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„Wir haben Truthähne im Ofen“Güterzug mit Schwefel in den USA entgleist – Evakuierungen an Thanksgiving

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Güterzüge stehen auf einem Abstellgleis.

Güterzüge stehen auf einem Abstellgleis. (Symbolbild)

Ausgerechnet am wichtigsten Familienfest des Jahres mussten Bewohner im US-Bundesstaat Kentucky ihre Häuser verlassen.

In den USA ist ein Güterzug entgleist und in Flammen aufgegangen. Der unter anderem mit flüssigem Schwefel beladene Zug war am Mittwochnachmittag nahe der Ortschaft Livingston im Bundesstaat Kentucky verunglückt. Weil sich ausgelaufener Schwefel entzündete, forderten die Behörden die Anwohner auf, vorsichtshalber ihre Häuser zu verlassen - ausgerechnet am US-Feiertag Thanksgiving.

Wie das Bahnunternehmen CSX mitteilte, waren mindestens 16 Waggons des Güterzugs aus den Schienen gesprungen. Aus zwei Waggons trat demnach flüssiger Schwefel aus, der in Brand geriet. „Wenn flüssiger Schwefel verbrennt, wird Schwefeldioxid freigesetzt“, erklärte das Unternehmen. Schwefeldioxid ist ein gesundheitsschädliches Gas, das auch die Umwelt schädigen kann.

Anwohner in Livingston wegen Evakuierung an Thanksgiving „ausgeflippt“.

Kentuckys Gouverneur Andy Beshear rief noch am Mittwochabend den Notstand in dem betroffenen Gebiet aus, um Hilfsmaßnahmen zu erleichtern. Die Behörden rieten den Anwohnern, vorsorglich ihre Häuser zu verlassen. Auch CSX rief „besorgte Anwohner“ auf, vorübergehend in Hotels umzuziehen. Die Hotelzimmer werden von dem Unternehmen bezahlt.

Das Unglück ereignete sich am Vorabend von Thanksgiving, der US-Version des Erntedankfestes und für viele Menschen in den USA das wichtigste Familienfest. Die Anwohnerin Linda Todd kam in einer Sporthalle unter und berichtete im Lokalfernsehen, sie sei wegen der Evakuierung „ausgeflippt“. „Ich habe gesagt: Wir kochen, wir haben Truthähne im Ofen. Wir können nicht gehen.“

Im März war im US-Bundesstaat Ohio ein Großbrand ausgebrochen, nachdem ein Güterzug entgleist war. Durch das Feuer war die hochgiftige Chemikalie Vinylchlorid in die Umwelt gelangt. Mehr als 2000 Anwohner mussten vorübergehend ihre Häuser verlassen. (afp)