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Polizei ermittelt wegen MordesMann erschießt junge Autofahrerin – weil sie in seine Einfahrt fuhr?

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US-Polizisten im Einsatz an einer Waldkante.

US-Polizisten im Einsatz. In der Kleinstadt Hebron wurde eine junge Autofahrerin erschossen, mutmaßlich von einem Hausbesitzer, weil sie versehentlich auf sein Grundstück fuhr. (Symbolbild)

Weil er sich offenbar bedroht fühlte, schoss ein Mann direkt los, statt Fragen zu stellen. Der Fall befeuerte die US-Debatte zur Waffengewalt.

Ein New Yorker soll am Samstag eine Autofahrerin erschossen haben, weil sie aus Versehen in seine Hauseinfahrt gefahren ist. So soll die 20-jährige Autofahrerin mit mehreren Freundinnen auf der Suche nach einem Haus einer weiteren Freundin gewesen sein, teilte die Polizei am Montag mit.

Der Hausbesitzer, fühlte sich offenbar so bedroht, dass er von einer Waffe Gebrauch machte, die junge Autofahrerin erlag ihren Schussverletzungen. Gegen den 65-Jährigen wird wegen Mordes ermittelt. Zuvor hatten mehrere US-Medien wie die „Washington Post“ berichtet.

USA: Junge Autofahrerin erschossen, weil sie in falsche Einfahrt bog

Demnach kam es zu dem tödlichen Fall in Hebron, einer Kleinstadt im US-Bundesstaat Kentucky. Das Haus gehört dem in New York gemeldeten Mann, der sich am Samstagabend dort aufhielt. Die Polizei beschrieb am Montag, dass die Gruppe der jungen Freundinnen ein Haus suchte und sich offenbar versehentlich mit dem Auto auf das Grundstück des Mannes fahr. Die Gruppe habe „ihren Fehler schnell bemerkt“, hieß es in dem Polizeistatement, doch der 65-Jährige sei auf sein Grundstück gestürmt und habe das Feuer eröffnet.

Laut Polizei soll der Mann mindestens zweimal geschossen haben, eine Kugel verletzte die junge Autofahrerin tödlich, die weiteren Autoinsassen wurden nicht verletzt.

Nach ersten Polizeistand habe zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr oder Bedrohung für den Hausbesitzer bestanden. Dass er das Feuer eröffnete, sei demnach nicht rechtens, sagte der örtliche Polizeichef, der ergänzte: „Es gab für den Herren absolut keinen Grund, sich bedroht zu fühlen.“ Der Mann sitzt derzeit im Warren-County-Gefängnis, er wird wegen Mordes angeklagt.

Waffengewalt in den USA: Debatte geht weiter

Der Fall hat in den USA Bestürzung ausgelöst und die anhaltende Debatte über Waffengewalt weiter befeuert. Die Politik streitet über den Gebrauch und Besitz von Schusswaffen für Privatleute. Das „Second Amendment“, der zweite Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, wurde 1791 verabschiedet und gilt bis heute als rechtliche Legitimation für den Waffenbesitz im Privaten. Im Juni 2022 bestätigte der Supreme Court diese Regelung.

Diese Waffen dürfen – grob gesagt – auch in Fällen der Notwehr eingesetzt werden. Wenn es eine konkrete Bedrohung gibt, dürfen Personen auf ihrem Privatgrundstück unter bestimmten Umständen zur Waffe greifen. Der tödliche Fall aus Hebron zeigt allerdings, welche Ausmaße und Gefahren diese Rechtsauslegung bietet. (mab)