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„Eine totale Respektlosigkeit“Macron maßregelt Publikum auf Englisch – und geht viral

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Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht bei der Jugendsitzung „Africa Forward, Creation in Motion“ während des Gipfeltreffens „Africa Forward“ an der Universität von Nairobi. (Archivbild)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron spricht bei der Jugendsitzung „Africa Forward, Creation in Motion“ während des Gipfeltreffens „Africa Forward“ an der Universität von Nairobi. (Archivbild)

Als es während der Beiträge von Künstlern und jungen Rednern zu Unruhe im Saal kam, schritt Macron ein und wandte sich ans Publikum.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit Ordnungsrufen in Richtung des Publikums für Aufsehen gesorgt. Aufnahmen der Szene bei einem zweitägigen Wirtschaftsgipfel in Nairobi verbreiteten sich schnell in den sozialen Netzwerken.

Als es während der Beiträge von Künstlern und jungen Rednern zu Unruhe im Saal kam, schritt Macron ein und wandte sich ans Publikum. „Entschuldigung, ihr alle – hey, hey, hey“, sprach der französische Präsident auf Englisch mit deutlich hörbarem französischen Zungenschlag ins Mikrofon.

Macron ruft Publikum zur Ordnung: „Das ist eine totale Respektlosigkeit“

„Entschuldigung, aber es ist unmöglich, unter diesen Bedingungen über Kultur zu sprechen, wenn Menschen herkommen, um inspiriert zu sprechen, und es so viel Lärm um sie herum gibt. Das ist eine totale Respektlosigkeit“, erklärte Macron in Richtung des Publikums.

„Also schlage ich vor: Wenn Sie bilaterale Gespräche über etwas anderes führen wollen, gibt es dafür Räume oder Sie gehen nach draußen. Wenn Sie hier bleiben wollen, dann hören wir den Leuten zu“, fügte der französische Präsident hinzu und sorgte mit seiner Intervention schnell für Aufsehen in den sozialen Netzwerken – und darüber hinaus. 

So wurde auch bei deutschen Radiosendern am Dienstagmorgen (12. Mai) über den O-Ton von Macron und seine rhythmischen „Hey, hey, hey“-Rufe gescherzt – die Worte des französischen Präsidenten könnten auch für einen Song verwendet werden, befanden die Radiomoderatoren schließlich.

„Aber das braucht Afrika nicht und will es nicht mehr hören“

Bei dem Wirtschaftsgipfel in Nairobi sprach sich Macron zudem für mehr europäische Investitionen anstelle öffentlicher Entwicklungshilfe aus. „Afrika ist auf dem Erfolgsweg und benötigt Investitionen, um souverän zu sein“, sagte Macron.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dreht eine Joggingrunde zusammen mit Marathon-Champion Eliud Kipchoge. (Archvibld)

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron dreht eine Joggingrunde zusammen mit Marathon-Champion Eliud Kipchoge. (Archvibld)

Früher hätten französische Spitzenpolitiker afrikanische Staats- und Regierungschefs häufig belehrt und ihnen erklärt, was sie bräuchten. „Aber das braucht Afrika nicht und will es nicht mehr hören“, sagte Macron. „Es trifft sich gut, denn wir haben auch nicht mehr die Mittel dafür“, fügte er mit Blick auf die schrumpfenden Budgets für Entwicklungszusammenarbeit hinzu.

Emmanuel Macron: China verfolgt Strategie eines „Raubtieres“

Macron warb zudem einmal mehr für Europa als verlässlichen Handelspartner. „Europa verteidigt die internationale Ordnung, Multilateralismus und den Rechtsstaat“, sagt er. Demgegenüber befänden sich die USA und China in einer „Logik des Handelskonflikts“. Insbesondere China verfolge mit Blick auf Exportbeschränkungen für Seltene Erden die Strategie eines „Raubtieres“, betonte Macron. Europäische Staaten hingegen wollten „Partner auf Augenhöhe“ sein.

Macron fiel in Nairobi zudem durch seinen Dauerlauf in der Stadt auf, begleitet vom kenianischen Marathon-Champion Eliud Kipchoge. (das/afp)