen Krisen, die der Vater am Ende mit Geld oder gutem Zureden löst, ist ein zeitloser Klassiker geblieben. Unvergessen ist auch sein betont humorvoller Auftritt im „WWF-Club“.
Obwohl der Song mitten in der Ära von Neuer Deutscher Welle und Disco erschien, kletterte er problemlos bis in die deutschen Top 3. Das Stück bildet zudem einen der Höhepunkte in der Zusammenarbeit mit Ralph Siegel, der dem Entertainer bereits seit Anfang der siebziger Jahre als Komponist und Produzent erfolgreich zur Seite stand.
„Hier ist ein Mensch“ (1970)
Peter Alexander zeigte zu Beginn der 1970er-Jahre seine nachdenkliche und tiefgründige Seite. Der Titel war ein Schlager, der eben nicht nur die sprichwörtliche heile Welt predigte, sondern in einer gesellschaftlich unruhigen Zeit ganz konkret zu mehr Menschlichkeit und Nächstenliebe aufrief.
Wie tief sich das Stück in das kollektive Gedächtnis Österreichs einbrannte, zeigte sich Jahre später: 1984 überraschte der junge Falco bei einer Gala das Publikum mit einer verblüffend treffsicheren Peter-Alexander-Imitation genau dieses Liedes – ein legendärer Moment, der die beiden Generationen und Musikwelten kurz darauf auch für gemeinsame Auftritte in Alexanders TV-Shows zusammenbrachte.
„Wenn ich mit meinem Dackel von Grinzing heimwärts wackel“ (1965)
Das ursprünglich aus den 1940er-Jahren stammende Lied zeigt eine humorvolle, fast schräge Seite des Entertainers. Immerhin bellt er hier sogar. Erschienen auf seinem Album „Wiener G'schichten“, steht die augenzwinkernde Nummer stellvertretend für jene zahlreichen Wiener Lieder, die Peter Alexander im Laufe seiner Karriere immer wieder interpretierte.
Es war Teil seines Markenzeichens, unterschiedliche Strömungen der Unterhaltungsmusik – von Wiener und böhmischen Einflüssen bis hin zu Schlagern, chansonartigen Titeln und internationalen Standards – mit großer Leichtigkeit zu verbinden. In diesem skurrilen Gassenhauer besingt er beschwingt den feuchtfröhlichen Heimweg vom Heurigen – inklusive tierischer Begleitung.
„Ich zähle täglich meine Sorgen“ (1960)
Dieses Stück mit Pfiff ist die deutsche Interpretation des US-amerikanischen Country-Klassikers „Heartaches by the Number“, der in den USA ein großer Hit für Guy Mitchell war. Peter Alexanders Version wurde hierzulande ebenfalls zu einem riesigen Erfolg und stammt aus der gleichnamigen Musikkomödie.
Das Lied erinnert damit auch an seine unzähligen leichten Filmkomödien, die das Nachkriegskino prägten – allen voran Kassenschlager wie „Im weißen Rößl“ (1960), wo er als verliebter Oberkellner Leopold vergeblich um das Herz seiner Chefin warb, oder die Verwechslungskomödie „Charleys Tante“ (1963). Es sind jene Filme, die heute im Fernsehen kaum noch auf den Hauptsendern laufen und meist nur noch ein Schattendasein auf Spartenkanälen fristen.
„Komm ein bisschen mit nach Italien“ (1956)
Mit der großen Caterina Valente nahm Peter Alexander einige seiner schönsten Duette auf. Zu den ersten gehörte dieser beschwingte Sommerhit: Zusammen mit Valentes Bruder Silvio Francesco sang sich das Trio mitten in die Herzen der Deutschen, die damals gerade das Fernweh entdeckten.
Das Lied ist ein musikalisches Dokument der Wirtschaftswunderzeit und der kollektiven Sehnsucht nach dem sonnigen, aber für viele noch unerreichbaren Süden. Es knüpfte nahtlos an die ersten großen Erfolge des Duos Valente/Alexander an, die im Vorjahr mit Hits wie „Eventuell“ und „Sing, Baby, sing“ bereits Schlagergeschichte geschrieben hatten.
„Komm und bedien dich“ (1968)
Ein Beispiel für seine Qualitäten als Crooner, der das etwas angestaubte Image des Schlagers mit internationalem Material aufpolierte. Das Lied war die deutsche Version des Hits „Help Yourself“ von Tom Jones und stammte im italienischen Original („Gli occhi miei“) von Wilma Goich.
Bekanntheit erlangte der Song erneut durch seinen Einsatz im Kino: Er war Teil des Soundtracks der Komödie „Zum Teufel mit der Penne“ aus der Filmreihe „Die Lümmel von der ersten Bank“, in der Alexander neben Hansi Kraus im selben Jahr die Rolle des Undercover-Reporters Dr. Roland übernahm.
„In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine“ (1967)
Dieser Titel stammt ursprünglich aus dem Jahr 1944, wo er für den Ufa-Musikfilm „Die Frau meiner Träume“ mit Marika Rökk geschrieben wurde. In der Version von Peter Alexander wandelt sich die Nummer in ein humorvolles Spiel mit der Prüderie der Nachkriegszeit. Das Lied lebt von seinen augenzwinkernden Auslassungen und Andeutungen im Refrain, die dem Hörer die eigentliche Pointe überlassen – gegen Ende säuselt, flüstert und haucht er die Worte sogar nur noch ins Mikrofon.
Musikalisch spiegelt der Titel jene ausgeprägten Crooner-Qualitäten wider, die Alexander zeit seines Lebens gerne noch öfter gezeigt hätte. Er verehrte Frank Sinatra zutiefst, und so finden sich auch auf seinem Album „Zärtlichkeiten“ immer wieder feine, leichte Jazz-Farben, die dieses Werk zu einer seiner musikalisch stärksten Veröffentlichungen machen.
„Das machen nur die Beine von Dolores“ (1951)
Mit „Dolores“ begann seine Karriere im Studio: Das Lied gehört zu den frühen Schallplatten-Erfolgen auf Schellack, mit denen Peter Alexander aufhorchen ließ. Komponiert von Michael Jary und Bruno Balz, greift der Titel die Tango-Stimmung der frühen Nachkriegszeit auf und entführt das Publikum in eine klischeehafte Spanien-Fantasiewelt.
Der Song ist ein weiteres Beispiel für die damalige Sehnsuchts-Unterhaltung – und das Fundament für einen jungen Österreicher, der wenige Jahre später zu den prägenden Figuren des deutschen Schlagers zählen sollte.
„Wann stirbt die Welt“ (1979)
Hinter diesem Text verbirgt sich einer der ungewöhnlichsten Titel in der Karriere des Entertainers – und ein zutiefst persönlicher: Peter Alexander schrieb die Zeilen selbst. Er nahm darin bereits den Umwelt- und Naturschutzgedanken der kommenden achtziger Jahre vorweg und thematisierte das Vogelsterben oder die Ölpest im Meer.
Für das klassische Schlagerpublikum war diese düstere Mahnung, verpackt in eine Melodie von Ralph Siegel, allerdings zu viel des Guten. Konsequenterweise erschien das Lied nur auf der B-Seite der Single „Schwarzes Gold“ – ein seltenes Dokument dafür, dass der Künstler auch unbequeme eigene Gedanken ins Studio trug.
„Danke schön, es war bezaubernd“ (1967)
Das Lied ist ein weiteres Highlight aus einem seiner schönsten Alben, dem im Jahr 1967 erschienenen Werk „Zärtlichkeiten“. Später wurde das Stück traditionell zum feierlichen Schlusspunkt seiner großen Samstagabendshows und fand so auch den Weg auf einige seiner erfolgreichen Live-Alben, darunter das legendäre „Das Peter Alexander Konzert Live“ aus der Kölner Sporthalle.
Es handelt sich dabei um einen getragenen, eleganten Walzer. Untermalt von warmen Streichern und weichen Bläsern inszenierte Peter Alexander dieses Lied ganz bewusst als großes, emotionales Abschiedswerk. So auch bei seinem letzten großen Fernsehauftritt in der ZDF-Jubiläumsshow „Peter ‚Dankeschön‘ Alexander wird 80“.
Mit dieser Melodie entließ er das Publikum in den Abend und hinterließ ein bleibendes Gefühl von Dankbarkeit und gegenseitiger Wertschätzung. Ein würdiger Abschluss für unsere Rückschau.

