In „Love, Ted Bundy“ enthüllt Edna Martin herablassende Briefe ihres Cousins, die er kurz vor seiner Hinrichtung aus der Todeszelle schickte.
Ted BundyCousine des Serienmörders bricht ihr Schweigen über seine Briefe

Ted Bundy schien der typische nette Mann von nebenan zu sein, doch unter seiner glatten Oberfläche schlummerte eine Bestie. (Archivbild)
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Laut einem Bericht des US-Magazins „People“ gewährt Edna Martin, die Cousine des berüchtigten Serienmörders Ted Bundy, neue Einblicke in die Psyche eines der bekanntesten Kriminellen der Geschichte. Im Zentrum stehen dabei persönliche Briefe, die Bundy während seiner Zeit im Todestrakt in Florida an seine Verwandten schickte.
Ted Bundy: Zwischen Familienidylle und Abgrund
Die Korrespondenz und Martins persönliche Aufarbeitung sind Teil der neuen Dokumentation „Love, Ted Bundy“, die im Februar im US-Fernsehen ausgestrahlt wird. Martin, die heute 74 Jahre alt ist, beschreibt in dem Bericht die verstörende Dualität ihres Cousins. Während die Welt in ihm ein Monster sah, das in den 70er-Jahren mehr als 30 junge Frauen ermordete, kannte sie ihn als charmanten jungen Mann und engagierten Wahlhelfer.

Ted Bundy gehört zu den berüchtigsten Serienmördern der USA. (Archivbild)
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Die Briefkontakte begannen im September 1980, kurz nach dem Erscheinen des berühmten True-Crime-Bestsellers „The Stranger Beside Me“ von Ann Rule. Martin suchte damals das Gespräch mit Bundy, um ihn mit den Vorwürfen zu konfrontieren und eine Antwort auf das Unfassbare zu finden.
Ted Bundy zeigte keine Reue
Bundys Reaktionen in den Briefen beschreibt sie heute als herablassend und manipulativ: „Ich habe ihm voll und ganz vertraut. Und genau das war so unglaublich schockierend: herauszufinden, dass jemand, den man kennt, dem man wirklich vertraut hat [...] diese Bestie sein konnte.“
Trotz der erdrückenden Beweise gegen ihn leugnete Bundy in den Schreiben an seine Cousine jegliche Schuld. „Eines der Zitate, die er mir schrieb, war: ‚Ich habe keine Schuldgefühle, Reue oder Bedauern über irgendetwas, das ich getan habe.‘“ Er nutzte die Korrespondenz offenbar, um sein Image innerhalb der Familie aufrechtzuerhalten. Martin berichtet, dass er die Briefe stets mit den Worten „Love, Ted“ unterzeichnete – eine Geste, die angesichts seiner Taten heute besonders makaber wirkt.
Edna Martin: Ein Leben mit dem dunklen Erbe
Bereits im Juli 2024 veröffentlichte Edna Martin ihre Erinnerungen unter dem Titel „Dark Tide: Growing up with Ted Bundy“. Darin schildert sie, wie schwer es für sie war, das Bild des „netten Cousins“, der sie während ihrer Studienzeit an der University of Washington besuchte, mit dem des grausamen Mörders in Einklang zu bringen. „Er hatte diese funkelnden Augen und ein großes Lächeln, und er war ein guter Geschichtenerzähler. Wir sahen zu ihm auf wie zu einer sehr erfolgreichen Person“, erinnerte sich Edna Martin.
Bundy wurde schließlich am 24. Januar 1989 im Raiford-Gefängnis hingerichtet. Die neue Dokumentation „Love, Ted Bundy“, die am 15. Februar um 18.00 Uhr US-Zeit Premiere feiert, soll nun weiteres Licht auf die privaten Facetten hinter der Maske des Killers werfen. Für das deutsche Publikum dürften die Inhalte zeitnah über internationale Streaming-Plattformen oder Lizenzpartner zugänglich sein. (jag)

