Pan-Am-Flug 526A musste vor Puerto Rico notwassern. Nur 17 Personen überlebten – dabei hätten eigentlich viel mehr gerettet werden können.
52 Menschen starbenFlugzeugwrack nach 74 Jahren im Meer gefunden – Bedeutung für moderne Luftfahrt

Dieses zusammengesetzte Bild, das von der Air/Sea Heritage Foundation und Deep Sea Vision zur Verfügung gestellt wurde, zeigt ein Logo der Pan American World Airways am Bug des Wracks der Clipper Endeavor. Das Wrack der Maschine wurde nach mehr als 70 Jahren gefunden.
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Ein mehr als 70 Jahre altes Rätsel der Luftfahrt ist in der Karibik gelöst worden: Das Wrack einer Passagiermaschine, die 1952 abstürzte und seitdem als verschollen galt, ist vor der Küste Puerto Ricos gefunden worden. Bei dem Unglück kamen 52 Menschen ums Leben. Die Tragödie wurde Auslöser für neue Sicherheitsstandards in der Luftfahrt, die seither für Passagierflüge gelten.
Die Organisation Air/Sea Heritage Foundation (ASHF), eine US-Stiftung, hatte jahrelang nach dem Flugzeug gesucht. Eingebunden war zuletzt auch Deep Sea Vision, ein Tiefsee-Erkundungsunternehmen. Nun konnte Erfolg vermeldet werden: Vor der Nordküste Puerto Ricos wurden die Überreste von Pan-Am-Flug 526A mithilfe eines modernen Sonarsystems bereits am 2. Juni in rund 600 Metern Tiefe im Atlantik entdeckt.
Flug Pan-Am-Flug 526A endete im Atlantik
Das Wrack ist in zwei Teile gebrochen. Es konnte über die Fotos eindeutig identifiziert werden. Die Bilder zeigen laut ASHF deutlich das ikonische geflügelte Pan-American-Logo und den Flugzeugnamen. Beides war auf dem beschädigten, aber weitgehend intakten und gut erhaltenen Rumpf noch lesbar. Die Douglas DC-4 mit dem Namen Clipper Endeavor ist etwa so groß wie eine moderne Boeing 737.

Die Clipper Endeavor
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Am Karfreitag, dem 11. April 1952, startete die Maschine vom Flughafen San Juan zu einem achtstündigen Linienflug nach New York Idlewild (der heutige John F. Kennedy International Airport). An Bord befanden sich fünf Besatzungsmitglieder und 64 Passagiere. Kurz nach dem Start zwangen mehrere Triebwerksausfälle den Piloten zu einer Notwasserung. Das Flugzeug setzte um 12:20 Uhr etwa sieben Kilometer vor der Nordküste Puerto Ricos auf, wobei die Hecksektion des Flugzeugs abbrach.
Alle Insassen überlebten den Aufprall zunächst, die Kabine blieb intakt. Dann kam es allerdings zu chaotischen Szenen, da erhebliche Sprachbarrieren bestanden und kein koordinierter Evakuierungsplan existierte. Viele Passagiere weigerten sich, die Kabine zu verlassen, die Benutzung der Rettungswesten war unklar. In den hohen Wellen lief das Flugzeug voll Wasser und versank drei Minuten später im Atlantik. Neben den fünf Besatzungsmitgliedern überlebten nur zwölf Fluggäste das Unglück, auch dank des Einsatzes der US-Küstenwache und der Luftwaffe. 52 Menschen starben, 39 Leichen wurden nie geborgen.
Unglück von Pan-Am-Flug 526A steht für Wende in der Luftfahrt
Die Tragödie wurde zu einem entscheidenden Wendepunkt in der Geschichte der Luftfahrt. Die US-Behörde Civil Aeronautics Board, ein Vorläufer der heutigen Federal Aviation Administration (FAA), setzte weitreichende Reformen durch. So wurde die Sicherheitseinweisung der Passagiere vor dem Flug ebenso wie die Demonstration von Notfallverfahren obligatorisch. Durch diese Verfahren, die uns heute selbstverständlich erscheinen, konnten viele Leben gerettet werden.
Aus den historischen Unterlagen und Wetterdaten hatten die Forscher ein Gebiet von rund zehn Quadrat-Seemeilen rekonstruiert und wurden Anfang Juni dann fündig. Das Wrack der Clipper Endeavor ist in 600 Metern Tiefe unerreichbar, aber die Fundstelle soll nun unter Schutz gestellt werden. Außerdem setzt sich die Organisation für eine dauerhafte Gedenkstätte für die Opfer ein. Das Team steht nach eigenen Angaben auch mit betroffenen Familien und den beiden noch lebenden bekannten Überlebenden des Unglücks in Kontakt.
