Das Entführungsdrama um die beiden Mädchen Clara und Lara aus Essen und München hat ein glückliches Ende gefunden. So hat ein Kinder- und Jugend-Gericht in Asunción, der Hauptstadt Paraguays Freitagabend Ortszeit den Kindesentzug durch die Corona-Leugner Andreas und Anna E. festgestellt. Per Beschluss verfügte die Richterin die Ausreise der Mädchen. Und zwar an der Seite der Ex-Ehepartner Anne R. und Filip B.. Gegen deren Willen hatten sich die beiden anderen Elternteile mit den Töchtern Ende November 2021 nach Paraguay abgesetzt, weil in Deutschland seinerzeit eine Impflicht eingeführt werden sollte. Ferner ordnete das Gericht an, die Öffentlichkeitsfahndung gegen das Ehepaar E. einzustellen.
Dies berichtete der Düsseldorfer Anwalt Ingo Bott, der die zurückgelassenen Elternteile vertritt, auf Nachfrage des Kölner Stadt-Anzeiger. „Alle Beteiligten agieren sehr kooperativ und konstruktiv“, führte der promovierte Jurist aus. Das Ehepaar E. will offenbar kommende Woche nach Deutschland zurückkehren, um sich den Essener Strafverfolgungsbehörden zu stellen. Über diesen Schritt sei die zuständige Staatsanwaltschaft der Ruhrmetropole bereits informiert worden, hieß es.
Die Anklagebehörde muss nun entscheiden, ob das Verfahren wegen Kindesentziehung weitergeführt oder eingestellt werden soll. Nach den langen Verhandlungen zeigte sich Rechtsanwalt Bott sehr zufrieden über das Ergebnis: „Alle Beteiligten sind sehr erleichtert.“

