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Krieg in Nahost
IEA will Rekordmenge Ölreserven freigeben – US-Armee zerstört 16 Schiffe

5 min

Israel und die USA setzen ihre Angriffe fort. Der Iran greift unterdessen US-Stützpunkte im Nahen Osten an. Alle Infos im Liveblog.

Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog. 

11. März 2026

IEA will wegen Iran-Kriegs Rekordmenge Ölreserven freigeben

15.48 Uhr: Die Internationale Energieagentur IEA will als Reaktion auf den Iran-Krieg eine Rekordmenge strategischer Ölreserven freigeben. Insgesamt werden die 32 Mitgliedsländer der Agentur 400 Millionen Barrel Rohöl freigeben, wie es in einer in Paris veröffentlichten Mitteilung heißt. Noch nie wurde bei einer vorherigen gemeinsamen Aktion so viel Öl aus den Reserven angezapft. Mit dem Schritt sollen die durch den Krieg angespannten Märkte stabilisiert werden. Deutschland hatte bereits mitgeteilt, 19,5 Millionen Barrel freizugeben. Zudem sollen Tankstellen in Deutschland nur noch einmal am Tag ihre Spritpreise erhöhen dürfen. Die Freigabe soll für einen je nach Land angebrachten Zeitraum gelten.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nannte die Freigabe ein sichtbares Signal in den Markt, um hohe Risikoaufschläge und Spekulationsgewinne einzudämmen. Auch Experten gehen davon aus, dass die Freigabe die Märkte prinzipiell beruhigen könnte.

Trauerzeremonie und Luftangriffe in Teheran

12.36 Uhr: In der iranischen Hauptstadt Teheran sind Regierungsanhänger zu einer großen Trauerzeremonie für die im Krieg getöteten Kommandeure zusammengekommen. Auf dem zentralen Revolutionsplatz versammelten sich Menschenmassen, wie Aufnahmen im Staatsfernsehen zeigten. Gleichzeitig donnerten israelische Kampfjets über den Westen der Hauptstadt und flogen Luftangriffe. Die israelischen Streitkräfte bestätigten eine neue Angriffswelle im Iran.

Auf den Straßen im Zentrum Teherans versammelten sich Anhänger der Staatsführung um einen Sattelschlepper, der die Särge der getöteten Militärführer durch die Stadt fährt. Fahrten mit der U-Bahn in der Millionenstadt Teheran waren angesichts der Trauerfeiern auf Anordnung der Regierung heute kostenlos.

Trauernde nehmen an einem Trauerzug für hochrangige iranische Militärs und einige Zivilisten teil, die während der amerikanisch-israelischen Angriffe getötet wurden.

Trauernde nehmen an einem Trauerzug für hochrangige iranische Militärs und einige Zivilisten teil, die während der amerikanisch-israelischen Angriffe getötet wurden.

Wadephul auf Krisenreise wegen Iran-Krieg in Abu Dhabi

12.09 Uhr: Außenminister Johann Wadephul setzt seine mehrtägige Reise durch die vom Iran-Krieg massiv betroffenen Länder im Nahen und Mittleren Osten in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) fort. Aus der saudischen Hauptstadt Riad flog der CDU-Politiker am Vormittag in einer Militär-Transportmaschine in die Hauptstadt Abu Dhabi.

Dort traf sich Wadephul mit seinem Kollegen Abdullah bin Sajid zu Beratungen über die Folgen des Iran-Krieges wie die stark angestiegenen Energiepreise. Zudem wollte der Bundesaußenminister ein Zeichen der Solidarität setzen. Wadephul hatte Bin Sajid schon am Montag am Rande seines Besuches auf Zypern getroffen.

Irans oberster Anführer offenbar trotz Verletzungen „wohlauf“

9.38 Uhr: Der neue oberste Anführer des Irans, Modschtaba Chamenei, ist trotz mutmaßlicher Verletzungen infolge der US-israelischen Angriffe auf den Iran offenbar „wohlauf“. Dies gab der Sohn des iranischen Präsidenten Jussef Peseschkian am Mittwoch im Onlinedienst Telegram bekannt. „Ich habe Freunde mit Verbindungen gefragt. Sie sagten mir, dass er Gott sei Dank wohlauf ist“, erklärte Peseschkian, der auch als Regierungsberater fungiert.

Modschtaba Chamenei (Archivfoto)

Modschtaba Chamenei (Archivfoto)

Der 56-jährige Modschtaba Chamenei war am Sonntag zum obersten Führer des Iran ernannt worden. Berichten zufolge wurde er bei den US-israelischen Angriffen auf Teheran am 28. Februar verletzt, bei denen sein Vater Ali Chamenei getötet worden war.

Serie nächtlicher Raketenangriffe Irans auf Israel

9.15 Uhr: Eine Serie nächtlicher Raketenangriffe aus dem Iran hat Millionen Menschen in Israel den Schlaf geraubt. Immer wieder kam es zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden auch im Großraum Tel Aviv zu Raketenalarm. „Ich habe fast kein Auge zugemacht“, berichtete ein Einwohner der Küstenmetropole. Die Raketenabwehr war im Einsatz, um die Geschosse abzufangen. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, es gebe keine Berichte über Verletzte. Irans Revolutionsgarden bestätigten die Angriffe.

Vier Verletzte bei Drohnenabsturz nahe Flughafen von Dubai

9.03 Uhr: Bei dem Absturz von zwei Drohnen in der Nähe des Flughafens von Dubai sind Behördenangaben zufolge vier Menschen in den Vereinigten Arabischen Emiraten verletzt worden. Zwei Drohnen seien am Mittwoch in der Nähe des internationalen Flughafens abgestürzt und hätten zwei Ghanaer und einen bangladeschischen Staatsangehörigen leicht verletzt, ein Inder sei mittelschwer verletzt worden, erklärte das Medienbüro der Metropole. Der Flugverkehr sei ohne Unterbrechung fortgesetzt worden.

Iran: Streitkräfte greifen US-Stützpunkt in Kuwait an

6.41 Uhr: Die iranischen Streitkräfte haben iranischen Staatsmedien zufolge einen US-Armeestützpunkt in Kuwait mit Raketen angegriffen. Der US-Stützpunkt in Arifdschan südlich von Kuwait-Stadt sei von den iranischen Revolutionsgarden mit zwei Raketen attackiert worden, berichteten die iranischen staatlichen Nachrichtenagenturen Fars und Mehr am Mittwoch unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Die kuwaitischen Behörden äußerten sich zunächst nicht zu den Berichten.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag töteten sie den obersten Anführer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.

US-Armee zerstört 16 iranische Schiffe nach Straße von Hormus

6.17 Uhr: Die US-Armee hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump mehrere iranische Minenleger-Schiffe zerstört. „Zehn inaktive Minenleger-Schiffe“ seien zerstört worden, erklärte Trump am Dienstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. Später erklärte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom im Onlinedienst X, die Zahl der zerstörten Schiffe nahe der für die weltweite Schifffahrt bedeutsamen Straße von Hormus sei auf 16 gestiegen.

Trump hatte den Iran zuvor davor gewarnt, die Straße von Hormus zu verminen. „Sollten aus irgendeinem Grund Minen gelegt worden sein und diese nicht umgehend entfernt werden, werden die militärischen Konsequenzen für den Iran ein Ausmaß erreichen, wie es noch nie zuvor zu sehen war“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten mitgeteilt, bis zum Ende des Iran-Krieges keine Ölexporte aus der Region an Verbündete der USA und Israels zu erlauben. Durch die Straße von Hormus werden normalerweise fast 20 Prozent des weltweiten Rohöls transportiert. Seit Kriegsbeginn hat der Iran dort mehrfach Öltanker angegriffen. Zudem sorgten die Revolutionsgarden für die Sperrung der Meerenge.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme.

Israels Militär greift Hisbollah-Stellungen im Libanon an

6.05 Uhr: Die israelischen Streitkräfte haben erneut Stellungen der Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Ziel der Attacken sei die Infrastruktur der proiranischen Islamisten in den als Dahija bekannten Vororten im Süden der Hauptstadt Beirut, teilte das Militär mit. Der Bezirk gilt als Hochburg der schiitischen Hisbollah.

Als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ajatollah Ali Chamenei hatte die Hisbollah nach einer längeren Kampfpause vor gut einer Woche wieder damit begonnen, Raketen auf Israel abzufeuern. Seitdem greift das israelische Militär in größerem Umfang Ziele im Libanon an. Nach offiziellen Angaben aus Beirut wurden durch die Gewalteskalation bisher nahezu 760.000 Menschen im Libanon vertrieben.

red/dpa/afp