Die CDU geht als stärkste Kraft aus den niedersächsischen Kreiswahlen hervor. Salzgitter wird zur AfD-Hochburg.
Kommunalwahlen NiedersachsenAfD auf Rang 3 hinter CDU und SPD – Salzgitter ist blaue Hochburg

In Salzgitter wurde die AfD bei den Kommunalwahlen in Niedersachsen stärkste Kraft.
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Die CDU ist erneut stärkste Kraft bei Kommunalwahlen in Niedersachsen auf Kreisebene geworden. Die Partei erreichte laut vorläufigem Ergebnis 27,2 Prozent, dahinter liegt die SPD mit 24,6, die AfD mit 15,9, die Grünen mit 14,1, die Linke mit 6,0 und die FDP mit 3,7 Prozent, wie aus dem Wahlportal des Landes hervorgeht.
Bei den vergangenen Kreiswahlen im Jahr 2021 war die CDU mit 31,7 Prozent stärkste Kraft geworden, vor der SPD mit 30,0 Prozent. Die Grünen hatten damals 15,9 Prozent erreicht, die FDP 6,5 Prozent, die AfD 4,6 Prozent und die Linke 2,8 Prozent. Damit legte die AfD besonders stark zu und erzielte ihr bislang bestes Kommunalwahlergebnis in Niedersachsen. CDU und SPD verloren hingegen an Unterstützung.
Die Wahlbeteiligung lag bei 64,6 Prozent und stieg damit deutlich. Fünf Jahre zuvor hatten 57,0 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Rund 6,3 Millionen Menschen konnten diesmal an den Wahlen teilnehmen.
Fast 30.000 Mandate wurden vergeben
Die landesweiten Prozentwerte bilden die Stimmen für die Kreistage, die Räte der kreisfreien Städte und die Regionsversammlung der Region Hannover ab. Sie gelten auch als wichtiger Stimmungstest für die Parteien vor den Landtagswahlen im nächsten Jahr und als Gradmesser für die Stimmung in einem westdeutschen Flächenland.
Besondere bundespolitische Bedeutung erhielt das Abschneiden der AfD durch die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine Woche zuvor. Dort war die Partei mit knapp 44 Prozent mit großem Abstand stärkste Kraft geworden und hatte ihr Ergebnis gegenüber 2021 mehr als verdoppelt. Die CDU verlor dort mehr als die Hälfte ihrer bisherigen Wähler und stürzte auf rund 17 Prozent ab.

Oldenburg: Wahlhelfer entleeren in einem Wahllokal, das in einer Grundschule untergebracht ist, eine Wahlurne mit den Stimmzetteln für die Kommunalwahl in Niedersachsen.
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Die Wählerinnen und Wähler in Niedersachsen entschieden über 29.501 Mandate in 2.182 kommunalen Vertretungen sowie bei 395 Direktwahlen über Bürgermeister, Oberbürgermeister, Landräte und den Regionspräsidenten.
Bereits am kommenden Sonntag folgen die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und zum Landtag von Mecklenburg-Vorpommern. Auch dort steht das Kräfteverhältnis zwischen AfD, CDU und SPD im Fokus. In Niedersachsen wird im kommenden Jahr ein neuer Landtag gewählt.
Salzgitter ist AfD-Hochburg
In Salzgitter ist die AfD stärkste Kraft im Stadtrat von Salzgitter geworden. Auch bei der Oberbürgermeisterwahl in der Stadt mit gut 100.000 Einwohnern ist die Partei weiter im Rennen.
Von allen abgegebenen Stimmen entfielen bei der Stadtratswahl 27,39 Prozent auf die Partei. Damit landete die AfD knapp vor der SPD (25,85 Prozent) und der CDU (23,23). Der Verfassungsschutz in Niedersachsen stuft die AfD als rechtsextremistisches Beobachtungsobjekt ein. Die Partei wehrt sich dagegen juristisch.
Im Kampf um das Oberbürgermeisteramt in Salzgitter geht zudem die AfD-Kandidatin Patricia Mair in die Stichwahl gegen Amtsinhaber Frank Klingebiel (CDU). Klingebiel vereinte 45,61 Prozent der Stimmen auf sich, Mair kam auf 25,67.
Amtsinhaber siegte vor fünf Jahren im ersten Anlauf
Bei der vorherigen Wahl 2021 hatte Klingebiel mit 54,91 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit geholt. Im Stadtrat lag seine CDU damals auf Rang zwei hinter der SPD. Die AfD rangierte mit rund 10 Prozent auf dem dritten Platz
Salzgitter hat einen hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, soziale Problemlagen und eine überdurchschnittlich hohe Arbeitslosenquote. Zuletzt sorgte die Stadt bundesweit für Aufmerksamkeit, als der Stadtrat im Dezember 2025 mehrheitlich beschloss, eine Arbeitspflicht für Asylbewerber prüfen zu lassen. Salzgitter ist ein Zusammenschluss mehrerer Orte und hat für eine Großstadt eine vergleichsweise geringe Bevölkerungsdichte. (dpa)
