Köln – In der Haut von Robert Habeck möchte derzeit keiner stecken. Ausgerechnet ein grüner Bundeswirtschaftsminister muss stillgelegte Kohlekraftwerke wieder anfahren, in Katar und den USA um Gas betteln, um ein wirtschaftliches Chaos in Deutschland zu verhindern.
Denn ohne Gas in der Industrie droht eine Rezession, eine Wirtschaftskrise, die wiederum auch alle Anstrengungen, den Klimawandel durch technische Innovationen voranzutreiben, zunichte machen könnte, weil Wertschöpfungsketten zusammenbrechen und teure Investitionen in den schnellen Ausbau der erneuerbaren Energien ins Stocken geraten könnten.
Bundesregierung hält am Ziel fest
Habeck steckt in dem Zielkonflikt zwischen Versorgungssicherheit und Klimaschutz, den alle Energiekonzerne immer heraufbeschworen haben. Dass er durch einen Krieg mitten in Europa ausgelöst werden könnte, daran hat noch vor einem Jahr kein Menschen geglaubt.
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Robert Habeck und die Bundesregierung bezeichnen ihr Vorgehen als alternativlos und halten an ihrem Plan fest, den endgültigen Kohleausstieg auf 2030 vorzuziehen. Das ist nicht mehr als ein Versprechen, weil niemand heute sagen kann, wie lange der von Russland angezettelte Angriffskrieg dauern und welche Folgen er für die europäische Sicherheitsarchitektur haben wird. Fest steht nur: Je länger der Krieg dauert, desto schwieriger wird es, die Pariser Klimaziele noch zu erreichen. Und je teurer das russische Gas wird, desto weniger wird Putin davon verkaufen müssen, um ihn zu finanzieren.

