Die ukrainische Armee setzt ihre Angriffsserie gegen die russische Ölindustrie fort. Selenskyj findet derweil klare Worte in New York.
„Er wird auch dieses Mal scheitern“Massiver Angriff trifft Ziele in Russland – Selenskyj verhöhnt Putin

Ein Screenshot aus einem bei Telegram kursierenden Video soll Rauchsäulen über der russsichen Stadt Perm zeigen.
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Die ukrainischen Streitkräfte haben in der Nacht auf Freitag (25. September) erneut Ziele tief in Russland angegriffen. Russische Behörden bestätigten Drohnenangriffe auf „Industrieanlagen“ und sprachen von einem „massiven Drohnenangriff“. Berichten zufolge sollen Drohnen eine Lukoil-Raffinerie in Perm, eine der zehn größten Raffinerien Russlands, getroffen haben. In russischen und ukrainischen Telegram-Kanälen kursierten Aufnahmen, die einen massiven Brand auf dem Industriegelände zeigen sollen. Unabhängig überprüft werden können die Aufnahmen nicht.
Russische Behörden bestätigten unterdessen einen Angriff auf eine weitere Raffinerie in der Region Rostow. Die Raffinerie Nowoschachtinsk ist die einzige in der Region. Nach Angaben des Gouverneurs von Rostow, Juri Sljusar, sollen bei dem Angriff rund 50 Drohnen zum Einsatz gekommen sein. Die Raffinerie sei beschädigt worden und habe den Betrieb eingestellt, hieß es weiter.
Russland: Raffinerien und Rüstungswerk in Flammen
Ebenfalls ins Visier der ukrainischen Streitkräfte geraten ist offenbar ein Werk des größten russischen Rüstungskonzerns Almas-Antei in Uljanowsk. Kursierende Aufnahmen zeigen einen Drohneneinschlag auf dem Werksgelände, gefolgt von einer Explosion. Örtliche Behörden berichteten von „Schäden an Industrieanlagen“ und ziviler Infrastruktur. Acht Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden, hieß es.

Auf einem Video in Telegram-Kanälen sollen Brände auf dem Gelände der Raffinerie in Perm zu sehen sein.
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Russland setzte unterdessen seine Luftangriffe auf die Ukraine ebenfalls fort. Bei einem Drohnenangriff auf ein Wohnhaus in der Hauptstadt Kyjiw wurde ukrainischen Angaben zufolge ein Jugendlicher getötet, sieben weitere Personen seien verletzt worden, teilten ukrainische Behörden mit. Insgesamt habe Russland in der Nacht auf Freitag mit rund 300 Drohnen die Ukraine angegriffen, hieß es weiter.
Wohnhaus in Kyjiw getroffen: „Absolut brutal und abscheulich“
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj nannte die Attacke in den sozialen Netzwerken einen „absolut brutalen und abscheulichen Angriff, der jeglicher militärischen Logik entbehrt“ und berichtete von weiteren Schlägen, etwa gegen eine Poststelle in Odessa und eine medizinische Klinik in Saporischschja. „Russland wird mit dem Herannahen des Winters die Eskalation weiter vorantreiben, sofern kein Druck ausgeübt wird“, warnte Selenskyj zudem.
Bereits bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung in New York hatte der ukrainische Staatschef deutliche Worte gefunden. Die Ukrainer wüssten, dass „dieser Winter für uns sehr hart werden könnte“, erklärte Selenskyj. „Als Reaktion darauf bleibt uns keine Wahl, als es auch für Russland schmerzhaft zu machen.“
Selenskyj verspottet Kremlchef: „Putin wird scheitern“
Selenskyj betonte zudem, warum die Ukraine bereits seit Monaten gezielt die russische Ölindustrie ins Visier nimmt. „Zum ersten Mal in der Geschichte Russlands hören wir nun, dass sein Stolz – seine Ölindustrie – nur noch im Leerlauf läuft“, erklärte der Staatschef in New York. „Aber Öl selbst ist nicht das Ziel der Ukraine, weder Benzin noch Diesel, weder Fabriken noch Häfen als solche.“ Es gehe vielmehr darum, Russlands Fähigkeit zu unterbinden, „diesen Krieg zu finanzieren, ihn in die Länge zu ziehen, ihn brutaler und zerstörerischer zu machen“.
Selenskyj setzte bei seiner Rede vor der UN-Generalversammlung mitunter auch auf hämische Worte in Richtung von Kremlchef Wladimir Putin. Der russische Machthaber habe oft betont, dass er die ukrainische Region Donezk erobern werde. „Er sagte, er brauche nur noch ein paar Monate“, erklärte Selenskyj und fügte hinzu: „Das ist wahrscheinlich das 17. oder 18. Mal in fünf Jahren, dass er dieses Versprechen abgegeben hat – und dann verschiebt er den Termin erneut“, hieß es weiter vom Ukrainer. „Putin wird auch dieses Mal scheitern“, fügte Selenskyj hinzu.
Ukraine meldet enorme russische Verluste auf dem Schlachtfeld
Der ukrainische Präsident betonte zudem die enormen Verluste der russischen Streitkräfte seit Kriegsbeginn, die Putin mit seinem „wahnwitzigen Befehl zur Eroberung unseres östlichen Landes“ verursacht habe. „Allein in diesem Jahr, von Januar bis August, hat die russische Armee auf dem Schlachtfeld in der Ukraine 248.964 Menschen verloren. In acht Monaten. 248.000. Getötete und Schwerverletzte“, betonte Selenskyj,
„Einundzwanzig Länder der Welt haben weniger Einwohner als die Zahl der russischen Soldaten, die allein in diesen acht Monaten verloren gingen.“ Unabhängig überprüfen lassen sich die ukrainischen Angaben nicht. Westliche Schätzungen gehen von mehr als 1,4 Millionen getöteten oder verletzten russischen Soldaten seit Kriegsbeginn aus.
