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CyberabwehrNRW-Verfassungsschutz warnt Politiker vor Angriffen auf Signal und Whatsapp

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Hendrik Wüst (CDU, r.), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie von Nordrhein-Westfalen, schauen im Landtag vor Beginn des bundesweiten Probealarms am Warntag auf ihre Handys.

Hendrik Wüst (CDU, r.), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, und Mona Neubaur (Bündnis 90/Die Grünen), Ministerin für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie von Nordrhein-Westfalen, schauen im Landtag vor Beginn des bundesweiten Probealarms am Warntag auf ihre Handys.

Der Verfassungsschutz schlägt Alarm: Im Moment gebe es eine koordinierte Angriffswelle auf Geräte von Politikern.

Der nordrhein-westfälische Verfassungsschutz hat Politiker, Behörden und Unternehmen vor Cyberattacken bei Messengerdiensten wie „Signal“ und „Whatsapp“ gewarnt. In dem Schreiben, das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, heißt es: „Die Angriffe scheinen sich gezielt gegen hochrangige Personen aus Politik, Wirtschaft, Militär, Verwaltung und Diplomatie zu richten.“

Spur führt nach Russland

Weiter heißt es in dem Brief der Abteilung Spionage- und Cyberabwehr des Verfassungsschutzes NRW: „Indizien deuten auf eine koordinierte, internationale Angriffswelle, die von Nachrichtendiensten aus den USA und den Niederlanden bereits Russland zugeordnet wurde.“ Die Bedrohungslage betreffe auch das Land – obwohl „bisher überwiegend Betroffenheiten auf Bundesebene bekannt geworden sind“.

Diese Woche hatte der „Spiegel“ über einen erfolgreichen Angriff auf den „Signal“-Account von Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) berichtet. Nach Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ hatte die CDU-Zentrale danach auch Spitzenpolitiker aus NRW wie Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) schriftlich gewarnt. Die beiden sitzen wie Klöckner im CDU-Präsidium. In der Partei wurden bislang mehrere „Signal“-Gruppen zur Kommunikation genutzt. Mehrere wurden geschlossen.

Im Schreiben des NRW-Verfassungsschutzes heißt es: „Wie es scheint, gewinnt die Kampagne momentan weiter an Intensität. Es muss von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, so dass die Gefahr besteht, dass zahlreiche Signal-Gruppen bereits unbemerkt ausgelesen werden.“

Warnung an Landtagsabgeordnete

Das Schreiben des NRW-Verfassungsschutzes erreichte auch alle Landtagsabgeordneten. Im Intranet hatte der Landtag am Donnerstag bereits eigenständig vor Angriffen bei Messengerdiensten wie „Signal“ gewarnt. In dem Beitrag, der dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt, heißt es unter anderem: „Typische Vorgehensweisen sind: ⁠Vortäuschen eines Support-Kontakts, ⁠Aufforderung zur Weitergabe von Sicherheitsinformationen (z.B. PIN), ⁠Versenden von Nachrichten mit Links oder QR-Codes zur Kopplung zusätzlicher Geräte.“

Speziell zu „Signal“ warnt der Landtag: „⁠Geben Sie NIEMALS Ihre Sicherheits-PIN oder Verifizierungscodes weiter. ⁠Reagieren Sie NICHT auf Nachrichten von vermeintlichen Support-Konten. Der Kundendienst von Signal wird sich nicht per Signal-Nachricht bei Ihnen melden. ⁠Blockieren Sie Konten, die sich als Signal-Support ausgeben, unverzüglich.“