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Neuer Pass-Service flopptKommunen warnen vor langen Wartezeiten vor den Ferien

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Deutscher Reisepass

Die meisten Bürger holen sich ihren neuen Pass im Amt ab. (Symbolbild)

Der Postversand für neue Ausweise ist unbeliebt. Städte wie Köln befürchten nun einen Ansturm vor der Urlaubszeit.

Die Option, den neuen Pass per Post zu erhalten, klingt praktisch, wird aber selten gewählt. Kommunen wie Köln prognostizieren daher Engpässe.

Seit etwa einem Jahr besteht die Möglichkeit, sich neue Ausweisdokumente wie Personalausweise oder Reisepässe gegen ein Entgelt nach Hause liefern zu lassen, anstatt sie persönlich in der Behörde abzuholen. Diese Dienstleistung findet laut kommunalen Angaben jedoch kaum Anklang. „Nach einem Jahr Praxis mit dem Direktversand von Pass- und Ausweisdokumenten durch die Bundesdruckerei ist Ernüchterung eingekehrt“, äußerte Christian Schuchardt, der Geschäftsführer des Städtetages NRW, gegenüber der dpa.

Die direkte Zustellung wird nur von einem sehr kleinen Teil der Bevölkerung in Anspruch genommen. Als Ursachen dafür werden die vielfältigen Bedingungen für die Lieferung per Post und insbesondere die Zusatzkosten in Höhe von 15 Euro angeführt. Die Konsequenz sei, dass viele Bürger „lieber kostenfrei den Weg zum Bürgeramt antreten“.

Zusätzliche Belastung für Behörden statt erhoffter Erleichterung

Für die Kommunen resultiert aus der niedrigen Nachfrage keine Arbeitserleichterung – stattdessen ist das Gegenteil der Fall. Der Arbeitsaufwand hat sich sogar erhöht, weil das Personal in den zuständigen Stellen Beratungen zu einer Option durchführt, die von den Bürgern anschließend oft abgelehnt wird. Das verursacht Mehrarbeit und sorgt für Frustration.

Als Reaktion darauf hat das Bundesinnenministerium Erleichterungen in Aussicht gestellt. Zukünftig ist geplant, auch Dokumente wie die Gesundheitskarte oder den Führerschein für die Identitätsprüfung an der Wohnungstür zuzulassen. Ferner wird den Gemeinden ein umfangreiches Sortiment an Informationsmaterialien bereitgestellt. Die Deutsche Post teilte ebenfalls mit, an einer einfacheren Zustellmethode zu arbeiten. Die Zusatzgebühren seien als Verwaltungsentgelt festgelegt, das man nicht beeinflussen könne.

Wartezeiten für neue Reisedokumente in Köln

Wer ein neues Reisedokument beantragen möchte, muss zuerst einen Termin bei der zuständigen Behörde buchen. In Köln beläuft sich die Wartezeit für einen solchen Termin abhängig vom Kundenzentrum auf zwischen einer und vier Wochen. Es besteht aber auch die Möglichkeit, an bestimmten Tagen ohne vorherige Vereinbarung zu erscheinen. Zahlreiche NRW-Städte, Köln eingeschlossen, stellen täglich neue Terminkontingente online zur Verfügung.

An die Antragstellung schließt sich die Herstellungsdauer bei der Bundesdruckerei an. Die Zeit bis zur Auslieferung schwankt erheblich. Für Köln wird eine Wartezeit von circa sechs Wochen angegeben, während in Dortmund, Duisburg und Münster mit zwischen vier und sechs Wochen gerechnet werden muss. Andere Kommunen melden Zeiträume von drei bis vier Wochen, in Essen sind es sogar nur ungefähr zwei Wochen. Düsseldorf bietet überdies ein beschleunigtes Verfahren an, mit dem ein neuer Pass innerhalb von drei bis fünf Werktagen zur Abholung bereitliegt.

Empfehlung für die Zeit vor der Hauptreisezeit

Die Kölner Stadtverwaltung hebt hervor, dass viele Reiseländer eine Passgültigkeit von wenigstens sechs Monaten über das geplante Datum der Rückreise hinaus verlangen. Es wird daher geraten, die Gültigkeit der eigenen Dokumente rechtzeitig zu überprüfen. Aus Erfahrung ist bekannt, dass kurz vor dem Start der Sommerferien die Nachfrage stark zunimmt. Die Behörden in Dortmund bezeichnen den Zeitraum von drei Wochen vor und drei Wochen nach dem Ferienbeginn als die Phase mit dem höchsten Kundenaufkommen des Jahres.

Bei der direkten Zustellung, die 15 Euro kostet, wird das Dokument von den Boten der Deutschen Post ausschließlich an den Empfänger persönlich übergeben, welcher sich durch ein gültiges Ausweisdokument identifizieren muss. Sollte der Empfänger nicht zu Hause sein, wird die Sendung für sieben Werktage in einer Filiale der Post zur Abholung hinterlegt. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.