Für den Iran findet Trump scharfe Worte und nimmt das nächste Land ins Visier. Zu Berichten über Russland schweigt er – und bekommt Kritik.
„Blanker Irrsinn“ in Washington?Trump droht Iran mit Tirade – aber lehnt „dumme“ Putin-Frage ab
US-Präsident Donald Trump setzt im Krieg mit dem Iran weiterhin auf drastische Worte und hat nun mit der Ausweitung der Angriffe gedroht. Der Iran werde heute „sehr hart getroffen“ und bislang nicht ins Visier genommene Gegenden würden für „komplette Zerstörung und sicheren Tod“ ernsthaft geprüft, schrieb Trump am Samstag (7. März) auf seiner Plattform Truth Social.
Der Iran werde „in die Hölle geprügelt“, hieß es weiter vom US-Präsidenten, der die Maßnahmen als Strafe für das „schlechte Verhalten“ des Irans darstellte. Der Beitrag auf seiner Plattform folgte auf Aussagen des iranischen Präsidenten Massud Peseschkian, der zuvor Bedingungen für ein Ende der eigenen Luftangriffe auf Nachbarländer gestellt hatte.
Donald Trump will den Iran „in die Hölle prügeln“
Der Iran habe „den Nahen Osten übernehmen und beherrschen“ wollen, behauptete Trump zudem. „Der Iran ist nicht mehr der ‚Tyrann des Nahen Ostens‘, sondern ‚DER VERLIERER DES NAHEN OSTENS‘ und wird das noch viele Jahrzehnte lang bleiben, bis er kapituliert oder, was wahrscheinlicher ist, vollständig zusammenbricht“, hieß es weiter im Beitrag des US-Präsidenten, der seinen aggressiven Kurs offenbar auch abseits des Iran fortführen will.
Alles zum Thema Universität zu Köln
- „Blanker Irrsinn“ in Washington? Trump droht Iran mit Tirade – aber lehnt „dumme“ Putin-Frage ab
- Skurriles Gebet und zynische Videos Trump-Propaganda sorgt für Empörung – Häme sogar aus Russland
- Freilaufen, Toben, Rheinblick 11 Parks und Wiesen in Köln, die Hunde lieben
- „Völliger Wahnsinn“ und „würdelos“ Scharfer Gegenwind für Merz nach Trump-Treffen – Spanien kritisiert Kanzler
- Raub in Köln Männer überfallen Spaziergänger am Aachener Weiher
- Schon gehört? Was Fahrgäste zur neuen Musik an KVB-Haltestellen sagen
- Bootshaus, Café de Paris So wurde Tom Thomas zum Top-Gastronom – „Köln nicht mehr Trendstadt“
In einem Gespräch mit dem US-Sender CNN kündigte Trump nun an, dass auch Kuba „ziemlich bald fallen“ werde. Bereits zuvor hatte der US-Präsident erklärt, es sei nur eine „Frage der Zeit“, bis amerikanische Kubaner in ihr Heimatland zurückkehren könnten – und hatte damit angedeutet, dass das Nachbarland bald in den Fokus rücken könnte.
„Als Nächstes wollen wir dieses besondere Kuba-Projekt angehen“
„Als Nächstes wollen wir dieses besondere Kuba-Projekt angehen“, sagte Trump. Gegenüber CNN erklärte der US-Präsident jetzt, er wolle US-Außenminister Marco Rubio nach Kuba schicken.
Auffälliges Desinteresse zeigte Trump derweil an übereinstimmenden Berichten amerikanischer Medien darüber, dass mit Russland ein Verbündeter Kubas inzwischen den Iran im Krieg mit den USA mit Geheimdienstdaten unterstützen soll. Die „Washington Post“ hatte am Freitag (6. März) zuerst über die Maßnahmen Moskaus berichtet – und dabei auch bei Parteikollegen von Trump für Ärger gesorgt.
Russland hilft angeblich Iran – US-Regierung reagiert desinteressiert
„Der Kriegsverbrecher Putin tötet Amerikaner, indem er dem Iran Geheimdienstinformationen liefert“, schrieb etwa der republikanische Kongressabgeordnete Joe Wilson auf der Plattform X und forderte: „Russland muss für das verursachte Chaos und den Tod zur Rechenschaft gezogen werden.“ Die berichtete Einmischung des Kremls sei eine „völlig vorhersehbare und unnötige Folge eines unnötigen Krieges mit dem Iran“, kritisierte derweil auch der demokratische Senator Chris Murphy.
Im Weißen Haus scheint man das allerdings anders zu sehen: US-Präsident Trump, der für seinen wohlwollenden Umgang mit Kremlchef Wladimir Putin bekannt ist, wollte bei einer Pressekonferenz nichts von den Berichten über Russlands angebliche Einmischung in den Iran-Krieg wissen.
Donald Trump kontert Reporter: „Was für eine dumme Frage“
„Das ist ein leichtes Problem im Vergleich zu dem, was wir hier tun“, entgegnete Trump auf eine entsprechende Frage eines Reporters. „Was für eine dumme Frage, die man in diesem Moment stellen kann. Wir reden über etwas anderes“, fügte der US-Präsident barsch hinzu.
Zuvor hatte bereits die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, mit ihren Worten zu Russlands kolportierter Unterstützung für den Iran für Aufsehen gesorgt. „Ob das nun passiert ist oder nicht – ehrlich gesagt, spielt das keine Rolle“, hatte Leavitt behauptet.

Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, spricht mit Reportern im Weißen Haus. (Archivbild)
Copyright: Alex Brandon/AP/dpa
Kurz darauf sah sich die US-Regierung angesichts dieser auffälligen Gleichgültigkeit zu einer Klarstellung genötigt. Leavitt habe „offensichtlich gemeint“, dass eine russische Unterstützung des Iran nur „in Bezug auf die Militäroperationen ganz klar keinen Unterschied macht – weil wir sie vollständig vernichten“, schrieb die US-Regierung bei X.
Scharfe Kritik an Aussagen von Trump-Regierung: „Blanker Irrsinn“
Die Aussagen der Trump-Regierung zu Russlands angeblicher Unterstützung für den Iran sorgten derweil in den sozialen Netzwerken und bei Politik-Experten für scharfe Kritik. „Das ist Wahnsinn“, kommentierte etwa der pro-demokratische Influencer Ed Krassenstein die Worte von Leavitt und fragte: „Was hat Putin gegen Trump in der Hand?“
Der russische Kremlkritiker Garri Kasparow fand ebenfalls klare Worte: „Es war schon widerwärtig genug, als Trump sich Putin anbiederte, Selenskyj attackierte und Druck auf die Ukraine ausübte, während Russland täglich Zivilisten bombardierte. Aber selbst wenn Russland dem Iran dabei hilft, amerikanische Soldaten zu töten, muss Putin hofiert werden“, schrieb der ehemalige Schachgroßmeister, der zu den lautstärksten Putin-Gegnern gehört, bei X.
„Der blanke Irrsinn als Regierung“
Auch der Kölner Politikwissenschaftler Thomas Jäger kommentierte die jüngsten Worte aus Washington. „Es kann doch niemand verwundern, dass Trump das Leben amerikanischer Soldaten völlig egal ist“, schrieb Jäger bei X zu Trumps Verweigerung, die Frage nach einer möglichen russischen Einmischung im Iran-Krieg zu beantworten.
Für Leavitts vorherige Stellungnahme fand der Professor für internationale Politik der Universität Köln ebenfalls deutliche Worte: „Der blanke Irrsinn als Regierung der stärksten Macht der Welt.“ (mit dpa)


