Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. Washington legt einen Friedensplan vor – Teheran antwortet. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostTrump lüftet Geheimnis um „riesiges Geschenk“ aus Teheran
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
26. März
Trump lüftet Geheimnis um „riesiges Geschenk“ aus Teheran
20 Uhr: Der Iran hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zehn Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährt. Die iranische Seite habe das angeboten, um in den Verhandlungen mit den USA ihre Zuverlässigkeit zu untermauern, sagte Trump bei einer Kabinettssitzung in Washington. „Wir haben es wohl mit den richtigen Leuten zu tun“, sagte Trump.
Vor seinen Bemerkungen fragte Trump seinen Sondergesandten Steve Witkoff am Kabinettstisch, ob er die Informationen teilen dürfe - offenbar weil es sich um vertrauliche Angaben handelt. „Ich hoffe, ich habe deine Verhandlungen nicht vermasselt“, sagte Trump in Richtung Witkoff.
Am Dienstag hatte Trump die Iraner in kryptischen Worten für ein Geschenk gelobt, das sie den USA gemacht hätten. „Es war ein riesiges Geschenk, das unglaublich viel Geld wert war“, sagte er. Details wollte er zunächst nicht verraten.
Bericht: Mindestens fünf Tote bei israelischen Angriffen auf Libanon
15.46 Uhr: Im Libanon sind bei israelischen Angriffen nach Medienberichten mindestens fünf Menschen getötet worden. Nach Angaben der libanesischen Nachrichtenagentur NNA wurden bei einem Angriff auf ein Gebäude in Nabatäa im Süden des Landes zwei Menschen getötet, drei weitere kamen demnach im als Hochburg der Hisbollah-Miliz bekannten Bint Dschubail nahe der Grenze zu Israel ums Leben. Insgesamt tötete die israelische Armee nach eigenen Angaben seit Beginn des Iran-Kriegs rund 700 Hisbollah-Anhänger.

Rauch steigt von einem israelischen Luftangriff auf das Dorf Zibbikin auf, gesehen von der Stadt Tyrus, Libanon.
Copyright: Hussein Malla/AP/dpa
Iran übermittelt Antwort auf 15-Punkte-Plan der USA
15.11 Uhr: Der Iran hat nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim seine Antwort auf einen 15-Punkte-Vorschlag der USA für ein Ende des Kriegs übermittelt. Dies sei in der vergangenen Nacht über Mittelsmänner geschehen, erklärte die Agentur unter Berufung auf eine informierte Quelle. Teheran warte jetzt auf eine Antwort aus Washington.
Laut der „informierten Quelle“ fordert der Iran ein Ende aller Kampfhandlungen an allen Fronten – und damit auch im Libanon oder im Irak. Zudem sollen die USA und Israel gezielte Tötungen einstellen. Der Iran verlangt außerdem Garantien, die einen erneuten Krieg verhindern sollen.
Iran lässt Öltanker aus Malaysia durch Straße von Hormus
14.33 Uhr: Der Iran lässt nach Angaben der malaysischen Regierung Öltanker aus dem südostasiatischen Land wieder durch die für den internationalen Seehandel wichtige Straße von Hormus fahren. Er habe mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian sowie weiteren Staats- und Regierungschefs aus der Region gesprochen, sagte Malaysias Regierungschef Anwar Ibrahim am Donnerstag in einer Fernsehansprache. „Wir sind nun dabei, die malaysischen Öltanker und die beteiligten Arbeiter freizugeben, damit sie ihre Heimreise fortsetzen können“, fügte er hinzu.
Seit Beginn der US-israelischen Angriffe gegen den Iran am 28. Februar haben die iranischen Streitkräfte die Straße von Hormus, durch die üblicherweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, weitgehend gesperrt. Auswirkungen hat dies insbesondere auch auf viele asiatische Länder.
Russland weist Bericht über Drohnen-Lieferung an den Iran zurück
13.37 Uhr: Moskau hat einen Bericht über eine russische Drohnen-Lieferung an den Iran als „Lüge“ zurückgewiesen. „Die Medien verbreiten so viele Lügen … Schenken Sie ihnen keine Beachtung“, sagte am Donnerstag Kreml-Sprecher Dmitri Peskow auf eine entsprechende Frage der Nachrichtenagentur AFP in Moskau. Zuvor hatte die „Financial Times“ unter Berufung auf westliche Geheimdienstmitarbeiter berichtet, dass Russland Drohnen nach Teheran bringe und die Lieferung bis Ende März abgeschlossen werden solle.
Russland ist ein enger Verbündeter der Führung in Teheran. Es hat die Ende Februar gestarteten Angriffe von Israel und den USA auf den Iran verurteilt. Moskau bestreitet jedoch, seinem Partner seit Beginn des Kriegs Militärhilfe geleistet zu haben. Mehrere US-Medien berichteten jedoch, Moskau habe militärische Geheimdienstinformationen mit Teheran geteilt, um dessen Angriffe in der Golfregion zu ermöglichen. Diese Berichte wurden vom Kreml auch auf Nachfrage nicht kommentiert.
Marinekommandeur der iranischen Revolutionsgarden getötet
12.56 Uhr: Israel hat nach eigenen Angaben bei einem Luftangriff den Marinekommandeur der iranischen Revolutionsgarden getötet. Aliresa Tangsiri sei vergangene Nacht bei einem „präzisen und tödlichen Einsatz“ getötet worden, sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz am Donnerstag in einer Videoerklärung. Ihm zufolge wurden dabei auch „hochrangige Offiziere des Marinekommandos ausgeschaltet“.
Tangsiri war Katz zufolge „direkt für den terroristischen Einsatz verantwortlich, bei dem die Straße von Hormus mit Minen ausgelegt und für den Schiffsverkehr blockiert wurde“.
Trump kritisiert ausbleibende Hilfe der Nato-Länder
11.47 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich erneut verärgert über die seiner Meinung nach ausbleibende Hilfe anderer Nato-Länder im Krieg gegen den Iran gezeigt. „Die Nato-Staaten haben absolut nichts unternommen, um gegen den wahnsinnigen Iran zu helfen, der nun militärisch dezimiert ist“, schrieb er am Donnerstagmorgen (Ortszeit) in Versalien auf seiner Plattform Truth Social.
Zudem drohte er indirekt, diese fehlende Unterstützung nicht zu vergessen: „Die USA brauchen nichts von der Nato, aber „vergessen Sie niemals“ diesen äußerst wichtigen Zeitpunkt!“. Was genau er erwartet, ging aus dem Post nicht hervor.
Zwei Tote in Abu Dhabi durch herabfallende Raketenteile
9.09 Uhr: In der emiratischen Hauptstadt Abu Dhabi sind zwei Menschen durch herabfallende Trümmerteile einer Rakete getötet worden. Wie das Medienbüro der Stadt mitteilte, wurde eine ballistische Rakete durch das Luftabwehrsystem abgefangen. Dabei seien die Trümmerteile abgefallen.
Drei weitere Menschen seien bei dem Vorfall verletzt worden. Außerdem wurden den Angaben zufolge mehrere Autos beschädigt.
Auch andere Golfstaaten meldeten erneuten Beschuss auf ihr Territorium. In Kuwait seien feindliche Drohnen abgefangen worden, teilte die staatliche Nachrichtenagentur Kuna mit. Das saudische Verteidigungsministerium berichtete, Geschosse in der östlichen Region zerstört und abgefangen zu haben.
Teheran lehnt Gespräche weiter ab – Weißes Haus droht mit „Hölle“
7.34 Uhr: Widersprüchliche Äußerungen aus den USA und dem Iran über diplomatische Bemühungen für ein Ende des Kriegs sorgen weiter für Verwirrung. „Sie verhandeln übrigens, und sie wollen unbedingt eine Einigung erzielen“, sagte US-Präsident Donald Trump am Mittwoch (Ortszeit). Irans Außenminister Abbas Araghtschi bestritt rundweg, dass es überhaupt Verhandlungen gebe. Gespräche mit Washington lehnte er ab. Während Trump von laufenden Verhandlungen sprach, drohte seine Sprecherin Teheran damit, „die Hölle zu entfesseln“. Die gegenseitigen Angriffe in der Region gingen derweil unvermindert weiter.
Trump äußerte sich bei einem Abendessen für republikanische Kongressabgeordnete in Washington. Ihm zufolge gibt es Gespräche mit Teheran. Doch die iranischen Unterhändler „trauen sich nicht, das zu sagen, weil sie glauben, dann von ihren eigenen Leuten getötet zu werden“. Trump fügte hinzu: „Sie haben auch Angst, von uns getötet zu werden.“

US-Präsident Donald Trump. (Archivbild)
Copyright: AFP
Verletzte bei Einschlägen im Großraum Tel Aviv
6.23 Uhr: Bei neuen Raketenangriffen des Irans auf Israel am Morgen hat es nach Militärangaben mehrere Einschläge im Großraum Tel Aviv gegeben. Sechs Menschen seien in der arabisch geprägten Ortschaft Kfar Kassem östlich der Küstenmetropole verletzt worden, teilte der israelische Rettungsdienst Magen David Adom mit.
Rettungskräfte seien innerhalb von Minuten zum Ort des Einschlags gekommen, erzählte ein Sanitäter. „Vor Ort sahen wir großes Durcheinander, begannen mit Durchsuchungen im Haus und stellten Zerstörungen im mittleren Bereich des Hauses fest“, sagte er. „Fünf Personen, die sich im Haus befanden, wurden durch die Druckwelle verletzt.“ Nach der Erstversorgung vor Ort seien sie ins Krankenhaus gebracht worden.
(red/dpa/afp)

