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Machtgeste oder Versehen?Trump drängt Königin Camilla ab – Melania schreitet ein

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US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump begleiten König Charles III. und Königin Camilla durch die Kolonnade des Weißen Hauses.

US-Präsident Donald Trump und First Lady Melania Trump begleiten König Charles III. und Königin Camilla durch die Kolonnade des Weißen Hauses.

Trumps Protokoll-Fauxpas gegenüber Camilla wirbelt den Staatsbesuch von König Charles III. in Washington auf.

Es sind Momente wie diese, die in der Welt der Diplomatie noch Tage später für Gesprächsstoff sorgen. Beim ersten offiziellen Staatsbesuch von König Charles III. und Königin Camilla in den USA kam es bereits bei der Ankunft am Weißen Haus zu einer Szene, die Beobachter gleichermaßen als ungeschickt und bezeichnend empfanden. Während die transatlantische Allianz durch den Besuch eigentlich gefestigt werden soll, sorgte US-Präsident Donald Trump mit einem Protokoll-Fauxpas für Irritationen.

Ein unerwarteter Protokollbruch

Der Vorfall ereignete sich während der feierlichen Begrüßung am Südportal. Nach dem ersten Händeschütteln mit dem Monarchen vollzog Trump eine Bewegung, die in britischen Medien wie „The Guardian“ prompt als „Abdrängen“ gewertet wurde. Anstatt das Königspaar gemeinsam in die Residenz zu geleiten, schien der Präsident Königin Camilla den Weg abzuschneiden. Er wandte sich demonstrativ ab, um stattdessen Mitglieder seines Kabinetts per Handschlag zu begrüßen.

Camilla blieb für einen kurzen Augenblick sichtlich isoliert in der Empfangslinie zurück. Erst durch das schnelle Reagieren von First Lady Melania Trump, die das Gespräch suchte und die Königin weiterführte, konnte die Situation aufgelöst werden. In Londoner Regierungskreisen wird solch ein Verhalten traditionell als Bruch der Etikette gesehen: Den Monarchen oder dessen Begleitung in einer offiziellen Zeremonie zu übergehen, gilt als diplomatisches Versäumnis.

Zwischen persönlicher Anekdote und politischer Kälte

Die Stimmung des Besuchs ist ohnehin von Kontrasten geprägt. Während Trump bei einer Rede vor dem Weißen Haus mit einer privaten Anekdote überraschte – seine Mutter sei früher „verknallt“ in den jungen Charles gewesen –, ist das politische Klima deutlich kühler. Die Spannungen wegen des Iran-Krieges belasten die „Special Relationship“ schwer.

Melania Trump und Königin Camilla stehen nebeneinander.

Melania Trump eilte Königin Camilla (l) zur Hilfe.

Adelsexperten werten Trumps physische Präsenz und sein Abweichen vom Protokoll als bewusste Demonstration von Dominanz. Während er Königin Camilla in der Empfangslinie kurzzeitig isolierte, um sich vorab seinen eigenen Ministern zuzuwenden, suchte er beim König die direkte Nähe.

„Diese Berührung am Arm beim Hineingehen wirkte wie eine eher politische Geste“, analysierte die Körpersprache-Expertin Judi James in der „Daily Mail“ einen weiteren bemerkenswerten Moment. Sie beschrieb ihn als „machtbetontes Signal“, mit dem Trump die Führung übernahm und den König förmlich ins Gebäude lotste. Charles III. hingegen reagierte mit der gewohnten professionellen Gelassenheit eines Staatsoberhaupts, das bereits Jahrzehnte internationaler Erfahrung hinter sich hat.