Erstmals steht ein AfD-Politiker an der Spitze eines Landtags. BMW stoppt parallel das einzige vorliegende Angebot eines deutschen Herstellers für einen Dienstwagen.
AfD droht Dienstwagen-ProblemDeutscher Autoriese macht plötzlich Rückzieher

Ulrich Siegmund gratuliert Tobias Rausch nach seiner Wahl.
Copyright: AFP
BMW setzt ein klares Zeichen gegen die AfD und Ulrich Siegmund: Der Münchner Autokonzern hat ein Leasingangebot für einen Dienstwagen des Landtagspräsidenten von Sachsen-Anhalt zurückgezogen. Dies bestätigte die Landtagsverwaltung der „Zeit“ am Donnerstag.
Am Mittwoch (7. Oktober) wurde der AfD-Politiker Tobias Rausch zum Präsidenten des Landtages gewählt. Damit steht erstmals ein Vertreter der von den Verfassungsschutzbehörden als rechtsextremistisch eingestuften AfD an der Spitze eines deutschen Parlaments. Tino Chrupalla und die umstrittene Wahl-Schweizerin Alice Weidel bilden dort den Parteivorsitz.
BMW zieht Angebot für AfD plötzlich zurück
BMW äußert sich nicht zu dem Vorgang. Ein Konzernsprecher erklärte auf Anfrage lediglich: „Die BMW Group äußert sich grundsätzlich nicht zu Kundenbeziehungen.“ In der Vergangenheit wurden bereits mehrfach Geschäftsbeziehungen zur AfD beendet, darunter Spendenkonten, Konten von Parteigliederungen sowie Versammlungsräume und Hotelzimmer.

Steht an der Spitze der AfD: Alice Weidel bevorzugt das Leben in der Schweiz. (Archivfoto)
Copyright: Michael Kappeler/dpa
Vor wenigen Tagen hatte BMW-Vorstandschef Milan Nedeljković der „FAZ“ mit Blick auf die AfD gesagt, Rechtspopulismus und Nationalismus „sind Gift für einen weltoffenen Wirtschaftsstandort, der vom Welthandel lebt“. Wer Abschottung und Isolationismus fordere, handele nicht im Interesse des Standorts Deutschland.
BMW, Mercedes und Audi: AfD hat kein Angebot für Dienstwagen vorliegen
Dem Landtagspräsidenten steht ein Dienstwagen mit Fahrer zu. AfD-Politiker Rausch übernimmt von seinem christdemokratischen Amtsvorgänger einen BMW 7er. Das Fahrzeug war kein ganzes Jahr in Gebrauch und wurde in dieser Zeit für etwas über 50.000 Kilometer genutzt. Der Leasingvertrag endet im November.
Wie stehen Sie persönlich zur AfD?
Sollte es der Landtagsverwaltung bis dahin nicht gelingen, ein Ersatzfahrzeug zu beschaffen, stünde Rausch ohne eigenen Dienstwagen da. Bislang stellte BMW einen großen Teil des Fuhrparks von Landtag und Landesregierung.
Das zurückgezogene Angebot von BMW war demnach das einzige, das dem Landtag von einem der namhaften deutschen Hersteller für das Fahrzeug des Parlamentspräsidenten vorlag. Von Mercedes oder Audi gab es bislang keine Angebote für einen Dienstwagen. (red)
