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Ohne DeutschtestSPD will frühere Gastarbeiter einbürgern

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400 türkische Gastarbeiter kamen 1961 in Deutschland an. Die meisten schufteten im Bergbau und in der Stahlindustrie.

Düsseldorf – Die SPD im Düsseldorfer Landtag fordert einen deutschen Pass für türkische Gastarbeiter, die in den 60er Jahren nach Deutschland kamen. „Wir müssen die Lebensleistung der ersten Gastarbeitergeneration würdigen. Ohne Sie wäre der wirtschaftliche Aufschwung nicht möglich gewesen“, sagte Integrations-Experte Ibrahim Yetim dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Viele seien jetzt über 70 Jahre alt. „Sie sollten einen deutschen Pass erhalten, ohne dass sie einen Deutschaufsatz schreiben müssen“, sagte Yetim.

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Die Einbürgerung wäre auch ein starkes Signal in die Familien. Diese Chance müsse genützt werden. „Wenn Opa einen deutschen Pass hat, kann das zum Ansporn für die Kinder werden. „Türken, die eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzen, sind weniger anfällig für die nationalistischen und integrationsfeindlichen Parolen von Staatspräsident Erdogan“, sagte der SPD-Politiker aus Moers. Der Integrationsausschuss des Landtags will nächste Woche über einen Antrag der SPD-Fraktion beraten.

Gastarbeiter im Bergbau und in der Stahlindustrie

Deutschland hatte 1955 das erste Anwerbeabkommen für Gastarbeiter mit Italien geschlossen. Es folgten Griechenland und Spanien (1960), die Türkei (1961), Marokko (1963), Südkorea (1963), Portugal (1964), Tunesien (1965) und das damalige Jugoslawien (1968). Die Gastarbeiter wurden hauptsächlich in körperlich schweren Tätigkeiten im Bergbau, Baugewerbe und in der Stahlindustrie eingesetzt. Mittlerweile leben Familien in der 3. und 4. Generation in Deutschland, deren Herkunftsgeschichte auf Anwerbeabkommen zurückzuführen ist.Heike Wermer, integrationspolitische Sprecherin der CDU im Landtag, verlangte ein „klares Bekenntnis“ zu Deutschland als Voraussetzung für den deutschen Pass. Die würde bei den jüngeren Migranten oft die Aufgabe der alten Staatsbürgerschaft bedeuten.

Doppel-Pass ist vom Alter abhängig

Eine doppelte Staatsbürgerschaft für Menschen aus der Türkei derzeit nur für diejenigen möglich, die nach 1990 geboren wurden. Die von CDU und FDP geführte NRW-Landesregierung zeigt sich dafür offen, die doppelte Staatsbürgerschaft für die Gruppe der ersten Einwanderergeneration vereinfachen zu wollen. Entsprechende Vorschläge, die die der Integrationsministerkonferenz im vergangenen Jahr vorgelegt hatte, wurden aber noch nicht umgesetzt.