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Wettlauf gegen die ZeitHochexplosiver Wal „Timmy“ muss sofort ins offene Meer gezogen werden

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Der tote Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt.

Der tote Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. (Bild vom 15. Mai 2026)

Einsatzkräfte müssen den aufgeblähten Wal „Timmy“ sofort in einer riskanten Aktion ins Meer ziehen. Der Strand wurde bereits geräumt.

Nach dem Fund eines toten Buckelwals vor der dänischen Insel Anholt läuft den Behörden die Zeit davon. Der Kadaver wird laut einem Bericht der „Bild“-Zeitung von den Einsatzkräften weiterhin „Timmy“ genannt, obwohl zu Wochenbeginn bekannt wurde, dass es sich bei dem Tier eigentlich um ein Weibchen handelt. Durch die Entstehung von Faulgasen hat sich der Körper in den vergangenen Tagen extrem aufgebläht, weshalb akute Explosionsgefahr herrscht.

Ostsee: Buckelwal droht zu explodieren

Am Donnerstagmorgen haben die dänische Umwelt- und Naturbehörde sowie die Küstenrettung eine Kehrtwende eingeleitet: Entgegen ursprünglicher Pläne, den Wal an Land zu bergen, soll der Kadaver nun schnellstmöglich auf das offene Meer gezogen werden.

Tierärztin Anne Herrschaft begutachtet zusammen mit Helfern einen toten Wal, der vor der dänischen Insel Anholt liegt.

Tierärztin Anne Herrschaft begutachtet zusammen mit Helfern einen toten Wal, der vor der dänischen Insel Anholt liegt. (Bild vom 16. Mai 2026)

Die Vorbereitungen am Strand von Anholt laufen unter strengen Sicherheitsvorkehrungen. Weil der Kadaver im flachen Wasser eines viel besuchten Strandabschnitts liegt, wurden die Absperrungen am Donnerstagmorgen nochmals deutlich vergrößert. Vor Ort anwesende Personen und Medienvertreter mussten den Strandabschnitt aus Sicherheitsgründen räumen.

Behörden wollen Explosion des Wals am Strand verhindern

Die dänischen Behörden, in deren Zuständigkeit die Entscheidung liegt, begründen das Vorgehen mit den zunehmenden Risiken für Anwohner und Badegäste. Der Plan sieht vor, den Kadaver mithilfe von Seilen ins offene Wasser zu schleppen, um eine unkontrollierte Explosion in Strandnähe zu verhindern.

Der tote Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt.

Der tote Wal liegt vor der dänischen Insel Anholt. (Bild vom 17. Mai 2026)

Die Aktion gilt jedoch als riskant. Sollten die Schleppseile unter der enormen Last reißen, besteht für die Einsatzkräfte erhebliche Verletzungsgefahr. Zudem besteht das Risiko, dass der stark verweste Körper des Buckelwals bei dem Manöver auseinanderreißt. Die Lage auf der Insel bleibt bis zum Abschluss der Bergungsarbeiten angespannt.

Verwesungsgase setzen tote Wale unter Druck

Dass ein Wal explodiert, ist an sich normal. Was für Beobachter bedrohlich und makaber wirkt, ist in der Natur ein notwendiger Schritt. Im Inneren des Kadavers entstehen durch die Verwesung große Mengen an Gasen wie Methan und Schwefelwasserstoff, die den Körper immer weiter aufblähen.

Hält die dicke Haut dem Druck nicht mehr stand, platzt sie auf oder wird von Aasfressern geöffnet. Sobald der Druck entweicht, sinkt der Kadaver ab und wird endgültig zur Lebensgrundlage für die Tiefsee.