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Königshaus in der KriseSkandale stellen Mette-Marits und Haakons Zukunft infrage

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Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon blicken zur Seite.

Kronprinzessin Mette-Marit und Kronprinz Haakon stehen massiv unter Druck. (Archivbild)

Epstein-Akten und der Prozess gegen Sohn Marius setzen das norwegische Königshaus unter Druck und stellen Mette-Marits Zukunft infrage.

Das norwegische Königshaus steht derzeit unter erheblichem öffentlichen Druck. Auslöser sind zwei voneinander unabhängige, aber zeitlich zusammenfallende Entwicklungen: der laufende Strafprozess gegen Marius Borg Høiby, den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit, sowie neue Debatten über frühere Kontakte der Kronprinzessin zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Debatte um Kronprinzessin Mette-Marit und mögliche Rolle als Königin

In norwegischen Medien wird intensiv diskutiert, welche Auswirkungen diese Vorgänge auf das Vertrauen in die Monarchie haben. Besonders die zeitliche Nähe beider Themen verstärkt die Aufmerksamkeit. Während der Marius-Fall die Familie persönlich betrifft, werfen die Epstein-Kontakte grundsätzliche Fragen zum Urteilsvermögen und zur öffentlichen Rolle der Kronprinzessin auf.

Im Zentrum der Berichterstattung steht die Frage, ob Mette-Marit im Falle eines Thronantritts von Kronprinz Haakon politisch und gesellschaftlich tragbar bleibt. Die Zeitung „Aftenposten“ stellte diese Frage ausdrücklich und verwies darauf, dass die Entscheidung über Titel und Rolle formal beim künftigen König liege. Rechtlich wäre Mette-Marit als Ehefrau des Monarchen Königin-Gemahlin.

Kritik entzündet sich jedoch an der Tatsache, dass ihre Treffen mit Epstein zu einem Zeitpunkt stattfanden, als dessen Verurteilung bereits bekannt war. Kommentatoren betonen, dass es weniger um juristische Konsequenzen als um Glaubwürdigkeit und moralische Maßstäbe gehe, die an Mitglieder des Königshauses angelegt werden.

Konsequenzen, Kritik und offene Zukunftsfragen

Erste institutionelle Folgen sind bereits sichtbar. Die Organisation „Sex og Samfunn“ entzog Mette-Marit ihre Schirmherrschaft und begründete dies mit einem Vertrauensverlust.

Kronprinz Haakon und seine Mette-Marit lachen.

Kronprinzessin Mette-Marit (r) ist die Ehefrau von Norwegens Kronprinz Haakon. (Archivbild)

Zwar hat sich die Kronprinzessin öffentlich für ihre damaligen Kontakte entschuldigt, doch in der norwegischen Öffentlichkeit hält die Diskussion an. Medien thematisieren dabei auch ihre Rolle als Repräsentantin für soziale und humanitäre Anliegen.

Gleichzeitig gilt ein Rückzug des Kronprinzenpaares oder ein direkter Übergang der Thronfolge auf Prinzessin Ingrid Alexandra als sehr unwahrscheinlich. Kurzfristig ist daher vor allem mit einer anhaltenden Debatte zu rechnen, nicht mit strukturellen Veränderungen an der Spitze der Monarchie. (jag)