Abo

Brigitte Macron über ihre Zeit als First Lady„Bosheit und Dummheit“ der Welt offengelegt

3 min
Emmanuel Macron und Brigitte Macron mit Soldaten

Emmanuel Macron und Brigitte Macron bei einem offiziellen Anlass. (Archivbild)

Brigitte Macron blickt negativ auf ihre Jahre als französische First Lady zurück. Sie berichtet von Feindseligkeiten und pessimistischen Gedanken.

Brigitte Macron bezeichnet ihre Erfahrungen als französische First Lady als desillusionierend. In einem Gespräch mit der französischen Zeitung „La Tribune Dimanche“ sagt die 73-Jährige, ihre Position in der Öffentlichkeit mache sie „manchmal trauriger als je zuvor“. Sie fühle sich der „Dunkelheit der Welt, der Dummheit, der Bosheit“ preisgegeben.

Brigitte Macron zieht negative Bilanz als First Lady

Das Leben im Fokus der Öffentlichkeit bewirke eine große Veränderung für sie. Die frühere Lehrerin gesteht: „Manchmal fällt es mir schwer, den blauen Himmel zu sehen. Ich habe Momente des Pessimismus, die ich vorher nicht hatte.“

Königin Camilla und König Charles empfangen die Macrons im Juli 2025.

Königin Camilla und König Charles empfangen die Macrons im Juli 2025. (Archivbild)

In der Zeit, in der Emmanuel Macron als Präsident Frankreichs amtiert, wird seine Ehefrau im Netz zum Opfer von massiven Attacken und Verschwörungsmythen. Aus diesem Grund musste sie sich mehrfach in langen rechtlichen Verfahren wehren. Sie bezeichnet ihr Leben davor als „normal“, mit Familie, Job und den üblichen guten wie schlechten Zeiten. Im Gegensatz dazu verlaufen die letzten zehn Jahre in der Öffentlichkeit sehr rasch und überaus ereignisreich.

First Lady im Fokus von Hass und Verschwörungsmythen

Zehn Menschen erhielten zu Beginn des Jahres eine Verurteilung für Cyber-Mobbing gegen Macron. Ihnen wurde nachgewiesen, unwahre Aussagen zu ihrem Geschlecht und ihrer Sexualität sowie „böswillige Bemerkungen“ bezüglich des Altersabstands von 24 Jahren zu ihrem 48-jährigen Gatten verbreitet zu haben.

Candace Owens brachte 2024 eine Verschwörungserzählung in Umlauf. Diese besagte, Macron sei als Mann unter dem Namen ihres Bruders Jean-Michel Trogneux zur Welt gekommen und habe sich einer Geschlechtsanpassung unterzogen.

Brigitte und Emmanuel Macron auf dem roten Teppich.

Brigitte und Emmanuel Macron auf dem roten Teppich. (Archivbild)

Die Macrons reagierten darauf im Juli des Vorjahres mit einer Klage gegen Owens. Die Anklageschrift mit 22 Punkten wirft ihr eine „Kampagne der globalen Demütigung“ vor, welche ihr Dasein „in Futter für profitorientierte Lügen“ umgewandelt habe.

Brigitte Macron nutzt ihre Stellung für soziales Engagement. Sie unterstützt Menschen mit Handicap, setzt sich für den Schutz von Kindern ein und engagiert sich gegen Mobbing an Schulen.

Zugleich gab es aber auch umstrittene Vorfälle. So kursierte im Vorjahr ein Video, das den Eindruck erweckte, sie habe ihrem Gatten bei einer offiziellen Reise nach Vietnam eine Backpfeife gegeben. Die Kameras hielten fest, wie sie ihn im Gesicht berührt, als das Flugzeug in Hanoi landet. Der Vorfall wurde von Emmanuel Macron heruntergespielt; er sprach von „Zankereien oder vielmehr Scherzen mit meiner Frau“.

Drei Monate später sah sich Brigitte Macron gezwungen, sich zu rechtfertigen. Sie hatte feministische Aktivistinnen, die in Paris eine Theateraufführung unterbrochen hatten, mit der sexistischen Beleidigung „dreckige Schlampen“ bezeichnet. Zur Erklärung gab sie an, sie habe den Darsteller Ary Abittan beruhigen wollen. Zugleich räumte sie ein, ihre Wortwahl sei „sehr direkt“ und „ungeschickt“ gewesen. (jag)