Große Trauer in der Rockwelt: Francis Buchholz ist tot. Der langjährige Bassist der Scorpions prägte den Sound der Band über Jahrzehnte.
Rock-LegendenScorpions trauern um langjähriges Mitglied

Scorpions in Berlin, v.li.: Francis Buchholz, Matthias Jabs, Klaus Meine, Herman Rarebell und Rudolf Schenker (Archivbild)
Copyright: imago/BRIGANI-ART
Die Rockwelt trauert um einen ihrer prägendsten deutschen Musiker. Francis Buchholz, der langjährige Bassist der Scorpions, ist am Donnerstag im Alter von 71 Jahren verstorben. Wie seine Familie mitteilte, erlag der Musiker den Folgen einer Krebserkrankung.
Francis Buchholz: Friedlich im Kreise der Familie eingeschlafen
In einer Erklärung bestätigte seine Ehefrau Hella den Verlust. Buchholz sei nach einem tapfer geführten Kampf gegen die Krankheit im Kreise seiner Liebsten friedlich eingeschlafen. „Francis war durch und durch ein Familienmensch“, ließen seine Angehörigen verlauten. Die Trauer in der Musikszene ist groß, da Buchholz als einer der Architekten des Welterfolgs der Scorpions gilt.
Buchholz gehörte der Band aus Hannover von 1973 bis 1992 an. In diese knapp zwei Jahrzehnte fiel die international erfolgreichste Ära der Gruppe. Mit seinem präzisen Bassspiel legte er das Fundament für Alben wie „Lovedrive“, „Blackout“ und das legendäre „Love at First Sting“.
Ob bei der Hymne „Rock You Like a Hurricane“ oder der Ballade „Still Loving You“ – sein Stil prägte den Sound, der die Scorpions zu weltweiten Superstars machte. Auch am historischen Erfolg von „Wind of Change“, dem Soundtrack des Mauerfalls, war er maßgeblich beteiligt.
Rückzug und späte Rückkehr
Nach dem kommerziellen Zenit mit dem Album „Crazy World“, zu dem er mit dem Song „Kicks After Six“ auch einen Beitrag als Co-Autor leistete, entschied sich Buchholz 1992 für den Ausstieg, um mehr Zeit für seine Familie und seine neugeborenen Zwillingstöchter zu haben. In den folgenden Jahren arbeitete er als Künstlerberater, Artist-Manager und Musikverleger.
Später kehrte er wieder auf die Bühne zurück, unter anderem mit Dreamtide, Phantom 5 sowie an der Seite seines ehemaligen Bandkollegen Michael Schenker bei Michael Schenker’s Temple of Rock.
Mit Francis Buchholz verliert die deutsche Musikgeschichte einen prägenden Bassisten der internationalen Rockszene. Er hinterlässt seine Ehefrau und drei Kinder.

