Ein nur 1,5 Meter langer Walhai könnte Forschern helfen, das Rätsel um die Geburt der größten Fische der Welt zu lösen.
Seltener FundWinziges Walhai-Baby könnte großes Rätsel lösen

Ein erst 1,5 Meter langer Walhai könnte Forschern helfen, das Rätsel um die Geburt der größten Fische der Welt zu lösen. (Symbolbild)
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Der Fund liegt bereits fast zwei Jahre zurück, seine Bedeutung für die Forschung ist aber weiterhin groß: Im September 2024 entdeckten Fischer in Indonesien einen gerade einmal rund 1,5 Meter langen Walhai. Das Tier war vermutlich erst etwa vier Monate alt. Es könnte wichtige Hinweise darauf liefern, wo die größten Fische der Welt ihre ersten Lebensmonate verbringen. Das berichtet die BBC.
Die Entdeckung machten die Fischer auf der Saleh Bay auf der indonesischen Insel Sumbawa. Sie waren in der Nacht zum 6. September 2024 mit ihren traditionellen schwimmenden Fischplattformen, sogenannten Bagans, unterwegs. Kurz nach 4.30 Uhr bemerkten sie einen Walhai in einem Netz und informierten Wissenschaftler.
Für die Forscher war der Fund außergewöhnlich. Das Tier war lediglich etwa 1,35 bis 1,45 Meter lang. Ausgewachsene Walhaie können dagegen rund zwölf Meter erreichen. Der junge Walhai war damit nur etwa ein Zehntel so groß wie ein ausgewachsenes Tier.
Nur wenige Walhai-Babys sind bekannt
Die wissenschaftliche Auswertung des Fundes wurde Ende 2025 veröffentlicht. Die Forscher werteten den Walhai als Neonat, also als sehr junges Tier. Er gehört zu den wenigen Walhai-Neonaten, die überhaupt wissenschaftlich dokumentiert wurden. In der Fachliteratur waren bis dahin weltweit lediglich 33 solche Tiere beschrieben.
Besonders spannend ist der Fund, weil bis heute niemand beobachtet hat, wo Walhaie zur Welt kommen. Auch eine Paarung der riesigen Fische wurde bislang nicht in freier Wildbahn beobachtet. Der kleine Walhai aus der Saleh Bay könnte deshalb einen wichtigen Hinweis auf eine bislang unbekannte Kinderstube liefern.

Walhaie sind trotz ihrer gewaltigen Größe keine gefährlichen Jäger. Sie ernähren sich vor allem von Plankton und kleinen Meerestieren. (Symbolbild)
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Die Forscher vermuten, dass die geschützte Bucht ein wichtiges Aufzuchtgebiet sein könnte. Sicher ist das allerdings noch nicht. Das Tier könnte auch an einem anderen Ort geboren worden und anschließend in die Saleh Bay gelangt sein.
Bietet die Bucht Schutz für junge Walhaie?
Für einen jungen Walhai bietet die Saleh Bay offenbar günstige Bedingungen. Die Bucht ist von Mangroven umgeben und reich an Krill und anderen Nahrungsquellen. Zudem könnten sauerstoffarme Bereiche im Meer junge Walhaie vor einigen ihrer natürlichen Feinde schützen.
Walhaie sind trotz ihrer gewaltigen Größe keine gefährlichen Jäger. Sie ernähren sich vor allem von Plankton und kleinen Meerestieren. Die Tiere können zudem weite Strecken durch die Weltmeere zurücklegen. Nach Angaben der BBC wurde beispielsweise ein Walhai über eine Distanz von rund 7000 Kilometern verfolgt.
Die größten Fische der Welt sind allerdings gefährdet. Ihre Bestände sind laut BBC seit den 1980er-Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Zu den Gefahren zählen unter anderem Fischerei, Schiffsverkehr und die Folgen des Klimawandels.
In der Saleh Bay hat sich der Umgang mit den Tieren zugleich verändert. Walhaie wurden von örtlichen Fischern früher teilweise als Konkurrenten betrachtet. Inzwischen sind sie eine wichtige Attraktion für den Ökotourismus. Die Naturschutzorganisation Konservasi Indonesia setzt sich deshalb für den Schutz wichtiger Lebensräume in der Bucht ein.
Der Fund aus dem Jahr 2024 könnte damit noch lange Bedeutung für die Forschung haben. Denn wenn sich bestätigt, dass die Saleh Bay tatsächlich als Kinderstube dient, wäre das ein wichtiger Schritt, um die frühen Lebensphasen der größten Fische der Welt besser zu verstehen. (jag)
