Abo

Antisemitismus-Rekord in NRWZahl der Fälle steigt um 17 Prozent auf neuen Höchststand

2 min
Neuer Höchststand antisemitischer Vorfälle in NRW

Die steigende Zahl antisemitischer Angriffe und Bedrohungen beeinträchtigt das Sicherheitsgefühl jüdischer Menschen in Nordrhein-Westfalen. (Symbolbild)

Ein neuer Bericht zeigt: Antisemitische Vorfälle in NRW haben ein Rekordniveau erreicht und werden zunehmend gewalttätiger.

Ein neuer Bericht belegt einen Höchststand antisemitischer Taten in NRW. Die Vorfälle werden nicht nur zahlreicher, sondern auch gewalttätiger.

In Nordrhein-Westfalen wurde im letzten Jahr ein neuer Rekord bei antisemitischen Vorkommnissen verzeichnet. Eine Steigerung um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr führte zu insgesamt 1.102 registrierten Vorfällen. Diese Daten entstammen dem vierten Jahresbericht, den die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Nordrhein-Westfalen (RIAS NRW) veröffentlichte. Rechnerisch ereignete sich somit im Wochenschnitt 21-mal eine judenfeindliche Tat.

Die Auswertung belegt nicht nur einen Anstieg der gemeldeten Ereignisse, sondern ebenso eine erhöhte Bereitschaft zur Gewalt. Im Jahr 2025 wurden in NRW circa 78 Prozent mehr vollendete sowie versuchte Attacken auf jüdische Personen registriert, was einer Gesamtzahl von 32 gemeldeten Fällen entspricht. Auf 33 Meldungen wuchs die Anzahl der Drohungen an, was einer Verdopplung im Jahresvergleich gleichkommt.

RIAS-Bericht: Judenfeindlichkeit nimmt an Gefährlichkeit zu

„Antisemitismus äußerte sich in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 bedrohlicher und gewalttätiger als zuvor“, so eine Kernaussage des 60-seitigen RIAS-Berichts. Laut dem Bericht hatten die registrierten Vorkommnisse mehrheitlich einen Bezug zu Israel. Judenfeindliche Ereignisse ereigneten sich vorwiegend in der Öffentlichkeit, beispielsweise auf der Straße, in Schulen und Hochschulen oder online. Ein Effekt dieser Tendenz ist eine bereits spürbare Beeinträchtigung des Sicherheitsgefühls und der Teilhabe von jüdischen Menschen am gesellschaftlichen Leben.

Ministerin Schäffer ruft zu entschiedenem Widerspruch auf

Die Integrationsministerin von NRW, Verena Schäffer (Grüne), bezeichnete die Entwicklung als „ein klarer Auftrag zum Handeln“ für die Landesregierung. Sie hob allerdings ebenfalls hervor: „Antisemitismus beginnt nicht erst bei Straftaten, sondern bei diskriminierendem und verletzendem Verhalten.“ Deshalb sei die gesamte Gesellschaft gefordert, judenfeindlichen Haltungen und Slogans „entschieden zu widersprechen, wo sie uns begegnen“.

Der Leiter der Meldestelle RIAS NRW, Jörg Rensmann, unterstrich die Notwendigkeit einer lückenlosen Erfassung der Vorkommnisse. „Umso wichtiger ist es demnach, antisemitische Vorfälle konsequent zu dokumentieren, Betroffene zu unterstützen und jeder Form der Relativierung und Normalisierung entschieden entgegenzutreten“, erklärte Rensmann. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.