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„Super Please“ statt „Supergeil“Ukraine bittet mit Scherz-Video um Leopard-Panzer

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Leopard II dpa 021122

Ein Leopard-2-Panzer im Besitz der ungarischen Streitkräfte. (Archivbild)

Kiew – Mit dem leicht abgewandelten Hit „Supergeil“ bittet das ukrainische Militär um Leopard-Kampfpanzer aus Deutschland. Das Video wurde vom Verteidigungsministerium am Mittwoch auf Twitter veröffentlicht – und stößt auf überwiegend positive Reaktionen in dem sozialen Netzwerk. Vereinzelt wird jedoch auch Kritik an dem Videoclip, der mitunter als „Kriegspropaganda“ bezeichnet wird, geäußert.

Kiew dankt für bisherige Waffenlieferungen – und pocht auf Leopard-Panzer

In dem Videoclip von Künstler Friedrich Liechtenstein wurden Fotos der bereits gelieferten Flugabwehrwaffen Gepard und Iris-T geschnitten – tituliert als „Super Gepard“ und „Super Iris“. Damit habe man schon eine „Super Defense“ (Super Verteidigung), heißt es. Doch dann kommen Szenen von „Super Leopard“ im Einsatz – verbunden mit einem „Super Please“. Am Ende heißt es „Dankeschön Deutschland“.

Liechtenstein PA 021122

Musiker und Schauspieler Friedrich Liechtenstein (Archivbild)

Gegenüber „T-Online“ erklärte Liechtenstein am Mittwoch, dass er nichts von dem Zusammenschnitt gewusst habe. Es handle sich nicht um eine offizielle Zusammenarbeit mit dem Verteidigungsministerium der Ukraine. Die verwendeten Szenen stammen aus einem Werbespot für Edeka, der im Jahr 2014 auch dank Testimonial Liechtenstein zu einem viralen Hit geworden war. 

„Super Please“: Friedrich Liechtenstein offenbar nicht über Verwendung von Videomaterial informiert

Hintergrund des Clips ist die anhaltende Ablehnung der Bundesregierung, den Kampfpanzer Leopard und den Schützenpanzer Marder an Kiew zu liefern. Berlin verweist immer wieder darauf, dass auch kein anderer Partner der Ukraine so moderne westliche Panzer liefern würde.

Das von Russland angegriffene Land hofft auf Panzer dieser Typen, um besetzte Gebiete leichter befreien zu können. Um international Aufmerksamkeit und Hilfe zu finden, setzt die ukrainische Führung stark auf soziale Medien. Die Memes und Videoschnipsel sind trotz der ernsten Kriegslage oft humorvoll gestaltet. (das/dpa)