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Lukrativer BeratervertragSo umgeht Gerhard Schröder die Sanktionen gegen Russland

Der umstrittene Altkanzler sitzt im Aufsichtsrat der russischen Supermarktkette Hyperglobus. Für seine Vergütung greift er zu Tricks.

Wladimir Putin und Altkanzler Gerhard Schröder

Stehen sich nahe: Wladimir Putin und Altkanzler Gerhard Schröder.

Gerhard Schröder hat offenbar eine Möglichkeit gefunden, für sein Aufsichtsratsmandat bei der russischen Supermarktkette „Hyperglobus“ entlohnt zu werden, ohne gegen internationale Sanktionen zu verstoßen. Laut übereinstimmenden Berichten des „Spiegel“ und weiterer Medien erhält der umstrittene Altkanzler keine direkten Zahlungen aus Russland, sondern schloss einen Beratervertrag mit der TMB Holding im saarländischen St. Wendel.

Zu der Holding gehört seit 2025 auch Hyperglobus. Die Kette mit derzeit 23 Filialen war im vergangenen Jahr von der deutschen Globus Holding abgespalten worden. Eine mit dem Vorgang vertraute Person erklärte, die Konstruktion sei juristisch geprüft worden. EU- und US-Sanktionen würden demnach nicht verletzt.

Gerhard Schröder umgeht Sanktionen bei Russland-Job

Anfang Oktober wurde Schröder in den Aufsichtsrat von Hyperglobus berufen. Er soll das Unternehmen strategisch beraten. Kürzlich hatte der Altkanzler gemeinsam mit seiner Ehefrau eine Filiale in Russland besucht. Gegenüber einem Freund soll er seine Einkünfte aus dem Engagement als „kleines Zubrot“ bezeichnet haben.

Die TMB Holding bestätigte den Beratervertrag, äußerte sich aber nicht zum Aufsichtsratsmandat. Schröder selbst ließ Anfragen unbeantwortet.

Diese Konstruktion kommt nicht von ungefähr. Bereits im Jahr 2025 hatte die Sparkasse Hannover Zahlungen der Nord Stream 2 AG an den ehemaligen Verwaltungsratschef blockiert. Zuvor musste Schröder seine Tätigkeiten für Gazprom und Rosneft ruhen lassen.

Neuer Russland-Posten: Wie Gerhard Schröder die Sanktionen umgeht

Schröders enge Verbindungen zu Russland und zu Präsident Wladimir Putin stehen seit Jahren in der Kritik. Mit einem Besuch beim Kremlchef anlässlich dessen Geburtstags hatte der Altkanzler hohe Wellen geschlagen. Zuvor hatte er mit seiner Ehefrau So-yeon Schröder-Kim einen Supermarkt in Moskau besucht.

In der SPD fordert man nicht nur ein Parteiausschlussverfahren gegen den 82‑Jährigen. Auch Politiker von CDU und Grünen haben die Sozialdemokraten aufgefordert, Schröder aus der Partei zu werfen. (mbr)