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Wohltuender Ton im Papst-Schreiben zur KI

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Papst Leo XIV. unterzeichnet die Enzyklika "Magnifica Humanitas - über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz" am 25. Mai 2026 im Vatikan. Rechts im Bild: Erzbischof Paolo Rudelli, Substitut für Allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats. Weitere Berichterstattung bei KNA.

Papst Leo XIV. unterzeichnet seine erste Enzyklika „Magnifica Humanitas - über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz“ am 25. Mai 2026 im Vatikan. 

Das Dokument Papst Leos XIV. zur Künstlichen Intelligenz setzt das richtige Thema zur rechten Zeit.

Was das römische Lehramt seit dem Ende des 19. Jahrhunderts an sozialethischen Perspektiven entwickelt hat, ist auch für Nicht-Katholiken bedenkenswert. Ein Manko lag darin, dass viele päpstliche Enzykliken und andere Lehrschreiben ihrer Zeit hinterherhinkten. Schon die zu Recht vielgerühmte Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ Papst Leos XIII. zur „Arbeiterfrage“ von 1891 kam im Grunde zu spät – in einem Moment, in dem die Kirche in den Industrienationen die Arbeiterklasse vollends zu verlieren drohte. Seit Robert Francis Prevost im Mai 2025 zum Papst gewählt wurde und sich Leo XIV. nannte , ist klar, dass er sich programmatisch in die Tradition des vorigen Namensträgers stellen will.

Seine Antrittsenzyklika „Magnifica Humanitas“ über die Chancen und Risiken der Künstlichen Intelligenz setzt das richtige Thema und das zur rechten Zeit. Leo geht damit sogar über seinen Vorgänger Franziskus hinaus, der die Kirche mit der Öko-Enzyklika „Laudato si“ angesichts der Klimakatastrophe im letzten Moment als Player zurück ins Gespräch brachte. Mit „Magnifica Humanitas“ erhebt die Kirche mitten in den für alle spürbaren, in ihrer Reichweite noch nicht absehbaren Umwälzungen den Anspruch, ethische Leitplanken für den Zukunftsweg der Menschheit zu setzen. Der Ton ist wohltuend: nicht bevormundend oder besserwisserisch, sondern ermutigend und zugleich angemessen besorgt.

Mit der Beteiligung erstrangiger Tech-Experten setzt Leo eine von Franziskus geübte Praxis fort und überwindet die römische Hybris, andere aus eigener Vollkommenheit zu belehren. Wo es um Geschlechter-Fragen geht oder um die Sexualmoral, wirkt diese alte Haltung noch nach. Kein Wunder, dass die Beiträge Roms hier mittlerweile den Charakter eines Selbstgesprächs haben. „Magnifica Humanitas“ hingegen ist die Eröffnung eines Dialogs.