War die Rettung von Wal „Timmy“ nur eine PR-Aktion? Die CDU in Mecklenburg-Vorpommern erhebt schwere Vorwürfe.
„Schwesigs fleißigster Minister“CDU greift Minister wegen „PR-Aktion“ um Wal „Timmy“ scharf an

Dieses von der Rettungsinitiative zur Verfügung gestellte Foto zeigt Helfer beim Buckelwal in einem gefluteten Lastschiff auf See. (Archivbild vom 30. April 2026)
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Das dramatische Tauziehen um Buckelwal „Timmy“ erreicht die politische Ebene und weitet sich zu einer Krise für die Landesregierung aus. Während das Schicksal des verschollenen Meeresriesen weiterhin völlig ungewiss ist, erhebt die CDU in Mecklenburg-Vorpommern nun schwere Vorwürfe gegen den Umweltminister des Landes Till Backhaus (SPD).
Die Opposition wirft der Regierungsspitze vor, die kostspieligen Rettungsversuche gezielt für die eigene Selbstdarstellung instrumentalisiert zu haben. Was als Rettungsmission begann, droht nun im parlamentarischen Schlagabtausch als reine Wahlkampf-Inszenierung entlarvt zu werden.
CDU wirft Minister Backhaus „Wahlkampf-Inszenierung“ vor
Umweltminister Till Backhaus (SPD) steht im Zentrum der Kritik. Die CDU wirft ihm vor, sich im Vorfeld der anstehenden Landtagswahl im Herbst als Retter des Wals dargestellt zu haben. Daniel Peters, Landesvorsitzender der CDU, sagte gegenüber der „BILD“, das Ziel seien wohl „viele Fotos von Schwesigs fleißigstem Minister“ gewesen. Zusätzlich bemerkte er: „Bei der Bergung des Wals wurde der politische Aktionismus des Ministers über fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse gestellt.“

Till Backhaus (SPD, l), Umweltminister von Mecklenburg-Vorpommern, und Carsten Schneider (SPD), Bundesumweltminister, sprechen am 8. Mai 2026 zum Abschluss der Umweltministerkonferenz in Leipzig.
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Um die Ereignisse aufzuklären, hat die CDU-Fraktion eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet. In dieser Anfrage werden verschiedene Aspekte kritisch geprüft. So soll beispielsweise ermittelt werden, ob die Zuständigkeit für die Maßnahme überhaupt bei Backhaus lag.
Opposition kritisiert SPD-Minister nach kostspieliger Millionen-Rettung
Des Weiteren wird die Frage aufgeworfen, warum Ausbaggerungen in einem Schutzgebiet zur Bergung des Tieres erlaubt wurden. Ein weiterer Aspekt betrifft die Meinungsänderung des Ministers. Dieser hatte den Wal zunächst als unheilbar krank bezeichnet, nahm dann aber doch an den Bergungsbemühungen teil.
Kern der Frage ist, ob die Bergung tatsächlich Erfolg versprechend war oder ob es sich lediglich um eine kostspielige PR-Aktion handelte. Für die Beantwortung der Anfrage hat Backhaus nun 20 Tage Zeit. Inzwischen wird der Wal als vermisst betrachtet und sein Tod wird angenommen.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD, r) geht durch das Wasser zum gestrandeten Buckelwal vor der Insel Poel. (Archivbild vom 26. April 2026)
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Ein Vorschlag des Ministers sorgt nun für weitere Debatten. Er möchte auf der Insel Poel eine lebensgroße Bronzeskulptur eines Wals aufstellen lassen. Wie „ZDF heute“ berichtet, sprach Backhaus von einem Denkmal mit „Symbolkraft für die ganze Welt“. Dieses könnte an der Stelle errichtet werden, an der das Säugetier über Wochen hinweg feststeckte.
Das zuständige Ministerium hat mitgeteilt, dass man sich ein derartiges Monument grundsätzlich vorstellen könne. Kritiker betrachten den Vorschlag jedoch mit Skepsis. Ein Grund dafür ist, dass das Schicksal des Wals nach wie vor unbekannt ist.
