Wochentester-PodcastArmin Laschet fordert weniger „moralische Überheblichkeit“ im Umgang mit der AfD

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Armin Laschet

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Laschet sieht bei vielen politischen Themen eine Haltung, die die Menschen zu Rechtspopulisten treibe. Im Podcast des Kölner Stadt-Anzeiger und des RND plädiert der CDU-Politiker für mehr Sachdebatten.

CDU-Politiker Armin Laschet fordert von den etablierten Parteien mehr Mut zu Sachdebatten mit AfD-Politikern wie Björn Höcke und weniger „moralische Überheblichkeit“.

„Ich fand es richtig, dass Mario Voigt aus Thüringen das gemacht hat: Höcke stellen. Mich hat es beunruhigt, dass alle von der politisch anderen Wettbewerberseite gesagt haben: Nein, man darf mit dem nicht diskutieren, der ist unschlagbar, der wird am Ende immer gewinnen. Nein, das ist ein mittelmäßig begabter Politiker. So schlau ist Herr Höcke gar nicht. Ich finde: Gerade ihn muss man stellen, ihn reden lassen, dann merken die Leute, was dahinter steht“, sagt Laschet zum TV-Duell mit dem CDU-Landeschef Voigt im Podcast „Die Wochentester“ von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und dem Redaktionsnetzwerk Deutschland im Gespräch mit Wolfgang Bosbach und Christian Rach.

Der ehemalige NRW-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat der Union bei der letzten Bundestagswahl fügte hinzu: „Was nicht hilft, ist eine gewisse moralische Überheblichkeit: wir, die Guten, gegen die anderen da. Damit sind sie gleich in der Ecke und damit wird man keinen aus dieser Ecke herausholen. Ja, natürlich gibt es manche Sprüche von Herrn Höcke, die an einen Nazi erinnern, aber alle zu Nazis zu erklären, ist falsch, banalisiert nebenbei auch den Nationalsozialismus.“

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Kritik an Klimadebatte

Laschet sieht bei vielen politischen Themen eine Haltung, die die Menschen zu Rechtspopulisten treibt: „Wir erleben die gleiche moralische Überhöhung von jeder Einzelmaßnahme bei der Klima-Politik. Man kann ja dafür sein, dass wir gegen den Klimawandel mehr tun müssen. Aber nicht jede einzelne Maßnahme ist deshalb alternativlos und von hoher Moralität getragen. Die Wärmepumpen-Debatte hat uns gezeigt: Da hatte man ein gutes Ziel, aber das Gegenteil ist erreicht worden.“

Beim Thema Krieg und Frieden erlebe er das auch wieder. Auch er sei dafür, die Ukraine zu unterstützen. Aber wenn einer „etwas leicht anderes sagt - pazifistisch beispielsweise - wird er als Depp oder als Putin-Troll, der es nicht verstanden hat, dargestellt. Das ist keine gute Kultur.“

Europa-Spitzenkandidatin Katarina Barley über den Rechtsruck, aber auch über einen höheren Mindestlohn und EU-eigene Atomwaffen

Außerdem in dieser Folge: Katarina Barley, SPD-Spitzenkandidatin zur Europawahl, ist besorgt über den zunehmenden Hass auf Politikerinnen und Politiker: „Da ist etwas generell kaputtgegangen. Angriffe gab es immer. Wir denken an Oskar Lafontaine, Henriette Reker oder Wolfgang Schäuble. Aber es hat sich ein Klima verändert. Respekt und Anstand - die normalen Grenzen im Zusammenleben: Da hat sich echt etwas verschoben“, sagt sie im Podcast

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