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Kölner Reaktionen auf AfD-Wahlsieg„Nichts schmerzt mehr als das Ergebnis der AfD bei jungen Menschen“

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Karl Lauterbach (SPD) bei einer Pressekonferenz. (Archivbild)

Karl Lauterbach (SPD) bei einer Pressekonferenz. (Archivbild)

Die AfD gewinnt die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt – auch in Köln ist der Wahlsieg der in Teilen rechtsextremen Partei ein großes Thema.

Der Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sorgt für reichlich Reaktionen – sowohl auf Bundesebene als auch international. Auch einige Politikerinnen und Politiker aus Köln haben sich zu dem Wahlergebnis geäußert, das Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Montag (7. September) als „zutiefst schockierend“ bezeichnet hat.

Serap Güler, Kölner CDU-Chefin und Mitglied des Bundesvorstands der Christdemokraten, berichtete auf der Plattform X von einer „klaren Positionierung im Bundesvorstand“ der CDU. „Es wird keine Zusammenarbeit mit der AfD geben“, erklärte Güler.

Kölner CDU-Chefin: Serap Güler schließt Zusammenarbeit mit AfD aus

„Und um es klarzustellen: Das hat nichts mit Missachtung des Wählerwillens zu tun, wie manche behaupten werden“, fügte die Kölner Politikerin hinzu. „Wir haben – im Gegensatz zu Siegmund – den Wählern genau das auch VOR der Wahl gesagt“, betonte Güler mit Blick auf den AfD-Wahlsieger in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund. 

Katharina Dröge, die ebenfalls als Kölner Politikerin im Bundestag sitzt und Fraktionschefin der Grünen ist, sprach derweil im sozialen Netzwerk Bluesky von einem „brutalen und harten Ergebnis der Rechtsextremen in Sachsen-Anhalt“. Ein Hoffnungsschimmer sei, dass die „demokratische Gesellschaft in Sachsen-Anhalt gemeinsam gekämpft“ habe, hieß es bei der Grünen-Politikerin. „Diesen Zusammenhalt von Demokraten müssen wir jetzt fortsetzen“, forderte Dröge.

Nyke Slawik: „Ich weiß, dass gerade viele Leute struggeln“

Auch Nyke Slawik, Bundestagsabgeordnete der Grünen aus Leverkusen und queerpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion ihrer Partei, äußerte sich bei Instagram zum Wahlergebnis. „Ich weiß, dass gerade viele Leute struggeln mit dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt. Insbesondere viele Frauen, Queers, migrantisierte Menschen, Grüne, Linke und andere, die immer wieder zur Zielscheibe von Rechtsaußen werden, haben jetzt besonders zu kämpfen“, schrieb Slawik und fügte hinzu: „Ihr seid nicht allein.“

Katharina Dröge und Nyke Slawik bei einer Wahlkampfveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Kölner Wilhelmplatz. (Archivbild)

Katharina Dröge und Nyke Slawik bei einer Wahlkampfveranstaltung von Bündnis 90/Die Grünen auf dem Kölner Wilhelmplatz. (Archivbild)

„Unser Rechtsstaat und unsere Demokratie sind nicht wehrlos“, hieß es weiter von der Grünen-Politikerin. „Und wie Polen und Ungarn gezeigt haben: Die rechtsnationalistischen Kräfte können besiegt und abgewählt werden.“ Dafür sei jedoch „harte Arbeit“ nötig, hieß es weiter.

Karl Lauterbach: „Die demokratischen Parteien sind abgewählt“

Mit Karl Lauterbach äußerte sich auch der prominenteste Kölner SPD-Politiker auf der Plattform X. „Die demokratischen Parteien sind abgewählt. So das Ergebnis einer freien Wahl“, erklärte der frühere Bundesgesundheitsminister und ließ Selbstkritik folgen: „Ich bleibe bei meiner Einschätzung, dass unsere Sozialpolitik im Bund Teil des Problems ist“, schrieb Lauterbach. „Man kann die Menschen nicht nur als Verursacher von Lohnnebenkosten und Bezieher von zu hohen Löhnen sehen.“

„Nichts schmerzt mehr als das Ergebnis der AfD bei jungen Menschen“, schrieb Lauterbach zudem in einem weiteren Beitrag. „Diese Partei erreicht sie mit ihrer Erzählung einer Parallelrealität: ‚Ausländer, alles Verbrecher, Klimawandel eine Lüge, Wirtschaft ohne Kernkraft am Ende‘ in den sozialen Medien schutzlos. Und gibt ihnen Hoffnung“, schrieb Lauterbach mit Blick auf die Erfolge der AfD in den Wählergruppen im Alter von 18 bis 34 Jahren. 

BSW im Landtag: Lauterbach sieht „Triumph für Wladimir Putin“

Auch für den Einzug des BSW in den sachsen-anhaltischen Landtag fand Lauterbach deutliche Worte und sprach von einem „Triumph für Wladimir Putin“. Zuvor hatte BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht in einem X-Beitrag von einem „Comeback des BSW“ gesprochen und das BSW als „einzige konsequente Friedenspartei“ bezeichnet.

Wenn der Ukraine die Waffen ausgehen, könne Putin die Ukraine besetzen, erklärte Lauterbach mit Blick auf den russlandfreundlichen Kurs des BSW. „Aber Frau Wagenknecht sagt ja, dass er uns nichts tun will“, fügte Lauterbach süffisant hinzu. 

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Landtagswahl kam die AfD auf 43,8 Prozent, die CDU auf 17,2 Prozent, die SPD auf 9,3 Prozent, die Grünen auf 8,9 Prozent, die Linken auf 8,6 Prozent und das BSW auf 5,3 Prozent. Damit hat die in Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextreme AfD keine absolute Mehrheit für eine Alleinregierung. Das BSW hat als einzige Partei signalisiert, die AfD punktuell zu unterstützen.