In sozialen Netzwerken wird für Massengrenzübertritte von Marokko nach Ceuta und Melilla am 15. August mobilisiert.
Droht neuer Ansturm?Facebook-Aufrufe versetzen Ceuta in Alarmbereitschaft

Ein zwölfjähriger unbegleiteter Minderjähriger, der nach Spanien eingereist war, wird von einem spanischen Soldaten zur spanisch-marokkanischen Grenze begleitet.
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Nach der jüngsten Migrationskrise in der spanischen Exklave Ceuta droht offenbar ein neuer Ansturm. Wie mehrere spanische und marokkanische Medien übereinstimmend berichten, sollen Marokkaner in Facebook-Gruppen mit Tausenden Mitgliedern für den 15. August eine erneute Masseneinreise nach Ceuta und Melilla planen.
Die Kommentare reichen laut El País von „Wir sehen uns am 15. dort. Sei pünktlich!“ bis zu kritischen Stimmen, die vor einem weiteren massenhaften Grenzübertritt warnen. In den Facebook-Gruppen seien demnach 400.000 Mitglieder organisiert. Auch weitere mögliche Termine für organisierte Schwimmaktionen zur Überquerung der Grenze zwischen Marokko und Spanien würden dort diskutiert – zwischen dem 8. und 17. August.
Stadtverwaltung von Ceuta ist in Alarmbereitschaft
Die Stadtverwaltung von Ceuta ist in Alarmbereitschaft und hat die spanischen Behörden über den möglichen erneuten Ansturm informiert. Die Sicherheitsbehörden bezweifeln allerdings, dass Marokko zulassen werde, dass sich die dramatischen Szenen, die es vor wenigen Tagen gab, wiederholen.
Auch die EU-Kommission ist alarmiert. „Wir haben die Warnung zur Kenntnis genommen und stehen bereits in Kontakt mit den spanischen Behörden“, sagt EU-Kommissionssprecher Guillaume Mercier. „Wir beobachten genau den Informationsraum und versuchen uns mit den Plattformen abzustimmen.“ Neben den spanischen Behörden seien auch Frontex und Europol eingeschaltet worden und überwachten die Entwicklungen in den sozialen Medien genau. Die Plattformen selbst seien ebenfalls aktiv geworden und hätten Sicherheitsbehörden über entsprechende Planungen informiert.
Die EU-Innenminister hatten sich erst am Dienstag in einer Sondersitzung zu Ceuta darauf verständigt, das gemeinsame Lagebild zu verbessern und dabei auch ein Monitoring sozialer Netzwerke einzubeziehen.
Grenzschutz errichtet Barrieren an Übergang
„Soziale Medien sind praktisch die einzige Informationsquelle, die diese jungen Leute über Spanien haben“, sagt María Guevara, Forscherin an der Universität Pablo de Olavide in Sevilla, gegenüber El País. Häufig würden dort vor allem Erfolgsgeschichten erzählt, nicht aber die Probleme – das gelte auch für die Flucht nach Europa.
Der spanische Grenzschutz hat in den letzten Tagen Barrieren an der Seegrenze zu Marokko errichtet, um Migranten künftig vom Grenzübertritt abzuhalten. Brüssel unterstützt die Maßnahmen der spanischen Behörden mit 114 Millionen Euro Soforthilfe. Davon sind 28 Millionen Euro für den Ausbau der Aufnahmekapazitäten, die Asylverfahren und die Rückführungssysteme in Ceuta vorgesehen.
Am vergangenen Wochenende hatten mehr als 70.000 Menschen die Grenze von Marokko zur spanischen Exklave übertreten. Nach wenigen Stunden waren fast alle freiwillig in ihre Heimat zurückgekehrt. Nach Angaben der Behörden halten sich noch etwa 800 Minderjährige in Ceuta auf.
