Abo

Live

Krieg in Nahost
Israel behält laut Netanjahu „Finger am Abzug“

9 min

In der Nacht verkünden die USA und der Iran eine Waffenruhe – laut Israel gilt die nicht für den Libanon. Alle Infos im Liveblog.

Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.

8. April

Iran verlangt von USA klare Positionierung

20.20 Uhr: Der Iran macht mit Verweis auf die Waffenruhe-Vereinbarung Druck auf die USA, Israel zur Einstellung der Angriffe im Libanon zu bewegen. „Die Bedingungen für die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA sind klar und eindeutig: Die USA müssen sich entscheiden - entweder Waffenruhe oder Fortsetzung des Krieges via Israel. Sie können nicht beides haben“, schrieb Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X.

Netanjahu zur Waffenruhe: „Finger bleibt am Abzu“

18.01 Uhr: Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat betont, die Waffenruhe im Iran-Krieg sei „nicht das Ende des Kampfes“. Es sei vielmehr eine „Station auf dem Weg zum Erreichen aller unserer Ziele“, sagte Netanjahu in einer Ansprache.

Im Krieg mit dem Iran habe der Staat Israel „enorme Erfolge erzielt - Erfolge, die bis vor kurzem völlig unrealistisch schienen“, sagte Netanjahu. „Der Iran ist schwächer als je zuvor, Israel ist stärker als je zuvor.“

Gleichzeitig sagte der Premier, Israel habe „noch Ziele zu erreichen, und wir werden dies tun“. Dies könne entweder durch eine Einigung oder eine Wiederaufnahme der Kämpfe geschehen. „Wir sind bereit, jederzeit die Kämpfe wieder aufzunehmen.“, sagte der Regierungschef. Man habe weiter den „Finger am Abzug“.

Merz telefoniert mit Trump

16.12 Uhr: Nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA hat Bundeskanzler Friedrich Merz mit US-Präsident Donald Trump telefoniert. Das verlautete aus Regierungskreisen. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung darüber berichtet. Über Inhalte wurde nichts bekannt.

Merz hatte die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus begrüßt. „Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen“, hatte Merz erklärt. Deutschland werde in geeigneter Weise dazu beitragen, die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten. Was das genau bedeutet, ist unklar.

Trotz Waffenruhe: Mehrere Golfstaaten melden Angriffe aus dem Iran

12.36 Uhr: Trotz der verkündeten Einigung auf eine Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA haben mehrere Golfstaaten am Mittwoch erneut iranische Angriffe gemeldet. Die kuwaitische Armee teilte mit, der Iran greife das Land seit Stunden an. Dabei seien Ölförderanlagen, Kraftwerke und Entsalzungsanlagen erheblich beschädigt worden. „Seit 08.00 Uhr morgens sieht sich die kuwaitische Luftabwehr einer intensiven Welle feindlicher und krimineller Angriffe aus dem Iran ausgesetzt“, erklärte die Armee im Onlinedienst X. 28 Drohnen seien aufgespürt worden.

Die Emirate meldeten eine „Bedrohung durch Raketen“. „Die Luftabwehr ist derzeit mit Raketen- und Drohnenangriffen aus dem Iran konfrontiert“, erklärte das Verteidigungsministerium auf X. Am Morgen waren bereits aus Bahrain Raketenangriffe gemeldet worden. 

Ölpreise brechen nach Waffenruhe-Ankündigung ein

10.17 Uhr: Nach der Ankündigung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen dem Iran und den USA sind die Ölpreise kräftig gesunken. Der Preis für ein Fass (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni fiel kurz nach der Ankündigung um bis zu 16 Prozent auf 91,70 US-Dollar.

Am Morgen stieg der Kurs der Referenzsorte des weltweiten Ölmarkts wieder etwas, lag aber mit 95,12 Dollar immer noch rund 13 Prozent unter dem Niveau vom Vortag. Der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai fiel am Mittwochmorgen noch etwas stärker. Beide Ölsorten kosten trotz des Rückgangs aber immer noch rund ein Drittel mehr als vor Beginn der Angriffe Israels und der USA auf den Iran und dessen Gegenschlägen auf Staaten in der Region Ende Februar.

Explosionen in Bahrain trotz Einigung auf Feuerpause

8.40 Uhr: Wenige Stunden nach der Verkündung einer Feuerpause im Iran-Krieg sind aus Bahrain erneut Explosionen gemeldet worden. Eine Journalistin der Nachrichtenagentur AFP berichtete am Mittwochmorgen von Explosionen und Rauch, der über der bahrainischen Insel Sitra aufstieg, auf der sich Ölförderanlagen befinden. Zuvor seien Warnsirenen zu hören gewesen. Das Innenministerium erklärte im Onlinedienst X: „Der Zivilschutz hat einen Brand in einer Anlage gelöscht, der durch die iranische Aggression verursacht wurde.“ Es seien keine Verletzten gemeldet worden.

Merz und Wadephul begrüßen Waffenruhe

8.04 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich erfreut über die zweiwöchige Waffenruhe im Iran-Krieg gezeigt. Auf der Plattform X schrieb der CDU-Politiker am Mittwochmorgen: „Ich begrüße die zweiwöchige Waffenruhe, auf die sich USA und Iran in der Nacht verständigt haben. Unser Dank gilt Pakistan für die Vermittlung.“ Ziel müsse jetzt sein, ein dauerhaftes Kriegsende auszuhandeln, führte Merz aus. „Wir stehen dazu in engem Austausch mit unseren Partnern.“

Auch Außenminister Johann Wadephul äußerte sich positiv zur Waffenruhe im Iran-Krieg. „Endlich eine frohe Botschaft auch in der Politik! Ich begrüße die Entscheidung der Kriegsparteien für eine Waffenruhe im Iran-Krieg. Unser Dank und der Dank der Menschen einer ganzen Region gilt allen, die diese Vereinbarung unterstützt haben – insbesondere Pakistan“, schrieb der CDU-Politiker bei X.

„Dies muss der entscheidende erste Schritt auf dem Weg hin zu einer dauerhaften Befriedung sein, denn die Folgen einer Fortsetzung des Krieges wären unübersehbar. Diesen Weg der Diplomatie wird Deutschland nach Kräften unterstützen“, fügte Wadephul hinzu.

US-Spitzenpolitiker reagieren verhalten auf Waffenruhe

6.40 Uhr: Einige Spitzenpolitiker in den USA haben verhalten auf die Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg reagiert. „Eine Waffenruhe ist eine gute Nachricht – allerdings nur, weil dieser sinnlose Krieg so schnell wie möglich beendet werden sollte“, schrieb etwa der demokratische Senator Richard Blumenthal auf X. US-Präsident Donald Trump könne weiterhin nicht erklären, warum er den Krieg begonnen habe. „Eine Waffenruhe ist für das amerikanische Volk kein Sieg“, fügte Blumenthal hinzu.

Der demokratische Kongressabgeordnete Gregory Meeks betonte indes, dass eine Waffenruhe nicht genug sei. Trump müsse dem Kongress erklären, warum er die USA in den Krieg mit dem Iran geführt habe, in dem 13 Militärangehörige gestorben seien. Spöttischer zeigte sich der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Er sei froh, dass Trump einen „Rückzieher“ gemacht habe und „nun verzweifelt nach einem Ausweg aus seinem lächerlichen Getöse“ suche, schrieb er auf X.

Israel: Feuerpause im Iran-Krieg gilt nicht für den Libanon

5.16 Uhr: Die zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige Feuerpause im Iran-Krieg gilt nach Angaben der israelischen Regierung nicht für den Libanon. Israel unterstütze zwar die Feuerpause im Iran, diese umfasse jedoch „nicht den Libanon“, erklärte das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu am Mittwoch. Zuvor hatte der Vermittler Pakistan erklärt, die Feuerpause gelte für den gesamten Nahen Osten einschließlich des Libanon.

Jubel über Waffenruhe von Regierungsanhängern in Teheran

4.54 Uhr: In der iranischen Hauptstadt Teheran sind nach Verkündung der Feuerpause zahlreiche Menschen auf die Straßen geströmt. Am Revolutionsplatz im Stadtzentrum versammelten sich Regierungsanhänger mitten in der Nacht, wie der iranische Sender SNN TV berichtete. US-Präsident Donald Trump habe sich den iranischen Forderungen gebeugt, sagte der Reporter des Senders, der den paramilitärischen Basidsch-Milizen nahesteht.

Jubel in Teheran nach der Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe.

Jubel in Teheran nach der Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe.

Regierungsanhänger jubelten über die kurz zuvor verkündete Waffenruhe mit den USA. Eine Frau sagte dem Sender: „Dass unsere Position in der Straße von Hormus gefestigt wurde, bedeutet den Sieg Irans. Das ist unsere Vergeltung gegenüber jemandem, der behauptete, die größte und fortschrittlichste Armee der Welt zu haben“, sagte sie mit Blick auf Trump.

Bericht: Israel stimmte sich mit USA über Iran-Waffenruhe ab

4.19 Uhr: Israel hat sich einem Bericht zufolge mit den USA im Vorfeld über die zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran abgestimmt. Einem ranghohen israelischen Beamten zufolge öffnet der Iran die Straße von Hormus, ohne jegliche seiner Forderungen vorab erfüllt zu bekommen, berichtete die „Times of Israel“. Dazu gehöre unter anderem die Zusage eines endgültigen Kriegsendes, Reparationszahlungen und die Aufhebung der Sanktionen, hieß es unter Berufung auf eine schriftliche Stellungnahme des israelischen Beamten.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump habe Israel mitgeteilt, dass die USA in den anstehenden Verhandlungen an ihren Forderungen festhalten würden, hieß es. Dazu zähle unter anderem, dass der Iran sämtliches nukleares Material aus dem Land entfernen, die Urananreicherung einstellen und die Bedrohung durch ballistische Raketen beseitigen müsse, hieß es. Dies seien gemeinsame Ziele Israels und der USA, habe der Beamte betont. Israel und die USA hatten den gemeinsamen Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen.

Beirut: Mindestens acht Tote bei israelischem Angriff

2.45 Uhr: Bei einem israelischen Angriff in Sidon im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens acht Menschen getötet worden. „Nach einer vorläufigen Bilanz“ seien 22 weitere Menschen dabei verletzt worden, teilte das Ministerium am Mittwoch mit. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP vor Ort sah Flammen aus einem Café aufsteigen und Glasscherben auf der Straße davor.

Ein Bagger räumt Trümmer an der Stelle eines beschädigten Gebäudes, nachdem dort ein Auto aus dem Schutt geborgen wurde. Die Arbeiten folgen auf einen israelischen Angriff vom Sonntag auf ein Gebäude im Beiruter Stadtteil Jnah.

Ein Bagger räumt Trümmer an der Stelle eines beschädigten Gebäudes, nachdem dort ein Auto aus dem Schutt geborgen wurde. Die Arbeiten folgen auf einen israelischen Angriff vom Sonntag auf ein Gebäude im Beiruter Stadtteil Jnah.

Feuerwehrleute kämpften gegen den Brand an der Uferpromenade der Küstenstadt an, wie der AFP-Fotograf beobachtete. In der Nähe geparkte Autos wurden bei dem Angriff ebenfalls beschädigt. Ein Sanitäter sagte AFP, Rettungskräfte hätten mindestens sechs Verletzte vom Ort des Geschehens abtransportiert. Der Angriff ereignete sich kurz bevor Pakistans Regierungschef Shehbaz Sharif erklärte, eine zweiwöchige Feuerpause zwischen den USA und dem Iran schließe die Verbündeten der USA ein und gelte „überall, einschließlich des Libanon und anderswo“.

Pakistan: Waffenruhe zwischen USA und Iran ab sofort

2.14 Uhr: Dem Vermittler Pakistan zufolge greift die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA mit sofortiger Wirkung. Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten von Amerika sowie ihre Verbündeten hätten einer sofortigen Waffenruhe, einschließlich im Libanon und andernorts, zugestimmt, schrieb Premierminister Shehbaz Sharif auf X.

Sharif lud Delegationen beider Länder für weitere Gespräche am Freitag in die pakistanische Hauptstadt Islamabad ein, wo Vertreter aus Washington und Teheran ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts aushandeln sollen. Beide Seiten hätten in den Gesprächen „bemerkenswerte Weisheit und Verständnis“ bewiesen und sich konstruktiv für Frieden und Stabilität eingesetzt. Irans Nachbarland Pakistan hatte im Krieg zwischen Vertretern aus Washington und Teheran vermittelt.

Iran kündigt Öffnung der Straße von Hormus an

1.34 Uhr: Irans Außenminister hat eine Öffnung der Straße von Hormus im Rahmen einer Waffenruhe angekündigt. In Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen soll der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ermöglicht werden, schrieb Abbas Araghtschi in einer Erklärung.

Eine Rakete fliegt über Israel. (Archivbild)

Eine Rakete fliegt über Israel. (Archivbild)

Iran bestätigt zweiwöchige Waffenruhe

1.26 Uhr: Der Iran hat einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten zweiwöchigen Waffenruhe zugestimmt. Das berichtete die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim. Trump hatte die Öffnung der Straße von Hormus zur Bedingung für die Feuerpause gemacht.

Trump will Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen

0.59 Uhr: US-Präsident Donald Trump will die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen. Trump schrieb am Dienstagabend (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social, er „stimme zu, die Bombardierung und den Angriff auf den Iran für einen Zeitraum von zwei Wochen auszusetzen“, wenn der Iran die Straße von Hormus vollständig wieder öffne. „Dies wird eine beidseitige Waffenruhe sein“, schrieb er. (red/afp/dpa)