Abo

Kommentar zur Testpflicht für SchulenFerien bitte nicht wieder verschlafen!

2 min
Speichelprobe Wattestäbchen

Teststäbchen für einen Corona-Abstrich.

Düsseldorf – Kein Zweifel, es gibt Gründe, warum sich Schülerinnen und Schüler und die verantwortlichen Eltern um einen Corona-Test vor den Osterferien herumgedrückt haben. Man wollte vielleicht die ohnehin eingeschränkte Aussicht auf ein paar Tage Urlaub nicht durch ein positives Ergebnis zerstören, und die Möglichkeit, dass die komplette Familie in Quarantäne muss, ist ebenfalls nicht verlockend. Menschlich verständlich sind solche Entscheidungen, zumal nach einem ganzen Jahr der Pandemie und angesichts einer Politik, die Inzidenz- und andere, vor ein paar Monaten noch wichtige Werte in den Wind zu schreiben scheint. Vernünftig sind sie deshalb nicht.

Verbindlichkeit ist gefordert

Wer noch immer behauptet, das Virus mache um Schulen und Kitas einen wundersamen Bogen, ignoriert wissenschaftliche Erkenntnis und statistische Evidenz. Werden diese Einrichtungen dennoch geöffnet, so wie es auch nach den Osterferien wieder geschehen soll, hilft nur eins: Solange nicht die meisten geimpft sind – und das wird dauern – helfen Tests, aber nur, wenn sie verbindlich sind.

Das könnte Sie auch interessieren:

Die Politik ist hier an einen Punkt gekommen, an dem sie zeigen muss, ob sie es ernst meint mit einer konsequenten Eindämmung der Pandemie, oder eben nicht: Lässt sie es weiterhin zu, dass sich ein beträchtlicher Prozentsatz von Schülerinnen und Schülern dem Test verweigert und nimmt damit Infektionen in Kauf, oder besteht sie zum Schutz der Gesundheit auf einer Testpflicht, auch wenn das manchen nicht behagt? Noch bleibt ein wenig Zeit bis Ferienende – hoffentlich wird sie nicht ähnlich verschlafen wie im vergangenen Sommer.