Abo

Horrende ProzesskostenPrinz Harry könnte Millionen-Fiasko bevorstehen

2 min
Prinz Harry verlässt den Londoner High Court. In dem Gerichtsgebäude beginnt der Prozess um die Klage von Prinz Harry und anderen Prominenten gegen den Verlag der „Daily Mail“.

Prinz Harry verlässt den Londoner High Court. (Archivbild)

Nach der verlorenen Klage droht Prinz Harry ein teures Nachspiel: Der High Court verhandelt über mögliche Millionen-Kosten.

Nach der verlorenen Klage gegen den britischen Medienkonzern Associated Newspapers Limited (ANL) könnte Prinz Harry mit hohen Prozesskosten konfrontiert werden. Der High Court in London verhandelt derzeit darüber, wie die Kosten des mehrwöchigen Verfahrens verteilt werden. Wie die britische Zeitung „The Mirror“ berichtet, geht es dabei um Summen in Millionenhöhe.

In dem Verfahren hatten der Herzog von Sussex sowie weitere prominente Mitkläger – darunter der Musiker Elton John und die Schauspielerin Elizabeth Hurley – dem Verlag der „Daily Mail“ vorgeworfen, Informationen illegal beschafft zu haben. Nach einem elfwöchigen Prozess wies das Gericht die Klage in einem 436 Seiten umfassenden Urteil zurück.

Prozesskosten übersteigen Deckung der Versicherung

Im Zentrum der aktuellen Anhörungen stehen die aufgelaufenen Verfahrenskosten. Nach Angaben von „The Mirror“ belaufen sich die Kosten der Beklagtenseite bis Juli 2026 auf knapp 40 Millionen Euro. Damit sollen sie das ursprünglich genehmigte Budget um mehr als 21 Millionen Euro überschreiten. Die Versicherung der Klägerseite decke dem Bericht zufolge jedoch lediglich eine Summe von knapp 19 Millionen Euro ab.

Der Rechtsvertreter des Verlags, Antony White, forderte vor Gericht eine Kostenerstattung auf sogenannter Indemnity-Basis – einer verschärften Erstattungsgrundlage. White warf den Klägern laut „The Mirror“ vor, den im Oktober 2022 begonnenen Rechtsstreit auch als medienwirksame Kampagne genutzt zu haben, um politischen Druck aufzubauen.

Richter entscheidet über Kostenverteilung

Der Anwalt der Klägerseite, Nicholas Bacon, wies diese Darstellung zurück. Er bezeichnete die Ausgaben der Gegenseite als unverhältnismäßig hoch und betonte, seine Mandanten hätten in gutem Glauben gehandelt. Eine Erstattung auf Entschädigungsbasis könne nach seiner Darstellung für die Kläger persönliche Zahlungsverpflichtungen in zweistelliger Millionenhöhe bedeuten.

Der zuständige Richter Matthew Nicklin kündigte an, seine Entscheidung über die Kostenverteilung nach den zweitägigen Anhörungen schriftlich bekannt zu geben, wie „The Mirror“ berichtet. (jag)