Eine gigantische Wasserhose ist vor Friedrichshafen über den Bodensee gezogen – der DWD geht von Windgeschwindigkeiten bis zu 150 km/h aus.
Mit 150 km/hMächtiger Tornado fegt über Bodensee – atemberaubende Videos

Eine Wasserhose hat sich über dem Bodensee gebildet.
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Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) hat sich vor Friedrichshafen auf dem Bodensee am Mittwoch (1. Juli) ein Tornado gebildet. Die Wasserhose war demnach rund 15 Minuten lang zu sehen und zog anschließend in Richtung Lindau (Bayern) weiter, wie DWD-Meteorologe Kai-Uwe Nerding mitteilte.
Zur Größe, also etwa zur Höhe oder zum Durchmesser, könne er keine Angaben machen. Der Wasserschlauch wirkte auf verschiendenen Videos aber gigantisch. Die Windgeschwindigkeit lasse sich nur schwer schätzen, er gehe aber von etwa 100 bis 150 Kilometern pro Stunde aus.
Tornado zieht mit 150 Kilometern pro Stunde über den Bodensee
Da sich der Wirbel ausschließlich über dem Wasser gebildet habe, seien keine Schäden bekannt. Auch die Wasserschutzpolizei meldete demnach keine Notfälle auf dem See. Nerding warnte allerdings, dass in der Region am Nachmittag weitere Tornados nicht ausgeschlossen seien.
Die Sichtung der Windhose auf dem Bodensee sorgte auch in den sozialen Medien für große Aufmerksamkeit. Zahlreiche Videos und Fotos von der beeindruckenden Wettererscheinung, die sich über dem Wasser drehte, verbreiteten sich rasend schnell auf Plattformen wie Instagram, TikTok und X. Viele Nutzer zeigten sich fasziniert von dem seltenen Naturschauspiel und teilten dramatische Aufnahmen, die sie von Booten oder vom Ufer aus gemacht hatten.
Tornados auf dem Bodensee sind laut DWD kein seltenes Phänomen. Auffällig war in diesem Fall, dass die Wasserhose vom Ufer aus, beispielsweise von Wasserburg aus, besonders gut zu beobachten war. Die Gewitterzelle, die den Tornado ausgelöst hat, hat sich inzwischen wieder aufgelöst.
Nerding erklärte zur Entstehung, dass in den unteren Luftschichten eine Rotation vorgelegen habe, die in Verbindung mit den Aufwinden der Gewitterzelle die Tornadobildung begünstigt habe. Aufgrund der aktuellen Wetterlage seien ähnliche Ereignisse auch in Oberschwaben und im Allgäu möglich. Dort gibt es derartige Tornados zwar einige Male im Jahr, bei entsprechender Stärke können sie jedoch Schäden verursachen, etwa umgeknickte Bäume oder abgedeckte Dächer. (mbr/dpa)