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„Er kennt keine Scham“Ex-Präsident Joe Biden rechnet mit Trump ab und nennt ihn „Versager“

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Der ehemalige US-Präsident Joe Biden hat eine Rede vor demokratischen Anhängern gehalten. (Archivbild)

Der ehemalige US-Präsident Joe Biden hat eine Rede vor demokratischen Anhängern gehalten, in der er gegen Donald Trump austeilte. (Archivbild)

Joe Biden attackiert Donald Trump scharf bei einer Spendengala der Demokraten. Es geht um Korruption, Eitelkeit – und Zusammenhalt.

Bei einer Spendenveranstaltung der Demokraten im US-Bundesstaat Maryland ist Ex-Präsident Joe Biden noch einmal in eine politische Arena getreten, die eigentlich schon hinter ihm lag – und hat seinen Nachfolger Donald Trump mit scharfen Worten attackiert. Es war eine Rede, die wie eine späte Abrechnung klang.

Biden zeichnete das Bild eines Präsidenten, der sich über persönliche Projekte und Selbstdarstellung definiere. Er nannte unter anderem den Abriss des Ostflügels des Weißen Hauses für einen geplanten Ballsaal, die Umbenennung von Gebäuden und Symbolen sowie Umbauten in der Hauptstadt Washington.

Besonders spöttisch wurde er mit Blick auf die Sanierung des Wasserbeckens vor dem Lincoln Memorial. Der Präsident hatte den „Reflecting Pool“ für mehrere Millionen Dollar sanieren lassen, doch der blaue Industrieanstrich des Beckens führte zu extrem vielen Algen – jetzt ist das Wasser grün und der Spiegeleffekt dahin. Trump habe dafür sogar „seinen eigenen Pool-Techniker“ engagiert, so Biden. Dann fiel der Satz, der im Saal für Gelächter sorgte: „Wow! Was für ein Versager.“

Spott über Bauprojekte, Eitelkeit – und Korruption

Der frühere Präsident legte nach und rückte nicht die Bauprojekte, sondern die politischen Vorwürfe in den Mittelpunkt. Es gehe nicht nur um „Narzissmus und Inkompetenz“, sagte Biden, sondern um etwas Tieferes: „Es ist die Korruption – die dreiste, offensichtliche Korruption. Korruption in einem Ausmaß, wie es in der amerikanischen Geschichte bei keiner anderen Regierung je zuvor zu sehen war.“

US-Präsident Donald Trump zeigt einen Entwurf für den neuen Ballsaal des Weißen Hauses. (Archivbild)

US-Präsident Donald Trump zeigt einen Entwurf für den neuen Ballsaal des Weißen Hauses. (Archivbild)

In einer weiteren Zuspitzung warf Biden Trump vor, sich seit dessen Rückkehr ins Weiße Haus persönlich bereichert zu haben. „Er kennt keine Scham“, sagte Biden, „und ehrlich gesagt ist das beschämend für unser Land.“ Mit dem Präsidentenamt Geld zu verdienen, sei für Trump offenbar Teil des politischen Kalküls.

Auch Außenpolitik und internationales Ansehen der USA geraten in die Kritik

Auch außenpolitische Vorwürfe klangen an. Biden sprach davon, dass das Ansehen der USA in der Welt beschädigt worden sei und Trump Verbündete zurückstelle. Die zehnminütige Rede entwickelte sich zu einer der deutlichsten öffentlichen Attacken seit seinem Ausscheiden aus dem Amt.

Seit Mai 2025 hatte Biden öffentlich nur noch selten Auftritte absolviert, nachdem er seine Diagnose eines metastasierten Prostatakrebses bekannt gemacht hatte. Von 2021 bis 2025 war er Präsident der Vereinigten Staaten.

Zum Schluss rief Biden seine Anhänger zur Geschlossenheit auf. Die USA hätten bereits „dunkle, schwierige Zeiten“ erlebt, sagte er. Und trotz allem: „Es gibt niemals auf.“ Doch der Ton blieb kämpferisch – und der Satz, der am meisten hängen blieb, war ein anderer. Einer, der weit über den Saal hinaus hallte: „Was für ein Versager.“