Prinz Harry redet ehrlich über seine persönliche Geschichte und die Schwierigkeiten des Vaterseins.
Royal über VaterschaftPrinz Harry fühlte sich von Sohn Archie „getrennt“

Prinz Harry (Archivbild)
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Auf seiner viertägigen Tour durch Australien gewährte Prinz Harry persönliche Einblicke in seine Gefühlswelt als Vater. Bei einem Event in Melbourne äußerte er sich laut „Daily Mail“ sehr freimütig. Bevor er Vater wurde, so führte er aus, musste er sich von seiner Vergangenheit „reinigen“. Seinen Vortrag hielt er für die Organisation „Movember“, die sich für Männergesundheit einsetzt.
Prinz Harry ist derzeit mit Meghan auf Australien-Tour
Harry hob hervor, dass ihm bewusst war, „Dinge aus der Vergangenheit“ bewältigen zu müssen. Er strebe danach, für seine beiden Kinder Archie und Lilibet die „beste Version“ seiner Person zu sein. Er ergänzte, dass das Vatersein die bedeutendste und prägendste Aufgabe für einen Mann darstelle.

Prinz Harry steht bei seinem Australienbesuch am am „Pool of Reflection“ nach der Last-Post-Zeremonie am Australian War Memorial.
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Seine Erlebnisse erläuterte Harry weiter in einer Podiumsdiskussion mit Dr. Zac Seidler, dem Forschungsleiter von „Movember“. Er erwähnte eine empfundene „Trennung“ zu seinem Sohn Prinz Archie. Dieses Gefühl habe er gehabt, während seine Gattin Herzogin Meghan die Schwangerschaft durchlebte. Seine damalige Gefühlslage schilderte er so: „Meine Frau war diejenige, die Leben erschafft, und ich war da, um es zu bezeugen“.
Prinz Harry erhielt Ratschlag von Therapeuten
Ein wichtiger Ratschlag sei ihm von einem Therapeuten aus Großbritannien mitgegeben worden. Demnach solle er nach der Entbindung besonders auf seine Gemütsverfassung achten. Eine spezielle Begebenheit illustrierte dies, wie Harry erzählte: „Jedes Mal, wenn ich von der Arbeit kam – wenn ich gestresst war, fing Archie in dem Moment an zu weinen, als ich ihn hielt.“

Prinz Harry besichtigt am zweiten Tag seiner Australienreise die Wall of Remembrance am Australian War Memorial.
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Zudem sprach Harry über die gewandelte Rolle von Eltern gegenüber vorigen Generationen. Er sagte: „Aus meiner Perspektive sind unsere Kinder unser Upgrade“. Dabei machte er deutlich, dass er damit nicht über seinen Vater urteilen wolle. Vielmehr handle es sich um seine private Herangehensweise an die Kindererziehung. Um in der heutigen Welt bestehen zu können, sei es für Kinder notwendig, ein „Upgrade“ zu sein. Als Beispiel für Gesprächsstoff, der heute in Familien vorkommt, führte er soziale Medien an. Derartige Unterhaltungen habe es mit seinen eigenen Eltern niemals gegeben.
Prinz Harry spielt Football
Im Jahr 2003 wurde die Initiative „Movember“ in Melbourne ins Leben gerufen. Es handelt sich um eine weltweit tätige karitative Organisation. Die Verbesserung der Gesundheit von Männern steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Themenfelder wie seelische Gesundheit, die Vorbeugung von Suizid sowie Prostata- und Hodenkrebs zählen dazu.

Prinz Harry spielt einen Football während eines Australian Rules Football-Trainings der Western Bulldogs in Footscray, einem Vorort von Melbourne.
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Der Termin mit Harry wurde im Whitten Oval abgehalten. Das Stadion ist die Heimat des Australian-Rules-Football-Vereins Western Bulldogs. Als Präsent bekam er dort individualisierte kleine Trikots für seine Kinder Archie und Lilibet. Danach betrat er selbst den Rasen. Mit den Profispielern Tom Liberatore, Adam Treloar und Matthew Kennedy kickte er in seinen Chelsea-Boots.
Sichtlich erfreut zeigte er sich, als er auch mit einigen Kindern Ball spielte. Einem Jungen zollte er Anerkennung für seinen „guten Tritt“. Außerdem sah er einer Darbietung von Mitgliedern der Kindermusikband The Wiggles zu und deutete selbst einen kleinen Tanz an.
Acht Jahre sind seit dem letzten offiziellen Besuch des Ehepaares vergangen. Zu jener Zeit waren sie noch im Dienst der Krone tätig. Im Jahr 2020 legten sie ihre königlichen Aufgaben nieder und siedelten in die USA über. In Australien sorgt der jetzige Aufenthalt für geteilte Meinungen. Zwar wurden sie am Tag zuvor bei einer Visite in einem Melbourner Kinderhospital von vielen hundert Personen empfangen, doch es gibt auch laute kritische Stimmen. (jag)

