Von eigener Luftabwehr abgeschossen?„Schwarzer Tag“ für Putins Luftwaffe – Russland verliert vier Flugzeuge

Lesezeit 2 Minuten
Ein Screenshot aus einem Video zeigt die Explosion eines russischen Mi-8-Helikopters in der Region Brjansk. Die Hintergründe sind unklar. Spekulationen zufolge könnte Russland versehentlich vier eigene Flugzeuge abgeschossen haben.

Ein Screenshot aus einem Video (bestmögliche Qualität) zeigt die Explosion eines russischen Mi-8-Helikopters in der Region Brjansk. Die Hintergründe sind unklar. Spekulationen zufolge könnte Russland versehentlich vier eigene Flugzeuge abgeschossen haben.

Am Samstag stürzten gleich vier russische Flugobjekte in kurzer Zeit im gleichen Gebiet ab. Wagner-Chef Prigoschin glaubt an „Friendly Fire“.

Nach dem Verlust von zwei Flugzeugen und zwei Helikoptern am Samstag im russischen Gebiet Brjansk an der Grenze zur Ukraine und Belarus, sind die Hintergründe weiter völlig unklar.

Alexander Lukaschenko über Vorfälle in Brjansk: „Da wurden vier Flugzeuge abgeschossen“

Während der wieder aufgetauchte belarussische Diktator Alexander Lukaschenko am Montag von „Abschüssen“ sprach, ohne die mutmaßlich Verantwortlichen dafür zu benennen, erklärte Söldner-Chef Jewgeni Prigoschin, die russische Luftabwehr habe die Fluggeräte vermutlich selbst abgeschossen.

„Da wurden vier Flugzeuge abgeschossen. Wir mussten darauf reagieren. Seither befinden wir uns in erhöhter Bereitschaft“, sagte Lukaschenko, der zuvor tagelang von der Bildfläche verschwunden war, am Montag bei seinem ersten öffentlichen Auftritt seit der Militärparade in Moskau in der letzten Woche.

Ukraine spricht von „schwarzem Tag“ für russische Luftwaffe

Die russischen Behörden hatten unterdessen bisher lediglich den „Absturz“ eines Hubschraubers bestätigt, aber keine Details genannt. Dagegen meldeten russischen Medien, dass zwei Suchoi-Kampfjets der Typen Su-34 und Su-35 sowie zwei Hubschrauber vom Typ Mi-8 mit Raketen abgeschossen worden seien.

Die Ukraine äußerte sich bisher nicht eindeutig zu den Abstürzen am Samstag. Eine Beteiligung an den Vorfällen bestätigte Kiew nicht. Der Sprecher der Luftwaffe, Yuriy Ihnat, erklärte gegenüber CNN lediglich, die russischen Maschinen sei „in Schwierigkeiten geraten“ und nannte die außergewöhnlich hohe Zahl an Verlusten einen „schwarzen Tag“ für die russische Luftwaffe.

Nahezu zeitgleich hatte der Chef der Söldnergruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, am Sonntag angedeutet, dass russische Luftabwehrsysteme für die mutmaßlichen Abschüsse verantwortlich sein könnten.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hält „Friendly Fire“ für wahrscheinlich

„Vier Flugzeuge – wenn man einen Kreis um die Orte ihres Absturzes zieht, stellt sich heraus, dass dieser Kreis einen Durchmesser (und alle liegen exakt in einem Kreis) von 40 Kilometern hat. (…) Jetzt geh ins Internet und sieh nach, welche Art Flugabwehrwaffe in der Mitte dieses Kreises sein könnte, und dann bilde dir deine eigenen Versionen“, sagte Prigoschin bei Telegram, der so auf einen möglichen Vorfall mit sogenanntem „Friendly Fire“ anspielte.

Bei den Abstürzen sollen insgesamt mindestens neun Menschen getötet worden sein. Offizielle Angaben gibt es dazu auch am Montag nicht. Auch vom russischen Verteidigungsministerium, das aus dem Gebiet auch seine Angriffe gegen die Ukraine führt, gab es keine Stellungnahme. (mit dpa)

Nachtmodus
KStA abonnieren