Die Geschichte um Buckelwal „Timmy“ geht weiter. Nach einer DNA-Pressekonferenz stehen sich unterschiedliche Einschätzungen gegenüber.
Wal-Rätsel geht weiterDNA-Test bringt keine Klarheit – was für und gegen „Timmy“ spricht

Der für „Timmy“ gehaltene tote Wal wird an Land der dänischen Insel Anholt gezogen. (Archvilbild vom 30. Mai 2026)
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Die Geschichte um Buckelwal „Timmy“ ist offenbar noch nicht abgeschlossen. Bei einer Pressekonferenz am Donnerstag (23. Juli 2026) in Hamburg wurden neue Ergebnisse einer DNA-Untersuchung vorgestellt – doch statt Klarheit gibt es weitere Fragen.
Kirsten Tönnies, Mitglied der Initiative, die den Transport des Wals aus der Ostsee organisiert hatte, erklärte, zwei Gewebeproben seien von einem chinesischen Labor untersucht worden. Die Proben stammten demnach zum einen von dem lebenden Tier vor seiner Freilassung und zum anderen vom Kadaver, der Mitte Mai vor der dänischen Insel Anholt gefunden wurde.
Nach Angaben von Tönnies seien die genetischen Unterschiede zwischen den Proben so groß gewesen, dass sie nicht vom selben Tier stammen könnten. Daraus leitete sie Zweifel daran ab, ob es sich bei dem Kadaver tatsächlich um den zuvor geretteten Buckelwal „Timmy“ handelt.
Zweifel an der Aussagekraft der DNA-Proben
Andere Beteiligte widersprechen dieser Einschätzung. Die Tierärztin Anne Herrschaft, die ebenfalls Teil der Initiative war, sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie habe keinen Zweifel daran, dass es sich bei dem toten Wal vor Anholt um „Timmy“ handele. „Auch wenn es traurig ist, es ist leider unser Wal“, sagte sie.
Offen ist auch, wie aussagekräftig die untersuchten Proben tatsächlich sind. Nach Angaben von Tönnies sei eine Probe in Formalin gelagert worden. Eine solche Konservierung kann die DNA beschädigen und dadurch einen Vergleich erschweren.

Tierärztin Kirsten Tönnies hält nach einer Pressekonferenz im Hamburg-Haus Eimsbüttel zum in der Ostsee gestrandeten Buckelwal Timmy ihren Buckelwal-Anhänger an der Halskette hoch.
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Auch die Lagerung und der Transport der Proben spielen bei DNA-Untersuchungen eine wichtige Rolle. Wie lange das Material unter welchen Bedingungen aufbewahrt wurde, ist bislang nicht vollständig geklärt.
Tracker und Bewegungsdaten sprechen weiter für „Timmy“
Für die bisherige Identifizierung des Kadavers als „Timmy“ sprechen weiterhin mehrere Indizien. Am Fundort auf Anholt wurde der Satellitentracker gefunden, der dem Wal während der Rettungsaktion angebracht worden war. Auch die vom Tracker übermittelten Positionsdaten passen zum bekannten Bewegungsverlauf des Tieres.
Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern erklärte nach der Pressekonferenz, der bisherige Sachstand ändere sich nicht. Tracker, Größe und Art des Wals sowie die dokumentierten Bewegungsdaten ergäben weiterhin ein schlüssiges Gesamtbild.
Grundlage behördlicher Bewertungen seien ausschließlich nachvollziehbare, überprüfbare und wissenschaftlich belastbare Erkenntnisse anerkannter Fachinstitutionen.
„Timmy“ sorgte weltweit für Schlagzeilen
Buckelwal „Timmy“ war Anfang März 2026 erstmals in der Wismarer Bucht gesichtet worden. Nach mehreren Strandungen wurde das Tier Ende April mithilfe einer Transportplattform in Richtung Nordsee gebracht und Anfang Mai freigelassen.
Rund zwei Wochen später wurde ein toter Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt entdeckt. Seitdem beschäftigt die Frage, ob es sich dabei tatsächlich um „Timmy“ handelt, Wissenschaftler, Behörden und Wal-Fans. (red)
