Abo

Live

Krieg in Nahost
Rückholflieger soll in Köln landen – USA wohl hinter Angriff auf Schule

8 min
Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Eurowings. Im Hintergrund ist der Flughafen Köln/Bonn zu sehen. (Archivbild)

Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Eurowings. Im Hintergrund ist der Flughafen Köln/Bonn zu sehen. (Archivbild)

Israel und die USA setzen ihre Angriffe fort. US-Präsident Trump fordert die Kapitulation des Iran. Alle Infos im Liveblog.

Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog. 

6. März 2026

Evakuierung: Rückholflieger soll in der Nacht auf Samstag in Köln landen

20.59 Uhr: Die Lufthansa-Tochter Eurowings schickt in der Nacht auf Samstag ein erstes eigenes Flugzeug ins Krisengebiet, um rund 150 Touristen nach Deutschland zurückzuholen. Ein Sonderflug aus Riad nach Köln soll in der Nacht stattfinden, wie das Unternehmen mitteilt.

An Bord kommen Gäste des eigenen Reiseveranstalters Eurowings Holidays. Es handelt sich um den ersten eigenen Rückholflug der Lufthansa Group nach Deutschland. Die Airline war bislang als Dienstleister der Bundesregierung tätig.

Wegen der Eskalation des Konflikts seit dem vergangenen Wochenende sitzen derzeit noch Zehntausende Menschen fest, die im Nahen Osten Urlaub machten oder einen der dortigen Flughäfen als Drehkreuz nutzen wollten. Viele Staaten dort hatten ihren Luftraum zeitweise komplett geschlossen. Inzwischen sind begrenzt wieder Flüge möglich.

Berichte: USA wohl für Angriff auf Schule verantwortlich

18.47 Uhr: Die USA sind laut einem Medienbericht wahrscheinlich für den Angriff auf eine Schule im Iran mit womöglich mehr als 150 Toten verantwortlich. Die „New York Times“ berichtete am Freitag, dies habe eine Auswertung von Satellitenbildern, Videos und Veröffentlichungen in Online-Medien ergeben. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk drängte auf eine rasche Untersuchung.

Rettungskräfte und Anwohner durchsuchen die Trümmer nach einem Angriff auf eine Grundschule für Mädchen. (Archivbild)

Rettungskräfte und Anwohner durchsuchen die Trümmer nach einem Angriff auf eine Grundschule für Mädchen. (Archivbild)

Nach Angaben der „New York Times“ wurde die Mädchenschule in Minab im Süden des Iran getroffen, während die US-Streitkräfte Ende Februar einen benachbarten Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden angriffen. Der iranische Präsident Masud Peseschkian hatte die USA und Israel beschuldigt, die Grundschule mit Raketen angegriffen zu haben. Teheran spricht von einem „Kriegsverbrechen“. 

Laut der Nachrichtenagentur Reuters gehen auch US-Ermittler von einer amerikanischen Verantwortung für den Angriff auf die Mädchenschule aus. Eine endgültige Bewertung des Vorfalls stehe jedoch noch aus.

Libanon: Mehr als 200 Tote nach Angriffen Israels

18.40 Uhr: Im Zuge der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah sind im Libanon nach Behördenangaben bereits 217 Menschen getötet worden. 798 Menschen wurden bisher verletzt, wie das Gesundheitsministerium in Beirut mitteilte.

Die Hisbollah hatte am Montag in Reaktion auf die Tötung des iranischen obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei begonnen, Raketen auf Ziele in Israel zu feuern. Das israelische Militär reagiert seitdem mit erneut umfangreichen Luftangriffen in mehreren Teilen des Landes. Auch am Freitag trafen israelische Angriffe die Hauptstadt Beirut. Zehntausende Menschen wurden zur Flucht aufgerufen.

Bericht: Deutschland zieht Soldaten aus Irak ab

17.49 Uhr: Die Bundesregierung zieht wegen des Iran-Kriegs einem Medienbericht zufolge Bundeswehr-Soldaten und Botschaftspersonal aus der irakischen Hauptstadt Bagdad ab. Darüber habe die Regierung am Freitagmittag die Obleute in den zuständigen Bundestagsausschüssen informiert, berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Soldatinnen und Soldaten sowie Botschaftsangehörige werden demzufolge nach Jordanien verlegt, wo sich zwei Militärtransporter des Typs A400M befinden.

In Bahrain stationierte deutsche Soldatinnen und Soldaten seien bereits zurückgekehrt, berichtete das Redaktionsnetzwerk. Der Abzug aus Kuwait werde ebenso vorbreitet wie jener aus dem Libanon. Schon zu Wochenbeginn habe aus Koalitionskreisen verlautet, dass Bundeswehr-Kräfte teilweise aus den Camps geholt und dezentral untergebracht sowie Kontingente reduziert worden seien. Das Bundesverteidigungsministerium wollte den RND-Bericht nicht kommentieren.

Sánchez bekräftigt Kritik an Krieg und Trump

16.39 Uhr: Der von US-Präsident Donald Trump vehement attackierte spanische Regierungschef Pedro Sánchez hat seine Kritik am US-israelischen Krieg gegen den Iran bekräftigt. Dieser Krieg sei „ein außerordentlicher Fehler, für den wir bezahlen werden“, sagte Sánchez am Freitag im südspanischen Huelva. Trump hatte seine Attacke gegen Sánchez am Dienstag im Oval Office in der Gegenwart von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgetragen – der darauf verzichtete, den spanischen Kollegen vor laufenden Kameras in Schutz zu nehmen.

Pedro Sánchez, Ministerpräsident von Spanien. (Archivbild)

Pedro Sánchez, Ministerpräsident von Spanien. (Archivbild)

Sánchez hob nun das Recht von Verbündeten hervor, auf „Fehler“ hinzuweisen. „Zwischen verbündeten Ländern ist es gut, dem anderen zu helfen, wenn er Recht hat - aber auch, ihm zu sagen, wenn er einen Fehler begeht, wie es hier der Fall ist“, sagte Sánchez in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem portugiesischen Amtskollegen Luis Montenegro.

Sicherheitsbeamter: Flughafen und Öleinrichtungen im Süden Iraks von Drohnen getroffen

16.12 Uhr: Im Süden des Irak haben Drohnen nach Angaben eines Sicherheitsbeamten den Flughafen der Stadt Basra sowie zwei Öleinrichtungen getroffen. „Eine Drohne stürzte auf das Frachtterminal des Flughafens von Basra“, sagte der Beamte am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. Zwei weitere Drohnen hätten ein US-Unternehmen im Ölkomplex von Burdschesia getroffen sowie eine vierte Drohne das Ölfeld in Rumaila, wo das britische Energieunternehmen BP tätig ist.

Trump fordert „bedingungslose Kapitulation“

15.17 Uhr: Im Krieg mit dem Iran will US-Präsident Donald Trump nach eigener Darstellung kein Abkommen mit dem Land abschließen. Stattdessen müsse es auf eine „bedingungslose Kapitulation“ hinauslaufen, forderte er auf seiner Plattform Truth Social.

Kurdische Kämpfer im Irak melden iranische Angriffe auf ihre Stellungen

15.09 Uhr: Am siebten Tag des Iran-Krieges hat der Iran nach kurdischen Angaben erneut Stellungen der iranisch-kurdischen Opposition im Nordirak angegriffen. „Unsere Stellungen werden vom iranischen Feind angegriffen“, sagte ein Vertreter der Demokratischen Partei Iranisch-Kurdistans (PDKI) am Freitag der Nachrichtenagentur AFP. „Nach einem Angriff heute Morgen wurden unsere Stützpunkte vor 20 Minuten erneut mit sechs Drohnen attackiert“, führte er aus. Der Angriff dauere an.

Teheran hatte für den Fall eines Eindringens kurdischer Kämpfer aus dem Nordirak in den Iran mit Angriffen auf „alle Einrichtungen“ im Nachbarland gedroht. „Bisher wurden nur Stützpunkte der USA und Israels sowie von separatistischen Gruppen der Region ins Visier genommen“, hieß es nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr in einem Schreiben des iranischen Verteidigungsrates. Wenn aber kurdische Kämpfer womöglich in den Iran eindringen würden, dann wären „alle Einrichtungen der Region des kurdischen Irak das Ziel“ von Angriffen.

Israel: Angriff auf Chameneis unterirdischen Bunker

14.48 Uhr: Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge den unterirdischen Militärbunker des getöteten Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei angegriffen und zerstört. Der unterirdische Komplex befinde sich unter iranischen Regierungsgebäuden im Zentrum der Hauptstadt Teheran, teilte das israelische Militär mit. Die Zerstörung des Bunkers sei ein weiterer Schlag für die iranische Führung, erklärte der Armeesprecher Effie Defrin.

Arbeiter montieren eine Plakatwand mit dem Porträt des verstorbenen iranischen Obersten Führers Chamenei.

Arbeiter montieren eine Plakatwand mit dem Porträt des verstorbenen iranischen Obersten Führers Chamenei.

Irans Staatsoberhaupt wurde vor fast einer Woche bei den israelischen und US-Luftangriffen im Iran getötet - laut Israels Armee noch bevor er den Bunker benutzen konnte. Danach hätten ranghohe Mitglieder der Führung den Bunker weiter benutzt. „Weil sie dachten, es sei ein sicherer Ort, zu dem nicht vorgedrungen werden kann. Sie haben sich geirrt“, sagte Defrin. „Im Moment warten wir auf das Ergebnis des Angriffs.“

Iran droht mit Angriffen auf Nordirak

12.44 Uhr: Für den Fall eines Eindringens kurdischer Kämpfer aus dem Nordirak in den Iran hat die Führung in Teheran mit Angriffen auf „alle Einrichtungen“ im Nachbarland gedroht. „Bisher wurden nur Stützpunkte der USA und Israels sowie von separatistischen Gruppen der Region ins Visier genommen“, hieß es nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Mehr in einem Schreiben des iranischen Verteidigungsrates. Wenn aber kurdische Kämpfer womöglich in den Iran eindringen würden, dann wären „alle Einrichtungen der Region des kurdischen Irak das Ziel“ von Angriffen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor gesagt, er wolle keine US-Bodentruppen in den Iran schicken, würde jedoch eine Offensive iranisch-kurdischer Kämpfer befürworten. „Ich finde es wundervoll, dass sie das tun wollen, ich wäre voll dafür“, sagte er. Mehrere US-Medien hatten berichtet, dass die USA kurdische Milizen mit Waffen unterstützen wollen, um einen Aufstand im Iran zu provozieren. Dies wurde vom Weißen Haus dementiert.

EU-Kommissar: USA haben nicht genug Luftabwehrraketen

11.15 Uhr: Die USA haben nach Einschätzung von EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius nicht ausreichend Luftabwehrraketen, um die Golfstaaten und die Ukraine bei deren Verteidigung zu unterstützen. „Die Amerikaner werden wirklich nicht in der Lage sein, genügend dieser Raketen bereitzustellen“, sagte Kubilius am Freitag bei einem Besuch in Warschau. Dies gelte sowohl für die Golfstaaten als auch für die US-Armee selbst und „den Bedarf der Ukraine“, erläuterte er. Es sei „ganz klar“, dass es nach dem Iran-Krieg „für uns in Europa noch dringlicher geworden ist, die Produktion von Luftabwehr- und Raketenabwehrsystemen hochzufahren“, betonte Kubilius. Europa stehe einer „riesigen Herausforderung“ gegenüber, wenn es um Entwicklung von Luftabwehr gehe, fügte er hinzu.

Einwohner von Dubai erhalten Warnung vor möglichen Angriffen

9.10 Uhr: Die Einwohner von Dubai haben vom Innenministerium der Vereinigten Arabischen Emirate am Freitag inmitten des Iran-Krieges eine Warnung auf ihre Handys erhalten, sich wegen möglicher „Raketenbedrohungen“ in Sicherheit zu bringen. „Aufgrund der aktuellen Lage und potenzieller Raketenbedrohungen suchen Sie sofort Schutz in dem nächstgelegenen sicheren Gebäude und halten Sie sich von Fenstern, Türen und offenen Bereichen fern“, heißt es in der Warnung laut Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Die Vereinigten Arabischen Emirate und andere Golfstaaten wurden in den vergangenen Tagen wiederholt Ziel iranischer Drohnen- und Raketenangriffe.

Iran kündigt Ausweitung der Gegenangriff an

7.35 Uhr: Irans Streitkräfte haben knapp eine Woche nach Kriegsbeginn eine Ausweitung ihrer Gegenangriffe angekündigt. In den kommenden Tagen werde der Feind intensiver und umfangreicher angegriffen, berichtete der staatliche Rundfunk unter Berufung auf das zentrale Hauptquartier „Chatam Al-Anbija“, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt. Die iranische Militärführung berichtete unterdessen über Angriffe mit Kamikazedrohnen auf den Luftwaffenstützpunkt Ramat David und eine Radarstation in Israel, einen US-Stützpunkt in Kuwait sowie im irakischen Erbil.