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ReformpaketWüst wirbt für „pragmatische Umsetzung“ bei Verschärfung von Krankschreibungen

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Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, äußert sich in der Landespressekonferenz im Landtag zu aktuellen politischen Themen.

Hendrik Wüst (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, äußert sich in der Landespressekonferenz im Landtag zu aktuellen politischen Themen. 

Der Ministerpräsident sieht bei der geplanten Reform der Krankschreibungen Klärungsbedarf. 

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) plädiert bei der geplanten Verschärfung der Krankschreibungen im Job für eine Klarstellung und rät zu einer „pragmatischen Umsetzung“. Ein Mensch mit akuter Migräne oder Magen-Darm-Erkrankung sollte nicht am ersten Krankheitstag zum Arzt gehen müssen, um sich eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung abzuholen, sagte Wüst am Freitagmorgen im Düsseldorfer Landtag vor Journalisten. „Man muss bei der Umsetzung darauf achten, ob man am ersten Krankheitstag eine Krankschreibung braucht oder für den ersten Tag“, so der Ministerpräsident. Das sei nicht nur ein sprachlicher Unterschied. Bei manchen Krankheiten sei es vielleicht klug, wenn die kranke Person erst am zweiten oder dritten Tag beim Arzt vorstellig wird. „Ich würde aber nicht ausschließen, dass die Bundesregierung das genau so meinte“, fügt er hinzu.

Grundsätzlich halte er die Initiative der Bundesregierung für richtig, angesichts der steigenden Zahl an Krankschreibungen „da mal hinzusehen“. Aber: „Ich habe auch die Kritik in den letzten 24 Stunden gesehen und verstanden“, so Wüst. Es dürfe nicht zu einer Überlastung von Arztpraxen kommen. „Insofern ist die Aufregung vielleicht ein guter Anlass zur Klarstellung.“

Wüst: Reformpaket „zeigt, dass die politische Mitte handlungsfähig ist“

Union und SPD haben am Donnerstag in Berlin ein umfassendes Reformpaket vorgestellt, mit dem sie Deutschland aus der Wirtschaftskrise führen wollen. Eine der geplanten Maßnahmen ist die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung. Zudem sollen Arbeitnehmer schon am ersten Krankheitstag verpflichtend eine Krankschreibung vorlegen. Das rief besonders unter Medizinern und Krankenkassen Kritik hervor; Die Vorsitzende des Hausarztverbandes nannte die Maßnahme „katastrophal“. 

Wüst sicherte am Freitag der Bundesregierung Nordrhein-Westfalens Unterstützung bei der Umsetzung des Reformpakets zu. Das Paket zeige, dass die politische Mitte handlungsfähig sei, so der Ministerpräsident.