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Tötungsdelikt im Fall YosefPolizei verkündet Ermittlungserfolg – Kind dringend tatverdächtig

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Absperrband der Polizei hängt an einem Holzpfosten. Der 14-jährige Yosef war Ende Januar tot an einem See südlich von Düsseldorf gefunden worden.

Absperrband der Polizei hängt an einem Holzpfosten. Der 14-jährige Yosef war Ende Januar tot an einem See südlich von Düsseldorf gefunden worden. 

Ein Kind steht nach dem tödlichen Verbrechen an dem 14-jährigen Yosef in Dormagen unter Verdacht, die Tat begangen zu haben. 

Im Fall des 14-jährigen Jugendlichen Yosef aus Dormagen ist eine dringend tatverdächtige Person gefasst worden. Über den Ermittlungserfolg informierten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag (05.02.2026).

Bei der oder dem Verdächtigen handele es sich um ein Kind. „Aus diesem Grund sowie aus Gründen des Persönlichkeits- und Jugendschutzes geben die Staatsanwaltschaft und die Polizei keine weiteren Auskünfte zu der Person oder zu den konkreten Umständen der Tat“, teilt die Polizei mit. 

Weitere Angaben, etwa zum Alter oder zum Geschlecht, machten die Ermittler vor diesem Hintergrund bewusst nicht, wie die Polizei in Neuss am Freitag mitteilte. Bis zum Alter von 13 Jahren wird in der Justiz noch von einem Kind gesprochen. Wie die Deutsche Presse-Agentur erfahren haben will, handele es sich bei dem Verdächtigen um einen 12 Jahre alten Jungen mit deutscher Nationalität.

Am Mittag wollen Polizei und Staatsanwaltschaft in einer Pressekonferenz über den aktuellen Stand der Ermittlungen informieren.

Fall Yosef: Kind nach tödlichem Verbrechen unter Verdacht

Der 14-jährige Yosef aus Eritrea war zunächst vermisst worden, ehe ein Spaziergänger seine Leiche an einem See in Dormagen südlich von Düsseldorf entdeckte. Die Obduktion des Leichnams ergab, dass der Teenager an Stich- und Schnittverletzungen starb, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in der Folge mit. Die Mordkommission „Waldsee“ wurde eingerichtet, zudem eine hohe Belohnung von 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt.

Am Wochenende hatten nach Polizeiangaben rund 2.000 Menschen an einem Trauerzug für den getöteten Jugendlichen teilgenommen. Die Stadt Dormagen hatte sich zutiefst bestürzt gezeigt. Der 14-Jährige habe seit dem Jahr 2018 in Dormagen in einer städtischen Unterkunft gelebt. Er habe eine städtische Schule besucht und sei voll in die Stadtgesellschaft integriert gewesen.

Die Stadt Dormagen steht nach dem gewaltsamen Tod von Yosef zusammen.

Die Stadt Dormagen steht nach dem gewaltsamen Tod von Yosef zusammen.

Die Bekanntgabe der Festnahme eines dringend tatverdächtigen Kindes erfolgt am selben Tag, an dem in Dormagen eine öffentliche Trauerfeier auf dem Sportgelände des FC Delhoven geplant ist. Yosef war hier Vereinsmitglied.

Öffentliche Trauerfeier für Yosef aus Dormagen

Bei der öffentlichen Trauerfeier für Yosef am 6. Februar um 13.30 Uhr auf dem Kunstrasensportplatz in Delhoven sind laut Stadt alle Menschen eingeladen, die sich von Yosef verabschieden möchten. Das Programm sieht eine einstündige Trauerfeier vor, auf der unter anderem Bürgermeister Erik Lierenfeld sprechen wird. Es folgen Musikstücke sowie Wortbeiträge von engen Begleitern von Yosef.

Zu Hintergründen oder Details der Tat äußerten Polizei und Staatsanwaltschaft sich am Donnerstag nicht. Auch ein mögliches Motiv bleibt somit vorerst unklar. (pst)